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03.09.2019 – 07:04

Nordrheinwestfälischer Lehrerverband

Pressemitteilung
NRWL: Mehrgliedriges Schulsystem bleibt unverzichtbar

"Die Menschen wollen keine Einheitsschule"

Nordrhein-Westfälischer Lehrerverband: Mehrgliedriges Schulsystem bleibt unverzichtbar / Eltern verteidigen zu Recht ihre Wahlfreiheit / Politik muss endlich handeln

Die große Mehrheit der Deutschen spricht sich für ein mehrgliedriges Schulsystem aus. Die Einheitsschule findet laut der aktuellen Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach keine Zustimmung. Demnach befürworten 65 Prozent der Menschen das mehrgliedrige Schulsystem, unter den Befragten mit Kindern im schulpflichtigen Alter sind es sogar 73 Prozent.

"Dieses klare Stimmungsbild der Bevölkerung muss die Politik endlich ernst nehmen. Die Menschen wollen für ihre Kinder nach der Grundschule keine Gemeinschaftsschule, in der alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem Leistungsniveau gemeinsam unterrichtet werden", sagt Andreas Bartsch, Präsident des Nordrhein-Westfälischen Lehrerverbands (NRWL). Die Umfrage unterstreiche die Haltung des NRWL, der sich für ein mehrgliedriges Schulsystem einsetzt.

Der Umfrage zufolge zieht sich die Ablehnung der Gemeinschaftsschule durch nahezu alle sozialen Schichten. Alle Altersgruppen, Frauen wie Männer, West- und Ostdeutsche, Menschen mit unterschiedlicher Schulbildung und verschiedenen Einkommen sprachen sich mit großen Mehrheiten zugunsten des gegliederten Schulsystems aus.

"Wir lehnen die Gleichmacherei von Bürgern klar ab. Das vielgliedrige Schulsystem wird den unterschiedlichen Begabungen am meisten gerecht. Die Umfrage zeigt ja, dass auch die Eltern erkannt haben, dass das Fördern in einem begabungsgemäßen System am besten funktioniert. Die Eltern verteidigen zu Recht ihre Wahlfreiheit", betont Andreas Bartsch. Der NRWL erwartet von der Politik jetzt Konsequenzen mit Blick auf die zukünftige Schulstruktur: "Die Politik muss das gegliederte Schulsystem jetzt stärken. Um Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern, brauchen wir die frühzeitige leistungs- und begabungsgerechte Orientierung nach Schulformen", fordert Bartsch.

Gegenüber einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2013 ist der Anteil von Befürwortern des mehrgliedrigen Schulsystems in der Bevölkerung von 52 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2019 angestiegen. Unter den Eltern mit Kindern im schulpflichtigen Alter stieg die Zustimmung sogar von 65 auf 73 Prozent. Der Kommunikationswissenschaftler Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach hatte die Ergebnisse in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21. August 2019 veröffentlicht.

Ansprechpartner für die Presse:

Nordrhein-Westfälischer Lehrerverband (NRWL)

Graf-Adolf-Str. 84

40210 Düsseldorf

http://www.nrwl.de

Uta Brockmann

Telefon: 0211-17744120

Fax: 0211-161973

E-Mail: uta.brockmann@nrwl.de

Andreas Bartsch, Präsident NRWL

Mobil: 0174-3325413

Nordrhein-Westfälischer Lehrerverband (NRWL):
Im NRWL haben sich die drei weiterhin eigenständigen Organisationen
Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen (PhV NW), Verband der Lehrerinnen und
Lehrer an Wirtschaftsschulen in NRW (vLw NRW) und Verband der Lehrerinnen und
Lehrer an Berufskollegs in NRW (vlbs) zusammengeschlossen. Die Verbände
vertreten zusammen 30.000 Mitglieder an Gymnasien, Wirtschaftsschulen und
Berufskollegs in NRW, der NRWL ist damit die mitgliederstärkste Organisation im
Schulbereich in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt sind hier an den Schulformen
Gymnasien, Wirtschaftsschulen und Berufskollegs rund 75.000 Lehrerinnen und
Lehrer beschäftigt. Der NRWL setzt sich für attraktive Rahmen- und
Arbeitsbedingungen und gemeinsame berufspolitische Ziele ein, um eine qualitativ
hochwertige Bildung und Erziehung mit konkreten Berufs- und Studienperspektiven
für junge Menschen zu ermöglichen. Der NRWL hat seinen Sitz in Düsseldorf.