Alle Meldungen
AbonnierenFolgen
Abonnieren Sie alle Meldungen von compass private pflegeberatung GmbH
Keine Meldung von compass private pflegeberatung GmbH mehr verpassen.

12.02.2020 – 09:03

compass private pflegeberatung GmbH

PM: Das Zusammenleben mit Demenzkranken - Tipps für pflegende Angehörige

PM: Das Zusammenleben mit Demenzkranken - Tipps für pflegende Angehörige
  • Bild-Infos
  • Download

Ein Dokument

Das Zusammenleben mit einem an Demenz erkrankten Menschen stellt pflegende Angehörige oft vor enorme Anstrengungen. Neben den praktischen Herausforderungen im Pflege- und Wohnalltag werden Partner und Familienangehörige durch die demenzspezifischen Krankheitssymptome oft auf eine schwere Geduldsprobe gestellt. Petra Schlengermann, Pflegeberaterin am Telefon bei compass private pflegeberatung in Köln, berät täglich Betroffene und Ratsuchende zum richtigen Umgang mit Demenzkranken.

Gerade der Verlust der Kommunikationsfähigkeit im fortgeschrittenen Stadium einer Demenzerkrankung erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und ein gutes Gespür, um die zu Pflegenden demenzgerecht zu versorgen. "Besonders wichtig ist natürlich erst einmal, Verständnis für die Situation des Erkrankten bei den Angehörigen zu schaffen", erklärt Petra Schlengermann. "Menschen mit Demenz sind, je nach Grad der Erkrankung, nicht in der Lage, das gesprochene Wort zu verstehen, einzuordnen oder zu behalten. Sie können oft auch nicht mehr zwischen Gegenwart und Vergangenheit unterscheiden oder ihre Lebensrealität als solche erkennen." Daher müssen sich pflegende Angehörige stets aufs Neue in die Situation ihrer zu pflegenden Angehörigen versetzen, die Erkrankung und ihre Folgen ernst nehmen und im Umgang mit Betroffenen ihre gewohnten Kommunikationswege anpassen. Das erfordere sowohl Geduld als auch eine hohe Frustrationstoleranz.

Lernen Sie Gelassenheit und strahlen Sie Ruhe aus!

Besonders mit dieser Erfahrung müssen viele pflegende Angehörige lernen umzugehen. Menschen mit Demenz verhalten sich krankheitsbedingt oft anders als gesunde Menschen es erwarten würden. Es gilt sich daher so früh wie möglich auf den Umgang mit unerwartbaren Reaktionen einzustellen und das eigene Verhalten an das Krankheitsbild des zu Pflegenden anzupassen. "Ein bis dato unbekanntes, aggressives Gebahren, Anschuldigungen und Vorwürfe sind oft Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit und Frustration des Demenzpatienten und sollten, auch wenn diese für Sie emotional verletzend sind, nicht persönlich genommen werden", rät Petra Schlengermann.

Pflegende Angehörige können durch ihr eigenes Verhalten positiven Einfluss auf den zu Pflegenden nehmen. Natürlich lässt sich daraus keine allgemeine Regel ableiten, denn der individuelle Gesundheitszustand ist von Patient zu Patient verschieden, dennoch gilt: strukturierte Abläufe, wenig Veränderung im zeitlichen und räumlichen Sinne und eine ruhige, empathische Stimme können im Umgang mit Erkrankten durchaus zu einem harmonischen Miteinander beitragen und einen beruhigenden und vertrauensvollen Rahmen für den zu Pflegenden schaffen. "Meine Kolleginnen und Kollegen und ich regen die Ratsuchenden stets dazu an, möglichst immer Ruhe auszustrahlen und nicht zu viele und komplizierte Fragen zu stellen", empfiehlt die erfahrene Pflegeberaterin. "Menschen mit Demenz fühlen sich schnell überfordert und verunsichert, was wiederum zu Gegenreaktionen führen kann."

Petra Schlengermann hat aber auch ganz einfache, praktische Tipps für das Zusammenleben mit Menschen mit Demenz. Für die häusliche Umgebung bieten sich im fortgeschrittenen Stadium einer Demenzerkrankung Veränderungen an, die das Zusammenleben sicherer und einfacher machen. Beispielsweise können das sein:

- Die oftmals vorhandene Abschaltautomatik für den Küchenherd überprüfen 
  und/oder nachträglich einbauen lassen
- Reinigungsmittel, Medikamente und andere gefährliche Flüssigkeiten und 
  Substanzen im Alltag sicher wegschließen
- Bewegungs- und Nachtlichter anbringen, um dringende Wege in der Häuslichkeit 
  für den Pflegebedürftigen auch in der Nacht zu erleichtern
- Namensschilder in Kleidung einnähen oder Visitenkarten mit Namen und 
  Mobilnotrufnummern (da nicht ortsgebunden!) von Angehörigen in Jackentaschen 
  oder Handtaschen stecken
- Nicht zu viele, aber wichtige Orientierungshilfen im Haushalt durch Anbringung
  von Bildern oder Piktogrammen schaffen
- Schränke die nicht zwingend geöffnet werden müssen mit einfachen 
  Kindersicherungen versehen 

Haben Sie Fragen zur Pflege von demenziell erkrankten Personen in Ihrem Umfeld? Unsere Kolleginnen und Kollegen in der telefonischen Pflegeberatung helfen Ihnen gerne unter der kostenfreien Servicenummer 0800 - 101 88 00 weiter. Außerdem können Sie sich auf www.pflegeberatung.de/demenz ausführlich zu allen angesprochenen Themen informieren.

Bild:

Bildunterschrift: Petra Schlengermann, Pflegeberaterin am Telefon bei compass private pflegeberatung in Köln, berät täglich Betroffene und Ratsuchende zum richtigen Umgang mit Demenzkranken.

Copyright: compass private pflegeberatung

Hintergrund:

Die compass private pflegeberatung berät Pflegebedürftige und deren Angehörige telefonisch und auf Wunsch auch zu Hause gemäß des gesetzlichen Anspruchs aller Versicherten auf kostenfreie und neutrale Pflegeberatung (§ 7a SGB XI). Die telefonische Beratung steht allen Versicherten offen, die aufsuchende Beratung ist privat Versicherten vorbehalten. compass ist als unabhängige Tochter des PKV-Verbandes mit rund 500 Pflegeberaterinnen und Pflegeberatern bundesweit tätig.

compass private pflegeberatung
Abteilung Politik und Kommunikation
Mareike Schiffels
Telefon: 0221 933 32-111
kommunikation@compass-pflegeberatung.de