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02.09.2019 – 08:19

diagnose:funk

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Mobilfunk- und WLAN-Strahlung kann Erbgut-Schäden, Unfruchtbarkeit und Krebs verursachen

Ein Dokument

Pressemitteilung von diagnose:funk vom 2.9.2019

diagnose:funk / Mobilfunk- und WLAN-Strahlung kann Erbgut-Schäden, Unfruchtbarkeit und Krebs verursachen

ElektrosmogReport 09/2019: Sechs Mobilfunk-Studien ausgewertet / Vorsorgeprinzip dringend nötig!

Stuttgart, 2.9.2019: Im aktuellen ElektrosmogReport (September 2019, siehe Anhang) werden sechs Studien zur gesundheitsschädigenden Wirkung von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung vorgestellt. Die Studien weisen Erbgut-Schäden nach, außerdem Hyperaktivität, krebszellähnliche Stoffwechselveränderungen, Degeneration von Hoden-Zellen und Spermienbildung sowie den Zusammenhang von Mobilfunk-Strahlung und Fruchtbarkeit in zwei ausführlichen Literatur-Studien (Reviews).

"Immer neue Studien untermauern die Gesundheitsgefahren, die von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung ausgehen", sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk. "Die Bundesregierung muss diese alarmierenden Meldungen aus der Wissenschaft endlich ernst nehmen und nach dem Vorsorgeprinzip die Strahlenbelastung für alle Bürger massiv senken. Wir brauchen WLAN-freie Schulen und wir brauchen nur ein Mobilfunknetz für alle Betreiber und Nutzer, wie bei Strom, Gas, Wasser und im Straßenbau. Verpflichtendes Roaming für alle Mobilfunkbetreiber muss umgesetzt werden, das würde die Strahlenbelastung erheblich senken ohne Verlust für die Anwender. diagnose:funk fordert außerdem ein Moratorium beim Aufbau der fünften Mobilfunk-Generation 5G sowie eine unabhängig erstellte Technikfolgenabschätzung für die versteigerten 5G-Mobilfunk-Frequenzen."

Die Studien im ElektrosmogReport 09/2019 im einzelnen:

- Panagopoulos analysierte in der hier vorgestellten Studie eine Vielzahl von 
  vorhandenen Publikationen zu negativen Auswirkungen auf lebende Organismen 
  durch vom Menschen verursachte elektromagnetische Felder (EMF). Dabei fand er 
  heraus, dass von 71 Studien, die eine reale Mobilfunkstrahlung verwendet 
  haben, 68 Studien signifikante negative Wirkungen von EMF nachwiesen (= 96%). 
  Zu diesen Wirkungen zählen die Abnahme der Fortpflanzungsfähigkeit, 
  DNA-Schäden und Zelltod, Gedächtnisstörungen und Beeinträchtigung der 
  allgemeinen kognitiven Fähigkeiten und Herzfrequenzänderungen. Im 
  experimentellen Teil der Arbeit verglich Panagopoulos die Wirkung von 
  GSM-Mobilfunk mit den Auswirkungen von elektrischen Feldern durch Gewitter, 
  mit dem 50 Hz-Magnetfeld um heimische Stromleitungen und im Labor erzeugter 
  HF-Strahlung: Die von Mobiltelefonen ausgesendeten EMF waren signifikant 
  gesundheitsschädlicher als die anderer EMF-Quellen, es kam zu 
  Erbgutveränderungen in den Eierstöcken der Versuchstiere. Die Arbeit könnte 
  damit erklären, warum die Faktenlage in der Wissenschaft zum Thema 
  Auswirkungen von Mobilfunk-Strahlung auf die Gesundheit so kontrovers ist. Die
  Festlegung von einheitlichen Anforderungen an die EMF-Quellen in 
  wissenschaftlichen Studien ist daher in Zukunft von großer Bedeutung. 
- Kim et al. kommen in ihrer Arbeit zu folgendem Ergebnis: Die Frequenz von 835 
  MHz (= GSM-Mobilfunk-Frequenz in USA) machte die Versuchstiere hyperaktiv, 
  induzierte Autophagie (Abbau von Zellbestandteilen) in Neuronen der Hirnrinde 
  und verursachte Schäden an der Myelinscheide der Neuronen. Bemerkenswerter 
  Weise werden sowohl Alzheimer als auch die Lafora-Krankheit hauptsächlich 
  durch beeinträchtigte Autophagie verursacht. 
- Die Studie von Zhabadov et al. zu Millimeterwellen (5G-Mobilfunk ab 60 GHz) 
  gibt einen Hinweis, dass Millimeterwellen bei einer krebszellähnlichen 
  Stoffwechselveränderung (Warburg-Effekt) die Zelloberfläche verändern. 
- Die Studie von Saygin et al. hatte zum Ergebnis, dass die WLAN-Frequenz von 
  2,45 GHz eine Degeneration von Hodenzellen und Spermienbildung verursachen 
  kann. Oxidative Schäden und entzündliche Prozesse spielen hierbei eine 
  Schlüsselrolle. Dieser Mechanismus könnte ein Grund für Unfruchtbarkeit sein. 
- Zwei Studienüberblicke (Reviews) zum Zusammenhang von Strahlung und 
  Fruchtbarkeit (Altun et al., Kesari) werden ausführlich rezensiert. Beide 
  Reviews bestätigen, dass die Studienlage zu Spermien und Embryos 
  besorgniserregend ist. Mehr als 100 Studien weisen schädigende Auswirkungen 
  nach.  

Die systematische wissenschaftliche Auswertung der biologisch-medizinischen Studienlage zu Mobilfunk-Strahlung wird in Deutschland nur vom ElektrosmogReport in Zusammenarbeit mit www.EMFData.org durchgeführt. Das EMF-Portal der Bundesregierung (an der RWTH Aachen), das diese Aufgabe jahrelang wahrgenommen hat, hat 2017 aufgrund von Mittelkürzungen die Studien-Auswertung eingestellt. diagnose:funk fordert die Bundesregierung auf, diese Studien-Auswertung wieder zu finanzieren.

Den 10-seitigen ElektrosmogReport 09/2019 mit Links auf die Original-Studien finden Sie im Anhang. Der ElektrosmogReport erscheint seit 25 Jahren, seit 2019 ist diagnose:funk der Herausgeber. Die unabhängige Redaktion wertet regelmäßig die Studienlage zu den Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder aus. Download als PDF auf www.EMFData.org

Kontakt für Rückfragen:

- Jörn Gutbier, Erster Vorsitzender diagnose:funk e.V., Tel. 07032-94 41 63
- Matthias von Herrmann, Pressereferent, Tel. 0174-74 97 868
- https://www.diagnose-funk.org 

diagnose:funk e.V. ist eine unabhängige Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisation im deutschsprachigen Raum, die sich für den Schutz vor elektromagnetischer Strahlung einsetzt. Dazu klärt diagnose:funk über die gesundheitsschädigenden Wirkungen u.a. von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung auf und fordert zukunftsfähige technische Lösungen für eine gesundheitsverträgliche Telekommunikation.

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diagnose:funk e.V. / Bismarckstr. 63 / 70197 Stuttgart
Vertreten durch Jörn Gutbier und Peter Hensinger.
https://www.diagnose-funk.org