Alle Storys
Folgen
Keine Story von Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit mehr verpassen.

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Kurzfilm »Karya 1943 – Tödliche Zwangsarbeit im besetzten Griechenland«

Kurzfilm »Karya 1943 – Tödliche Zwangsarbeit im besetzten Griechenland«
  • Bild-Infos
  • Download

Ein Dokument

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit erinnern mit dem Kurzfilm »Karya 1943« an ein bisher kaum bekanntes Kapitel des Holocaust. Der Film beleuchtet die tödliche Zwangsarbeit jüdischer Männer in den Bergen Mittelgriechenlands an der Eisenbahnstrecke Athen – Saloniki 1943.

Vor 80 Jahren kapitulierte die Armee des Königreichs Griechenland vor der ins Land eingefallenen Wehrmacht. Es folgten Jahre der Ausplünderung, des Hungers und des Massenmordes unter deutscher Besatzung. Darunter fiel auch die nahezu völlige Vernichtung des jüdischen Lebens.

Nahe eines Dorfes in Karya sollte ein ebenes Ausweichgleis buchstäblich in den Felsen hineingeschlagen werden, um wartenden Zügen das Wiederanfahren zukünftig zu erleichtern. Die Arbeiten erfolgten unter großem Zeitdruck im Schichtbetrieb. Die etwa 300 jüdischen Häftlinge erhielten nur verschimmeltes Essen und kaum Wasser. Arbeitskleidung wurde nicht gestellt. Sadistische Vorarbeiter und Aufseher, Deutsche, Kroaten und Rumänen, prügelten auf sie ein.

Vor mehr als 15 Jahren erwarb der griechische Sammler Andreas Assael – selbst Sohn eines jüdischen Überlebenden – auf einem Münchner Flohmarkt ein Fotoalbum, das zahlreiche Aufnahmen der Zwangsarbeit in Karya zeigt. Es gelang ihm, Zeitzeugen zu finden und Einzelheiten des Einsatzes zu recherchieren. In Kooperation mit Andreas Assael arbeiten die Stiftung Denkmal und das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit nun an dem Konzept einer deutsch-griechischen Wanderausstellung, die 2023 in beiden Ländern eröffnet werden soll. Das Auswärtige Amt finanzierte 2020/2021 ein Pilotprojekt zur weiteren Erforschung des Verbrechens und zur Lokalisierung des Massengrabes in der Nähe der Baustelle.

Der Kurzfilm des Berliner Regisseurs Stefan Auch führt in dieses wichtige deutsch-griechische Versöhnungsprojekt ein.

Kontakt:

Dr. Ulrich Baumann, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Tel: +49 (0)30 26 39 43 – 27, ulrich.baumann@stiftung-denkmal.de

Dr. Kay Kufeke, Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Tel: +49 (0)30 63 90 28 813, kufeke@topographie.de

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Eine Abteilung der Stiftung Topographie des Terrors
Britzer Str. 5 | 12439 Berlin
Tel: +49 30 6390 288 18 | Fax: +49 30 3690288 29 grossmann@topographie.de |  ns-zwangsarbeit.de