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26.11.2019 – 12:37

DKFZ Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft

Krebspatienten: Wer zahlt für Zahnersatz?

Krebspatienten: Wer zahlt für Zahnersatz?
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Bei Kresbpatienten werden die Kosten für Zahnersatz von den Krankenkassen meist nicht vollständig übernommen. Auch dann nicht, wenn es sich bei den Schäden um direkte Folgen der Therapie handelt. Wie genau ist die Rechtslage und welche Möglichkeiten gibt es, den Eigenanteil möglichst gering zu halten?

Deutsches Krebsforschungszentrum

in der Helmholtz-Gemeinschaft

26. November 2019 (jg)

Krebspatienten: Wer zahlt für Zahnersatz?

Strahlen- und Chemotherapie können sich negativ auf Mund und Zähne auswirken: Karies und Zahnfleischerkrankungen bis hin zu Kiefernekrosen können die Folge sein. Doch was viele Krebspatienten überrascht: Auch dann, wenn es sich bei den Schäden um direkte Folgen der Therapie handelt - die daraus resultierenden Kosten für Zahnersatz werden von den Krankenkassen meist nicht vollständig übernommen. Je nach zahnmedizinischer Diagnose wird nur ein Zuschuss in festgelegter Höhe gezahlt. Den Rest muss der Patient als Eigenanteil selber tragen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums klärt auf: Wie ist die Rechtslage und welche Möglichkeiten gibt es, den Eigenanteil möglichst gering zu halten?

Fakt ist: Beim Zahnersatz gelten für Krebsbetroffene dieselben Regeln wie für alle anderen Versicherten. Auch dann, wenn Zähne durch die Krebsbehandlung geschädigt wurden oder sogar vor Beginn der Therapie gezogen werden mussten. Warum ist das so? Der Zahnersatz - anders als zum Beispiel ein Arztbesuch - ist keine Sachleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Carmen Flecks, Juristin beim Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: "Es reicht also nicht, beim Zahnarzt einfach das Versichertenkärtchen zu zücken. Das Procedere ist aufwändiger und für alle Patienten identisch, völlig unabhängig davon, ob eine Krebserkrankung vorliegt oder nicht." So erhält der Patient vor Beginn der zahnmedizinischen Behandlung von seinem Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan, in dem die Kosten für den Zahnersatz gelistet sind. Dieser "Kostenvoranschlag" ist bei der Krankenkasse einzureichen und stellt die Basis für die Berechnung des Zuschusses für die Behandlung dar. Grundsätzlich beträgt der Zuschuss der Krankenkasse 50 Prozent der Kosten für die sogenannte Regelversorgung. Sie ist definiert als die gesetzlich festgelegte zahnmedizinisch notwendige Versorgung. Die anderen 50 Prozent der Kosten müssen die Versicherten selbst tragen. Übrigens: Für Implantate, also künstliche Zahnwurzeln, gibt es andere Regelungen. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen für Krebspatienten nur bei streng geregelten Ausnahmefällen übernommen.

Bonusheft und Härtefälle

Der Zuschuss der Krankenkasse kann um 20 Prozent steigen, wenn die Versicherten in den letzten fünf Jahren regelmäßig zur Kontrolle beim Zahnarzt waren und dies mit ihrem Bonusheft nachweisen können. Sind zehn Jahre dokumentiert, steigt der Zuschuss sogar um 30 Prozent. Das Bonusheft ist beim Zahnarzt erhältlich. Je nach Höhe der Behandlungskosten kann der zu zahlende Eigenanteil für Patienten eine unzumutbare Belastung darstellen. Menschen mit geringem Einkommen haben dann die Möglichkeit, bei ihren Krankenkassen die Feststellung eines Härtefalls zu beantragen. Dabei müssen neben den Einnahmen auch die Ausgaben des Patienten offengelegt werden. Wird der Härtefall genehmigt, kann sich der Zuschuss der Krankenkassen auf bis zu 100% der Regelversorgung erhöhen. Auch hier gilt: Eine gesonderte Regelung für Krebspatienten gibt es nicht.

Wer kann unabhängig beraten?

- Kliniksozialdienste und Krebsberatungsstellen informieren und unterstützen 
  beim Ausfüllen der Antragsformulare. Eine bundesweite Suche nach Postleitzahl 
  und/oder Wohnort bietet der Krebsinformationsdienst unter dem Link https://www
  .krebsinformationsdienst.de/service/adressen/krebsberatungsstellen.php 
- Die Patientenberatungsstellen der (Landes-)Zahnärztekammern und der 
  Kassenzahnärztlichen Vereinigungen bieten eine kostenlose und fachlich 
  unabhängige Beratung zu allen Fragen der Zahnbehandlung durch zahnmedizinische
  Experten an. Das Angebot richtet sich an gesetzlich und privat versicherte 
  Patientinnen und Patienten: 
  https://www.patientenberatung-der-zahnaerzte.de/patienten-im-mittelpunkt/.
- Alle Zahnärztekammern haben Patientenberatungsstellen, ergänzt um 
  Beratungsangebote wie denen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen oder der 
  Verbraucherzentralen. Die Bundeszahnärztekammer stellt auf ihren Seiten eine 
  Suchfunktion zur Verfügung. Darüber können Interessierte sich eine Auswahl der
  Beratungsstellen des jeweiligen Landes anzeigen lassen: 
  https://www.bzaek.de/nc/fuer-patienten/patientenberatungsstellen.html 
- Die Unabhängige Patientenberatung https://www.patientenberatung.de prüft Heil-
  und Kostenpläne und berät zur Möglichkeit von Krankenkassenzuschüssen. 
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische 
Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und 
Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen 
Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass 
Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren 
präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden 
können.
Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte 
Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.
Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das 
Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und 
Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen 
Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen 
Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an 
sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter 
Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den
NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende 
Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen 
von Krebspatienten zu verbessern.
Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und 
zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der 
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Sibylle Kohlstädt
Pressesprecherin
Kommunikation und Marketing
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de
E-Mail: presse@dkfz.de
www.dkfz.de

 

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