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18.08.2020 – 08:31

International Rescue Committee (IRC) Deutschland

Neue IRC-Umfrage: Hunger- und Wirtschaftskrise in Jemen durch COVID-19 dramatisch verschlimmert

Hunger- und Wirtschaftskrise in Jemen durch COVID-19 verschärft - IRC fordert Ende des Krieges

Eine aktuelle IRC-Umfrage, zeigt, dass Menschen in Jemen mehr Angst vor Hunger als einer Ansteckung mit dem Coronavirus haben.

  • Das Einkommen der Befragten ist seit Beginn der Pandemie um ein Drittel gesunken.
  • Mehr als zwei Drittel berichten von Preissteigerungen, vor allem für Lebensmittel. Die meisten von ihnen können ihren Grundbedarf nicht mehr decken.
  • Über die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sich derzeit am meisten über die gestiegenen Lebensmittelpreise sorgt.

Die Coronavirus-Pandemie verschärft die Hunger- und Wirtschaftskrise in Jemen. Aufgrund enormer Preissteigerung leiden immer mehr Menschen unter Hunger. Im Norden des Landes hat sich die Menge der verfügbaren Nahrungsmittel seit April halbiert. Bei ausbleibender finanzieller Unterstützung haben mehr als fünf Millionen Menschen im Land ab November keinen Zugang zu ausreichend Nahrung.

Anlässlich der UN-Sicherheitsratssitzung zu Jemen am heutigen Dienstag ruft IRC die Mitglieder auf, einen sofortigen landesweiten Waffenstillstand einzufordern. Die am Konflikt beteiligten Akteure müssen sich an den Verhandlungstisch setzen, die Mittel für humanitärer Hilfe aufstocken und sicherstellen, dass jegliche Unterstützung ausnahmslos landesweit den schutzbedürftigsten Menschen zukommen kann.

Tamuna Sabadzde, IRC-Landesdirektorin für Jemen, erklärt:

Der Alptraum der jemenitischen Bevölkerung wird von Tag zu Tag schlimmer. Die nächsten drei Monate sind kritisch für das Überleben von Millionen von Menschen. Noch können wir Leben retten, wenn die Gewalt abnimmt und die Spenden und weitere Unterstützung in Jemen bei den Menschen ankommen kann. Aber wir müssen jetzt handeln. Es gibt keinen dringenderen Grund als diesen: Die Internationale Gemeinschaft muss etwas tun.

Jemen erlebt eine dreifache Krise. Corona-Tests werden nicht durchgeführt, die Finanzierung humanitärer Hilfe wurde stark reduziert, die Gewalt und Luftangriffe im Land dauern weiterhin an. Unsere jüngste Umfrage zeigt, welch katastrophalen Einfluss die Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft des Landes und damit das Leben der zurzeit schutzbedürftigsten Menschen der Welt hat: Ihre größte Sorge ist nicht etwa eine Ansteckung mit COVID-19, sondern Hunger und der Verlust ihres Zuhauses. Das zeigt, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie schlimmer sein können als die Krankheit selbst.

Um ihre Familien zu versorgen, nehmen die Menschen Kredite auf, die sie nie zurückzahlen können. Sie essen weniger, verkaufen ihr Hab und Gut und müssen teilweise sogar ihre Kinder zum Betteln oder Arbeiten schicken. Wenn dieser Krieg nicht sofort aufhört, leiden die Menschen in Jemen weiter. Dieser Krieg ist ein Schandfleck für die internationale Gemeinschaft. Er muss beendet werden, um eine weitere Katastrophe zu verhindern. Die Menschen in Jemen wollen Frieden. Sie wollen ihre Kinder zur Schule schicken, damit diese ein besseres Leben haben - ohne Krieg, Gewalt und Krankheit.

Es liegt in der Hand des UN-Sicherheitsrats, diesen Krieg zu beenden. Vor allem die USA, Großbritannien und Frankreich müssen helfen, das unvorstellbare Leid zu stoppen und die militärische und geheimdienstliche Unterstützung für die Akteure in diesem unmoralischen Konflikt endlich beenden.

Über IRC

International Rescue Committee (IRC) ist eine internationale Hilfsorganisation, die 1933 auf Anregung von Albert Einstein gegründet wurde. Seitdem unterstützt IRC Menschen, die vor politischen Krisen, Krieg, Verfolgung oder Naturkatastrophen fliehen müssen.

IRC engagiert sich seit 2012 in Jemen. Die andauernde Gewalt, die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sowie der beschränkte Zugang zu See- und Flughäfen erschweren den Einsatz erheblich. Trotzdem ist es IRC möglich, nach wie vor die besonders schutzbedürftigen Menschen in Jemen zu erreichen und ihnen lebensrettende medizinische Versorgung, wirtschaftliche Unterstützung, Programme zu Schutz und Teilhabe für Frauen und Mädchen sowie Aus- und Weiterbildung zur Verfügung zu stellen.

In Deutschland ist IRC seit 2016 präsent. Mehr als 90 Mitarbeiter*innen engagieren sich hier inzwischen mit Unterstützung deutscher und europäischer Geber in Projekten für von Krisen betroffene Menschen weltweit. In Deutschland selbst führt IRC in allen Bundesländern Programme zur Integration schutzsuchender Menschen in den Bereichen Bildung, wirtschaftliche Integration sowie Schutz und Teilhabe durch.

Meike Giordono-Scholz

Leitung Kommunikation Deutschland | Communications Lead Germany

International Rescue Committee (IRC) Deutschland

Wallstraße 15 A | 10179 Berlin | Niederlassung Bonn: Friedrichstr. 57 I 53111 Bonn

M +49 (0)176 3457 1264 | E-Mail: Meike.Giordono-Scholz@Rescue.org

IRCDeutschland.de | Facebook.com/RESCUE.de I Wir suchen Verstärkung!

International Rescue Committee Deutschland (gGmbH), Wallstraße 15A, 10179 Berlin

Geschäftsführer: Ralph Achenbach, Hans van de Weerd. Aufsichtsrat: Kathrin Wieland (Vorsitz), Anna Sophie Herken, Thomas Matussek
Handelsregister: Amtsgericht Berlin-Charlottenburg. Eintragungsnummer: 181447 B I Steuernummer: 27/614/04217

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