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Grünen-MdB Ströbele gegen "Jamaika- Koalition" auf N24: "Wir würden im Bermuda- Dreieck untergehen" Zusammenarbeit mit Linkspartei langfristig nicht ausgeschlossen

    Berlin (ots) - Der Berliner Grünen-Abgeordnete Hans-Christian
Ströbele hat sich klar gegen eine mögliche Regierungskoalition von
Union, FDP         und        Grünen        ausgesprochen.          Ströbele,      
der    einzige Bundestagsabgeordnete der Grünen mit einem
Direktmandat, heute (Dienstag)      im  Nachrichtensender      N24:    
"Das    passt inhaltlich nicht zusammen. In einer Reihe von Punkten
stehen wir für das Gegenteil von dem, was CDU/CSU und FDP wollen."
Als Beispiele nannte Ströbele den Atomausstieg, die Debatte um den
EU-Beitritt der Türkei und Fragen der sozialen Gerechtigkeit.

    Bei einer Regierungs-Zusammenarbeit der Grünen mit Union und FDP wäre nicht Jamaika der richtige Vergleich, vielmehr würden die Grünen "im Bermuda-Dreieck untergehen". Ströbele sagte: "Unsere Wähler würden sich entsetzt von uns wenden, wenn wir dazu beitragen würden, die soziale Kälte über Deutschland zu bringen." Die "übergroße Mehrheit" der Grünen, so Ströbele, lehne eine "Jamaika-Koalition" ab.

    Für wenig wahrscheinlich hält Ströbele auch eine "Ampel-Koalition" aus SPD, Grünen und FDP: "Da sehe ich die FDP als Hinderungsgrund. Zwischen der FDP und den Grünen liegen Welten."

    Eine Kooperation mit der Linkspartei wollte Ströbele hingegen
nicht kategorisch      ausschließen.  "Ich    sehe    eine    linke  
Wahlmehrheit    in Deutschland." Diese Mehrheit lasse sich zum
jetzigen Zeitpunkt noch nicht politisch  umsetzen. Eine      
rot-rot-grüne    Koalition  sei "im  Augenblick unrealistisch", weil
es viele "Verletzungen und Animositäten" gebe. "Die Wunden müssen
jetzt erst mal verheilen und vernarben." Inhaltliche Ähnlichkeiten
zwischen SPD und Grünen einerseits und der Linkspartei andererseits
sieht Ströbele etwa bei möglichen Änderungen von Hartz IV: "Da gibt
es im Programm der Linkspartei eine Reihe von ganz vernünftigen
Vorschlägen."

    Denkbar sei, so Ströbele, dass die rot-grüne Koalition bis auf weiteres als Minderheitsregierung im Amt bleibt. "Ich halte nichts von Neuwahlen." Als

    wahrscheinlichste Variante der Regierungsbildung sieht Ströbele allerdings eine große Koalition aus Union und SPD, "entweder ohne Schröder oder ohne Merkel oder ohne beide".

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