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26.03.2020 – 10:42

diagnose:funk

ElektrosmogReport 1/2020: Neue Studien zu WLAN- und Handy-Strahlung belegen verminderte Gedächtnisleistung und Gesundheitsschäden

ElektrosmogReport 1/2020: Neue Studien zu WLAN- und Handy-Strahlung belegen verminderte Gedächtnisleistung und Gesundheitsschäden
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Pressemitteilung von diagnose:funk vom 26.3.2020

ElektrosmogReport 1/2020: Neue Studien zu WLAN- und Handy-Strahlung belegen verminderte Gedächtnisleistung und Gesundheitsschäden

Jetzt über 500 Studien zu gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf www.EMFdata.org

Stuttgart, 26.3.2020: Die Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk veröffentlicht heute die März-Ausgabe des ElektrosmogReports (1/2020, siehe Anhang am Ende dieser mail). Die darin besprochenen wissenschaftlichen Studien weisen folgende Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung nach: Verhaltensänderungen, schlechtere Gedächtnisleistung, oxidativer Zellstress (= Auslöser entzündlicher Erkrankungen), verminderte zelluläre Lebensfähigkeit.

Ausführliche Besprechung der Studien mit Links zu den Studien: https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1531

Peter Hensinger, zweiter Vorsitzender von diagnose:funk: „Die sieben neuen Studien zu WLAN- und Mobilfunk-Strahlung belegen sehr deutlich, dass die Nutzung strahlender Geräte wie Smartphone, Tablet und WLAN-Router zu Gesundheitsschäden führt. Oxidativer Zellstress, hier durch drei neue Studien nachgewiesen, schwächt das Immunsystem. Angesichts der Corona-Epidemie sollte dies von den Gesundheitsbehörden thematisiert werden. Und diese sieben neuen Studien sind nicht die ersten, die Gesundheitsschäden nachweisen: Bereits über 500 wissenschaftliche Studien zu gesundheitlichen Auswirkungen stehen in unserer öffentlichen Datenbank EMFdata.org. Die Mobilfunk-Industrie und die Bundesregierung müssen endlich diese Fakten anerkennen. Wir brauchen Verbraucherschutz im Sinne des Vorsorgeprinzips, wir brauchen Aufklärung der Bevölkerung und strahlungsminimierende Vorgaben für die Mobilfunkindustrie – der Mythos vom gesundheitlich ungefährlichen Umgang mit WLAN und Handy muss ein Ende haben!“

Die Studien im ElektrosmogReport 1/2020 im Einzelnen:

1. LTE-Strahlung führt zu Verhaltensänderungen : Die Studie von Broom et al.
   (2019) (https://www.emfdata.org/de/studien/detail&id=558) untersuchte die
   Wirkungen der LTE-Frequenz (1,846 GHz) auf das Verhalten, wenn Mäuse schon im
   Mutterleib und nach der Geburt bestrahlt wurden. Das Ergebnis: Die
   wiederholte Bestrahlung mit niedriger Feldstärke im Mutterleib und kurz nach
   der Geburt hatte bei männlichen Mäusen eine lang anhaltende Nachwirkung bei
   den erwachsenen Tieren. Das veränderte Verhalten, so vermuten die Forscher,
   ist auf Veränderungen im Stoffwechsel und im Hippocampus (Hirnregion für
   Gedächtniskonsolidierung) zurückzuführen.
2. Der Review von Narayanan et al. (2019)
   (https://www.emfdata.org/de/studien/detail&id=552) wertet die Studienlage zu
   Mobilfunk im Hinblick auf die Verhaltensänderungen „Angststörung“,
   „Fortbewegung“ und „Gedächtnis-Lernverhalten“ aus. Zu allen Endpunkten wurden
   Effekte nachgewiesen. Vermutet werden u.a. Veränderungen im Hippocampus, der
   Großhirnrinde, dem Kleinhirn, der Amygdala und Schädigung von Gliazellen
   durch die Einwirkung der Strahlung. Als ein Wirkmechanismus wird oxidativer
   Zellstress angegeben.
3. Grasso et al. (2020) (https://www.emfdata.org/de/studien/detail&id=553)
   demonstrieren, dass die Belastung von Gliazellen mit 900 MHz-Strahlung eine
   Veränderung in der Organisation verschiedener Zellskelettproteine verursacht.
   Das könnte sich als ein weiterer Wirkmechanismus herausstellen. Die Belastung
   mit modulierter Strahlung führe zu einer signifikanten Verminderung der
   zellulären Lebensfähigkeit . Die Ergebnisse von Grasso et al. bestätigen die
   Ergebnisse anderer Wissenschaftler, die zeigen, dass synthetische,
   kontinuierliche elektromagnetische Felder wesentlich weniger bioaktiv sind
   als reale, z.B. durch Mobiltelefone ausgesendete Strahlung.
4. Die Studie von Öszobaci et al. (2019)
   (https://www.emfdata.org/de/studien/detail&id=554) untersuchte die Auswirkung
   der WLAN-Frequenz 2,45 GHz . Die Resultate weisen darauf hin, dass die
   Bestrahlung mit 2,45 GHz oxidativen Zellstress in den Nierenzellen auslöste
   und dieser durch die Zugabe von Zink abgemildert werden konnte.
5. Bamdad et al. (2019) (https://www.emfdata.org/de/studien/detail&id=555)
   führten 3 psychologische Tests zur Wirkung von WLAN auf das
   Kurzzeitgedächtnis, selektive Aufmerksamkeit (Fokussierung auf eine Sache)
   und geteilte Aufmerksamkeit („Multitasking“) durch. Die WLAN-Gruppe hatte
   signifikant schlechtere Gedächtnisleistungen . Als eine Ursache nehmen die
   Forscher die Bildung von freien Radikalen (ROS) an.
6. Ebenfalls oxidativen Zellstress als nicht-thermischen schädigenden
   Wirkmechanismus identifiziert die Studie von Durdik et al. (2019)
   (https://www.emfdata.org/de/studien/detail&id=556) . Bei Bestrahlung mit GSM-
   und UMTS-Mobilfunkstrahlung wurde in Nabelschnurblutzellen ein
   vorübergehender Anstieg von freien Radikalen (ROS) festgestellt. Wenn man
   bedenkt, dass die Bestrahlung mit Mikrowellen lebenslang erfolgt, kann auch
   ein geringer Anstieg von ROS nach Kurzzeit-Bestrahlung biologisch von
   Bedeutung sein für die Krebsentwicklung, das geben die Forscher zu bedenken.
7. Der 5G-Review von Kostoff et al. (2020)
   (https://www.emfdata.org/de/studien/detail&id=557) „ Gesundheitsschädliche
   Auswirkungen der 5G-Netzwerktechnologie unter realen Bedingungen“ weist
   darauf hin, dass durch die neue 5G-Technik nicht nur Haut und Augen
   beeinträchtigt werden, sondern auch systemische Wirkungen auftreten. Wenn man
   die Strahlung in Kombination mit anderen schädigenden Umwelteinwirkungen
   betrachte, was bisher gar nicht gemacht wird, würden die negativen
   Auswirkungen der Strahlung erheblich verstärkt, so Kostoff et al. Die
   Forscher warnen: „Die Überlagerung einer bereits vorhandenen toxischen
   drahtlosen Strahlungsumgebung mit 5G-Strahlung wird die bereits
   nachgewiesenen nachteiligen Auswirkungen auf die Gesundheit noch verstärken .
   Weit mehr Forschung und Tests von potenziellen 5G-Gesundheitseffekten unter
   realen Bedingungen sind erforderlich, bevor eine weitere Einführung
   gerechtfertigt ist.“ 

In den letzten 26 Jahren besprach der ElektrosmogReport hunderte Studien zur nicht-ionisierenden Strahlung, die mögliche gesundheitliche Auswirkungen nachweisen. Die Ausgabe 1/2020 fügt sieben neue Studien hinzu. Jetzt stehen auf der Datenbank www.EMFdata.org 503 Studien, davon 248 im Detail ausgewertet.

Kontakt für Rückfragen:

- Jörn Gutbier, erster Vorsitzender von diagnose:funk, Fachbereich
  Verbraucherschutz, Tel. 0711-250869-1
- Peter Hensinger, zweiter Vorsitzender von diagnose:funk, Fachbereich
  Wissenschaft, Tel. 0711-250869-2 oder 0711-638108
- Matthias von Herrmann, Pressereferent, Tel. 0711-250869-4 oder 0174-7497868 

diagnose:funk ist eine unabhängige Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisation im deutschsprachigen Raum, die sich für den Schutz vor elektromagnetischer Strahlung einsetzt. Dazu klärt diagnose:funk über die gesundheitsschädigenden Wirkungen u.a. von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung auf und fordert zukunftsfähige technische Lösungen für eine gesundheitsverträgliche Telekommunikation.

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diagnose:funk / Bismarckstr. 63 / 70197 Stuttgart
Vertreten durch Jörn Gutbier und Peter Hensinger.
https://www.diagnose-funk.org