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08.12.2020 – 13:48

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Neue Ausstellung: "In den Kellern Berlins. Unterirdische Rüstungsproduktion der Firma Telefunken in den Kriegsjahren 1944/45" im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Neue Ausstellung: "In den Kellern Berlins. Unterirdische Rüstungsproduktion der Firma Telefunken in den Kriegsjahren 1944/45" im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
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Ein weitgehend unbekanntes Kapitel Berliner Stadtgeschichte ist die Untertageverlagerung von Rüstungsproduktion zum Ende des Krieges 1944 / 1945. Die Ausstellung "In den Kellern" widmet sich nun diesem Thema am Beispiel der Firma Telefunken, die das größte deutsche Röhrenwerk in der Sickingenstraße in Moabit betrieb.

Ab 1944 wurden Teile der Röhrenproduktion aus der Moabiter Sickingenstraße in drei große Brauereikeller in Kreuzberg und Prenzlauer Berg, sowie in einen U-Bahntunnel am Reichstag verlagert. Mit dem Frauennamen Lore sollte die unterirdischen Anlagen getarnt werden:

  • Lore 1 - heutige Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg
  • Lore 2 - Bockbrauerei, Fidicinstraße 3, Kreuzberg
  • Lore 3 - Königstadt-Brauerei, Saarbrücker Straße 24, Prenzlauer Berg
  • Lore 4 - U-Bahntunnel, Reichstag, Mitte

Die Ausstellung begibt sich auf eine Spurensuche zu diesen vier historischen Orten. Thematisiert werden die Umbauten von Brauereikellern zu Rüstungsfabriken, die Rolle von Zwangsarbeit oder der Konflikt um die Frage, ob die Keller für den Schutz der Zivilbevölkerung oder die Rüstungsproduktion genutzt werden sollen.

Ohne das Hightech-Produkt Elektronenröhren konnten keine Funk- und Radaranlagen, Störsender oder Funksteuerungen für Raketen betrieben werden.

Die Ausstellung ist ab Wiederöffnung der Berliner Museen bis Ende Juni 2020, Dienstags bis Sonntags 10-18 Uhr bei freiem Eintritt zu besuchen.

Nach der Präsentation im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit geht die Ausstellung Ende April auf Wanderschaft. Geplant ist, vorbehaltlich aktueller Entwicklung in der Corona-Pandemie, sie auch an den historischen Orten, in den genannten Berliner Brauereien zu zeigen.

Gefördert mit Mitteln aus dem Projektfonds Zeitgeschichte und Erinnerungskultur der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Kuratoren:

Thomas Irmer

Politologe, Historiker und Kurator

Thomas Irmer forscht zur Geschichte des Unternehmens AEG/Telefunken und der Elektroindustrie in der NS-Zeit. In weiteren Forschungen und Veröffentlichungen befasst er sich mit dem Thema NS-Zwangsarbeit und der Geschichte totaler Institutionen (System der Konzentrationslager, Arbeitshaus).

Kontakt Thomas Irmer 0151/64507809

Dr. Bernhard Kohlenbach

Kunsthistoriker, Historiker und Denkmalpfleger

Zwischen 1993 und 2019 war Bernhard Kohlenbach Mitarbeiter im Landesdenkmalamt Berlin, unter anderem zuständig für die Berliner Denkmaltopographien und die Erfassung von Denkmalen der NS-Zeit und der Nachkriegszeit. Er publiziert überwiegend zur Denkmalpflege und zur Geschichte Berlins.

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Eine Abteilung der Stiftung Topographie des Terrors
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