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10.08.2018 – 10:34

Spencerhill Event GmbH

Terence Hill und Lommatzsch - Das SpencerHill Festival informiert

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Was verbindet einen "Bärenstarken Typen" wie Terence Hill mit der Lommatzscher Stadtge­schichte?

Das Kapitel der über 700jährigen Stadtge­schichte von Lommatzsch beginnt im 19. Jahrhun­dert. Damals war Lommatzsch eine kleine Acker­bürgerstadt mit kaum mehr als 1.000 Einwohnern inmitten der fruchtbarsten Lößboden, in der ertragreichsten Landwirtschafts­region Sachsens. Seit der ersten urkundlichen Erwähnung als Stadt 1286 arbeiteten die Lommatzscher zumeist als Handwerker und Gewerbetreibende. Häufig besaßen sie zusätzlich eine kleine Feldwirtschaft und hielten etwas Vieh.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Riesa über Lommatzsch nach Nossen und dem Anschluss nach Freiberg hofften Bürgermeister und Stadträte ab 1875 auf die Teilhabe am wirtschaftlichen Aufschwung in Sachsen.

1897 begann dann die ersehnte industrielle Entwick­lung der Kleinstadt. Carl Menzel - der Ururgroßvater von Terence Hill - gründete eine Glasfabrik. Carl Menzel, 1844 in Witzen (Kreis Sorau, in der Lausitz) geboren, galt als weitgereister Glasmacher und Hütten­meister. Das neue Lommatzscher Glaswerk produzierte sogenanntes Trocken­plattenglas, welches für die Herstellung von Röntgenplatten sowie für mikroskopische und physikalische Zwecke gebraucht wurde. Im Jahr 1905 sollen im Werk bereits 300 Arbeiter tätig gewesen sein. Um die Wohnverhältnisse der Familien seiner Mitarbeiter zu verbessern, lies Carl Menzel die sogenannten "Glashäuser" als Familienwohnhäuser entlang der Döbelner Straße mit den Haus­nummern 40-54 bauen.

Nach dem Tode von Hills Ururgroß­vater 1923 übernahm dessen Sohn Richard Menzel mit seinen Schwie­gersöhnen Karl Günter und Paul Thieme (verheiratet mit Carl Menzels Enkelin Emma) den Hüttenbetrieb. 1929 musste das so genannte "Carlswerk" jedoch in Folge der Wirtschaftskrise den Betrieb einstellen. Richard Menzel setzte die Herstellung von Objektivgläsern in kleinerem Umfang fort. Schon 1926 hatten sich jedoch zwei ehemalige Mitarbeiter des Carlswerkes - Bruno Lehmann und Paul Balzer - mit der Herstellung von Spiegelglas selbständig gemacht. Die Lehmann & Balzer entwickelte sich in der DDR als Volkseigener Betrieb (VEB) Glastechnik" seit 1984 zum Alleinhersteller von Spiegelgläsern aller Fahrzeugtypen und Straßenverkehrsspiegeln.

1992 kaufte Günter Weidemann die Firma und gliederte sie in seine Unternehmensgruppe Schollglas aus Barsinghausen ein. Schollglas führt damit die von Hills Ururgroßvater begründete Tradition der Glasherstellung und Glasvere­delung in Lommatzsch fort. Die Mutter von Terence Hill war Hilde Thieme, die Tochter von Paul Thieme und Emma Menzel. Sie heiratete 1935 den Pharmazeuten Dr. Girolamo Girotti. Aus dieser Ehe gingen die drei Söhne Mario, Piero und Odoardo Girotti hervor. Die Familien lebte in Italien. Während des Zweiten Weltkrieges lebte die Familie 1943-1945 in Lommatzsch und bewohnte eine Wohnung im ersten Obergeschoss auf der Döbel­ner Straße 40. Erst 50 Jahre später , am 12. März 1995 sah Mario Girotti - nun als berühmter Schauspieler mit dem Künstlernamen Terence Hill - die Heimat seiner Familie mütterlicherseits wieder.

Ganz Lommatzsch und tausende Gäste waren zu diesem Besuch auf den Marktplatz gekommen und erlebten unvergessliche Stunden. Die Stadt Lommatzsch ernannte Mario Girotti - wie zuvor schon seinen Ururgroßvater Carl Menzel - zu Ehrenbürgern der Stadt.

Mit dem nun erstmals 2018 in Lommatzsch ausgetragenem Spen­cerHill-Festival wollen wir, ein neues Kapitel der Stadtgeschichte zur Verbindung von Terence Hill beginnen. Vielleicht klappt es einmal und wir können unsere Ehrenbürger eines Tages wieder in Lommatzsch begrüßen. Doch bis es soweit ist, freuen wir uns über die vielen Fans von Terence Hill und Bud Spencer zum Spencer-Hill Festival.

Wir begrüßen Sie herzlich und laden Sie ein, die Heimat von Mario Girottis Familie mütterlicherseits kennen zu lernen.

Herzlich

Dr. Anita Maaß - Bürgermeisterin