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08.04.2019 – 12:07

IE University

Einer von vier Europäern bevorzugt für politische Entscheidungsfindung künstliche Intelligenz gegenüber Politikern, heißt es im Bericht der IE University

Madrid (ots/PRNewswire)

Einer von vier Europäern würde es bevorzugen, wenn wichtige Entscheidungen bezüglich der Regierung ihres Landes durch künstliche Intelligenz getroffen werden würden. Dies ist eine der Schlussfolgerungen der European Tech Insights, die von der IE University präsentiert und im neu eröffneten Center for the Governance of Change (CGC) entwickelt wurden. Die European Tech Insights 2019 untersuchen, wie die allgemeine Öffentlichkeit in acht Ländern (Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Spanien, Portugal, die Niederlande und Großbritannien) der vierten industriellen Revolution und der mit ihr einhergehenden Welle technologischer Transformation gegenüberstehen. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Europäer die Kontrolle neuer Technologien als eine der größten Herausforderungen europäischer Politiker sehen.

Zu den wichtigen Ergebnissen des Berichts zählt u.a., dass einer von vier Europäern es bevorzugen würde, wenn wichtige Entscheidungen bezüglich der Regierung ihres Landes durch künstliche Intelligenz getroffen werden würden. Inmitten der Zeiten des Brexit, samt all seiner Unwägbarkeiten, und aktueller Fragen zum europäischen Modell der repräsentativen Demokratie spiegeln die Ergebnisse auf vielsagende Weise ein beachtliches Ausmaß an Ernüchterung wider, wenn es um die Einstellung gegenüber Politikern geht. In den Niederlanden, in Deutschland und in Großbritannien fällt dieser Prozentsatz sogar noch höher aus: Hier gibt jeder Dritte zu, dass er die Zukunft seines Landes lieber von einer Maschine bestimmen lassen würde, als von einem Menschen.

Diego Rubio, Executive Director vom Center for the Governance of Change der IE University, kommentierte: "Diese Einstellung, die wahrscheinlich mit dem wachsenden Misstrauen von Bürgern gegenüber Regierungen und Politikern in Verbindung steht, entspricht einer deutlichen Infragestellung des europäischen Modells der repräsentativen Demokratie, da durch sie die grundlegende Idee der Volkssouveränität angefochten wird."

Die Forschung identifiziert auch ein merkwürdiges Paradox: Obwohl die Öffentlichkeit von ihrer Regierung desillusioniert ist und eine KI-gesteuerte Führung bevorzugen würde, zeichnet sich eine klare Angst gegenüber technologischen Fortschritten ab, insbesondere hinsichtlich verstärkter Automatisierung. 70 % der Umfrageteilnehmer fordern von Politikern eine deutliche und klare Politik, um die Automatisierung zu bremsen und sich effizient mit der Arbeitsplatzverlagerung auseinanderzusetzen, auch wenn dies bedeutet, den technologischen Fortschritt zu verlangsamen.

Die Forschung vom Centre for the Governance of Change der IE University beleuchtet, inwiefern sich laut europäischer Vorstellung Technologie auf das Leben von Menschen, ihre Arbeitsplätze und ihre politischen Systeme auswirken wird.

Weitere wichtige Ergebnisse:

- Die Mehrheit (56 %) der Europäer ist besorgt, dass der Großteil 
  menschlicher Arbeit zukünftig von Robotern ausgeführt wird  
- 70 % der Europäer aller Altersgruppen glauben, dass neue 
  Technologien, wenn diese nicht entsprechend kontrolliert werden, 
  der Gesellschaft in den kommenden zehn Jahren mehr Schaden als 
  Nutzen bringen wird. Diese Überzeugung führt zu wachsendem 
  Innovationswiderstand und der allgemeinen Forderung nach 
  verschärfter Regulierung 
- 67 % der Europäer sind der Meinung, dass die Kontrolle neuer 
  Technologie, gemeinsam mit dem Klimawandel, die aktuell größte 
  Herausforderung für die EU darstellt 
- Neben Herausforderungen in der Arbeitswelt gehen Europäer auch von 
  Änderungen in ihrem sozialen Leben aus: Mehr als zwei Drittel der 
  befragten Europäer (68 %) finden es besorgniserregend, dass 
  Menschen in Zukunft online stärker sozial verkehren werden als 
  persönlich 

Die Umfrage zeigt auch, dass Menschen sich nicht nur Sorgen um den anstehenden technologischen Wandel machen, sondern auch das Gefühl haben, dass die damit beauftragten Institutionen ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Die Mehrheit der befragten Personen (60 %) ist der Auffassung, dass das Bildungssystem nicht die nötigen Kenntnisse vermittelt, um die mit neuen Technologien einhergehenden Herausforderungen zu meistern. Dies trifft v. a. auf ältere Universitätsabsolventen zu, die orientierungslos in einem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt umhertreiben. Darüber hinaus gaben viele an, dass Unternehmen sich nicht an das neue Zeitalter anpassen. 40 % der Befragten sind überzeugt, dass das Unternehmen, für das sie arbeiten, in den nächsten zehn Jahren verschwinden wird, sofern nicht schnell tiefgreifende Änderungen vorgenommen werden.

Das Center for the Governance of Change der IE University leistet bahnbrechende Forschungsarbeit, die verschiedenste Disziplinen und Methodologien einbindet, um die Komplexitäten aufzuzeigen, die mit künftigen Technologien, wie künstliche Intelligenz, Big Data, Blockchain und Robotik, einhergehen. Das CGC bietet außerdem Programme für Führungskräfte zu aufkommenden Technologien an, die sich an öffentliche Institutionen und Unternehmen richten, die Interesse daran haben, ihr Wissen zu disruptiven Trends zu vertiefen. Ebenfalls werden verschiedene Outreach-Aktivitäten durchgeführt, um der allgemeinen Öffentlichkeit ein besseres Bild der anstehenden Veränderungen zu vermitteln sowie bessere Kontrolle über diese zu geben. Das übergeordnete Ziel vom CGC ist es, zum Aufbau einer stärker florierenden und nachhaltigeren Gesellschaft für die gesamte Menschheit beizutragen.

Informationen zur IE University

Die IE University bietet ein auf Technologie basiertes Lern-Ökosystem für Führungspersönlichkeiten, die durch Innovation, eine globale Vision, Unternehmergeist und geisteswissenschaftlich geprägte Handlungsweise die Welt verändern. Der Lehrkörper der IE umschließt über 500 Professoren, die Studierenden aus 131 Ländern grundständige Studienprogramme sowie Master-Programme, Promotionen und Führungskräftetraining anbieten.

Pressekontakt:

Kerry Parke
Associate Director of Communications
IE University kerry.parke@ie.edu +34 915 689 850

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