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05.11.2019 – 07:31

Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V.

Pressemeldung: Jäger unzufrieden mit neuer Regelung für den "Problemwolf"

Pressemeldung: Jäger unzufrieden mit neuer Regelung für den "Problemwolf"
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Jäger unzufrieden mit neuer Regelung für den "Problemwolf"

Seit mehreren Monaten versucht eine sogenannte Expertengruppe den Wolfsrüden "GW924m" zu "entnehmen". Im Zuge der veröffentlichten Allgemeinverfügung des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) sollen Jägerinnen und Jäger bei der Erlegung des "Problemwolfes" helfen. Die im Vorfeld abgelaufene Verbändeanhörung hat kein Ergebnis gebracht. Forderungen des Landesjagdverbandes wurden nicht ausreichend berücksichtigt. Unzufriedenheit und Unsicherheit bei Nutztierhaltern und Jägern in den betroffenen Kreisen sind die Folge.

Vergangene Woche veröffentlichte das MELUND die neue Regelung für den Problemwolf. Demnach soll ausschließlich die sehr eingeschränkte Gruppe von Jagdausübungsberechtigten in den Kreisen Pinneberg, Segeberg und Steinburg bei der Erlegung des Wolfes "GW924m" helfen. Die Ausnahmeregelung greift jedoch zu kurz. "Ohnehin war die Einbindung des Verbandes und der Jägerschaft im Vorfeld nicht ausreichend", so Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein. Wesentliche Punkte werden in der kürzlich veröffentlichten Allgemeinverfügung nicht berücksichtigt.

Für den Präsidenten des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein ist eines klar: "Wenn wir helfen sollen, dann auch zu unseren Bedingungen!". Der Verband der Jägerinnen und Jäger fordert die Einbeziehung aller örtlichen Jagdscheininhaber, um die dringend notwendige Entlastung der Weidetierhalter vor Ort zu erreichen. Außerdem fordert die Landesjägerschaft die Zusicherung von Rechtssicherheit sowie die finanzielle Freistellung bei eventuellen Klage- bzw. Strafrechtsverfahren im Sinne eines umfassenden Rechtsschutzes. Zusätzlich ist absolute Anonymität für die Jägerinnen und Jäger unverzichtbar. "Wozu soll es gut sein, im Erfolgsfall den Ort und den Namen des Erlegers aktenkundig zu machen? Hauptsache ist doch, dass das Problem gelöst ist!", so Wolfgang Heins weiter.

"Unsicherheit und Unzufriedenheit sind keine hilfreichen Partner in Anbetracht der Aufgaben, die der Jägerschaft seitens der Behörden gestellt werden", ergänzt Wolfgang Heins. Die angestrebte Erlegung des Problemwolfes ist nur ein Zwischenschritt im Hinblick auf ein aktives Wolfsmanagement, wie es der Landesjagdverband seit fast einem Jahr fordert. Fragen nach der für Schleswig-Holstein akzeptablen Anzahl von Wölfen sowie nach der örtlichen Verträglichkeit, wie etwa beim Deichschutz, sind politisch zu klären. Ansonsten droht zukünftig ein vermehrter Akzeptanzverlust in Bezug auf das Überleben großer Beutegreifer in unserer Kulturlandschaft und insbesondere im ländlichen Raum.

"GW924m" hat in Vergangenheit mehrfach Nutztiere gerissen, die von entsprechenden Schutzzäunen umgeben waren. Mit der Erlegung des Wolfes soll verhindert werden, dass der Wolf sein Verhalten an seine Nachkommen weitergibt. Im Zuge der vom MELUND geplanten Allgemeinverfügung kam es zu einer Verbändeanhörung. Der Landesjagdverband hatte zu der geplanten Anhörung als betroffener Verband eine Stellungnahme eingereicht, die nicht ausreichend berücksichtigt wurde.

Dipl. Ing. Marcus Börner
Geschäftsführer
Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V.
Böhnhusener Weg 6
24220 Flintbek
 
Tel.: 04347-9087-0
Fax: 04347-908720
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