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01.11.2018 – 08:39

Anwaltskanzlei Gründig

Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG: Was können Anleger tun?

Venture Capital Gesellschaften sind Unternehmen, die für gewöhnlich in Startups investieren. Auch der V Plus Fonds sollte als Beteiligungsgesellschaft in aussichtsreiche Firmen investieren, indem das benötigte Privatkapital gegen Firmenanteile getauscht wurde. Im letzten Schritt sollten hohe Renditen für die Anleger durch die Veräußerung der vom V+ Fonds erworbenen Beteiligungen erzielt werden. Eine riskante Anlageform, die vergleichsweise hohe Ausfallraten aufweist. Stattdessen wurde bei Verkaufsgesprächen häufig dazu angeregt, bestehende Verträge der Altersvorsorge oder andere Anlagen zu kündigen und mit dem Guthaben eine Beteiligung an der Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG zu zeichnen. Tatsächlich ist in diesem Fall bereits der Totalverlust eingetreten. So werden Gesellschafter, die sich eine Beteiligung mittels Ratenzahlung gezeichnet haben, von Rechtsanwalt Dr. Pforr mit Klage bedroht, sollten sie die Differenz zwischen dem eingezahlten und gezeichneten Kapital nicht binnen kürzester Zeit begleichen.

Handlungsoptionen für die Gesellschafter der Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG

An erster Stelle sollten die Gesellschafter des V+ Fonds dem Treuhänder umgehend das Recht zur Vertretung in allen weiteren Gesellschafterversammlungen der Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG zu entziehen. Infolgedessen sollte dieses Recht persönlich oder durch selbst benannte Bevollmächtigte wahrgenommen werden. Weitergehend ist es empfehlenswert, die Einberufung einer Präsenz-Gesellschafterversammlung zu fordern. Dabei sollte über das Für und Wider nach Offenlegung der einzelnen wirtschaftlichen Szenarien durch die Geschäftsleitung ein Gesellschafterbeschluss zum sofortigen Abschluss der Liquidation in kürzester Frist ohne vollständige Einziehung offener Einlagen von den Gesellschaftern herbeigeführt werden. Ein übriges Bankguthaben könnte an die an Einmalzahler - im Verhältnis zu ihren Einlagen - ausgezahlt werden. Zwar würden die Ratenzahler nichts vom verbleibenden Restkapital erhalten, dafür müssten sie ihre restliche Einlage nicht mehr in Gänze, sondern nur im benötigen Umfang von weniger als 30 Prozent einzahlen.

Weitergehend sollte auch die sofortige Beendigung des Vertrags mit der Verwahrstelle beendet oder die vereinbarte monatliche Vergütung von rund 10.000,00 EUR drastisch gesenkt werden, da die letzten Beteiligungen an den Zielgesellschaften inzwischen veräußert sein sollten.

Im Hinblick auf den aktuellen Kontext ist es nicht ratsam, eine Zahlung ohne rechtliche Prüfung des Einzelfalls an die Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG zu leisten. Es ist fraglich, ob das restliche gezeichnete Kapital - auf Grundlage der gegebenen wirtschaftlichen Situation - von den Ratenzahlern unverzüglich eingefordert werden kann. Sofern eine fristlose Kündigung noch vor dem Liquidationsbeschluss ausgesprochen wurde, ist es im Einzelfall möglich, dass einige Gesellschafter des V+ Fonds keine Zahlungen mehr tätigen müssen.

Angesichts der eventuellen Falschberatung in Verknüpfung mit der Zeichnung kann nach unserer Erfahrung von der Vertriebsgesellschaft Venture Plus Vertriebs GmbH, den Gründungsgesellschaftern aber auch von eigenständigen Beratern sowohl Schadenersatz als auch Freistellung von den restlichen Zahlungsansprüchen der Fondsgesellschaft verlangt werden. Nicht zuletzt haften auch Hintermänner für den eingetretenen Schaden. Dementsprechend ist eine individuelle Prüfung jedes Einzelfalls erforderlich, um die Durchsetzbarkeit der Schadenersatzansprüche zu konkretisieren.

Es ist ebenso fraglich, ob die Gesellschafter darauffolgend zahlungsunfähig sind. Aus Erfahrung bei anderen Fonds muss auch davon ausgegangen werden, dass einige ratenzahlende Gesellschafter schon aus finanzieller Sicht nicht im Stande sind, eine Einmalzahlung zu leisten. Nach Auffassung der Anwaltskanzlei Gründig muss über den Umfang der zur Liquidation nötigen Mittel eine neue Entscheidung durch eine Präsenz-Gesellschafterversammlung getroffen werden, da der jetzige Liquidationsplan die Besonderheiten und wirtschaftlichen Konsequenzen nicht genügend berücksichtigt.

Betreffend der derzeitigen Kosten der Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG ist es möglich, dass sie innerhalb der kommenden zwei Jahre nicht mehr durch die Ratenzahlungen gedeckt werden können. Derzeit werden monatlich rund 24.000,00 EUR für laufende Rechtskosten, die Vergütung des Treuhänders, der Verwahrstelle sowie die Buchhaltung benötigt. Dahingehend könnte zukünftig die Insolvenz eintreten. Auch wenn keine Insolvenz eintritt, besteht im Falle einer langwierigen Liquidation das Risiko, dass der gesellschaftsrechtliche Innenausgleich als alleiniger Grund für den fehlenden Liquidationsabschluss, trotzdem zu keinen Zahlungen an die Gesellschafter führt. Stattdessen könnten eben diese Zahlungen allein für Kosten auch bei den Pforr Rechtsanwälten verbraucht werden. Obwohl diese nur im Erfolgsfall vergütet werden, jedoch verkürzt auch der Erfolgsanteil der Vergütung die Einnahmen der Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG von den zahlenden Gesellschaftern. Alles eingerechnet würden die Gesellschafter das finanzielle Nachsehen haben, während einzig die mit der Vertretung und Verwaltung eingebundenen Beteiligten Zahlungen erhalten. So gesehen würde der eigentliche Zweck des gesellschaftsrechtlichen Innenausgleichs durchkreuzt werden. Eine Abwicklung mit einer bedeutend kleineren Restzahlung der Ratenzahler als auch die Durchführung eines unverzüglichen Innenausgleichs wäre nur dann möglich, wenn die hohen monatlichen Ausgaben ohne Zeitverzug reduziert werden und ein adäquater Liquidationsplan realisiert und festgelegt würde. Eine Sachlage, die von einer größtenteils mehrheitlichen Willensbildung und Zahlungswillig- und Fähigkeit der Gesellschafter der Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG abhängig wäre, die auf einer Präsenz-Gesellschafterversammlung untersucht und in Gang gesetzt werden sollte.

Ursachen für das wirtschaftliche Scheitern

Am 31. Januar 2017 hat die Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG die Liquidation durch Ausübung des Stimmrechtes des Treuhänders ohne Beteiligung und Vorabinformation an die Gesellschafter beschlossen. Grund dafür war die Nichterteilung der Genehmigung zum weiteren Vertrieb der Fondsbeteiligungen durch das Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen. Viele der ratenzahlenden Gesellschafter haben mit Beginn der Liquidation ihre Zahlungen eingestellt oder die Beteiligung gekündigt. Auf der einen Seite soll durch die Liquidation dem Innenausgleich unter den den Gesellschaften der Weg freigemacht werden, wie die Fondsgesellschaft in ihrem Aufforderungsschreiben zur Einzahlung der verbliebenen Einlagen anführen lässt. Auf der anderen Seite sollen Ansprüche auf Auseinandersetzung und Zahlung einzelner Gesellschafter durch die Liquidation rechtlich unterbunden werden.

Vom bis zur Beendigung der Vermarktung gezeichneten Kapital in Höhe von 21.768.903,04 EUR waren 10.616.652,99 EUR eingezahlt, wovon nur 2.805.082,72 EUR investiert wurden. Die daraus resultierende Differenz von 7.811.570,27 EUR wurde für Management- und weitere Vertriebskosten durch die Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG, unter Abzug eines Bankguthabens von 935.210,29 EUR zum Ende 2015, verbraucht. Abschließend wurden die fünf gekauften Beteiligung lediglich mit einem Gesamtbetrag von 250.000,00 EUR bewertet. Davon fielen 150.000,00 EUR auf die FIAGON AG und 100.000,00 EUR auf die Axiogenesis AG, während die restlichen Beteiligungen bereits keinen Wert mehr hatten.

Die Nichterteilung der Genehmigung durch das BaFin ist nicht der einzige Grund für den Misserfolg der Fondsgesellschaft. Nach Erfahrung der Anwaltskanzlei Gründig aus den anderen V+ Fonds spielt auch das dahinterstehende wirtschaftliche Konzept bei diesem Fehlschlag eine entscheidende Rolle. Denn es wurde jenes der- ebenso fehlgeschlagenen - Venture Capital - Fonds, V + GmbH & Co. 1 bis 3 KG, kopiert. Statt die anfänglichen Einmalzahlungen der Anleger in Zielgesellschaften zu investieren, wurden sie - den vorliegenden Zahlen zufolge - von den Fondsinitiatoren über Vertriebs- und Managementgesellschaften für Vergütungen entnommen. Erschwerend hinzu kommt ein Verlust von knapp 90 Prozent, welcher auf die unvorteilhaft ausgewählten Zielgesellschaften zurückzuführen ist. Aus wirtschaftlicher Sicht und mit Bezug auf das hohe Ausfallrisiko ist es nicht evident, wie die hohen Entnahmen für Vertriebs- und Managementkosten innerhalb der angedachten Dauer der Fondsgesellschaft hätten erwirtschaftet werden sollen. Daran ändert auch die Erwähnung der Vertriebs- und Managementkosten im Prospekt nichts

Worüber entgegen breit gefächerter Risiko-Belehrungen im Prospekt nicht aufgeklärt worden ist: Die tatsächliche Ursache des Misserfolgs liegt in der wirtschaftlichen Struktur der Fondsgesellschaft mit Entnahme der hohen Vertriebs- und Managementkosten. Nach der bestehenden Erfahrung mit den sonstigen V+ Fonds hätte explizit auf das wahrscheinliche Scheitern des wirtschaftlichen Konzepts hingewiesen werden müssen. Dementsprechend eröffnet sich die Frage, welcher Anleger bei einer solchen Klarstellung eine Beteiligung an der Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG gezeichnet hätte. Ferner hätten ohne die wirtschaftliche Ursache ausreichend verwertbare Investitionen für die Liquidation vorhanden sein müssen. Auf diese Weise wäre der Innenausgleich zwischen den Gesellschaftern des V+ Fonds gänzlich ohne Inanspruchnahme der Ratenzahler möglich gewesen.

Weitere Informationen unter: https://www.rae-gruendig.de/venture-plus-gmbh-co-fonds-4-kg-i-l/283-venture-plus-gmbh-co-fonds-4-kg.html

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