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26.11.2018 – 13:31

Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Projekt im Slum von Buenos Aires von Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. ausgezeichnet

Projekt im Slum von Buenos Aires von Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. ausgezeichnet
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Mit dem diesjährigen Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungsarbeit wurde am 22. November das Projekt "Verbesserung der medizinischen Ausbildung und der Patientenversorgung bei nicht-übertragbaren Krankheiten: Zehn Jahre gesicherter Zugang zu Diagnose und Therapie der Hypertonie, Diabetes, Hypercholesterinämie und/oder Adipositas für Slum-Bewohner von Buenos Aires" der Projektleiterin Dr. Carina Vetye-Maler von Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. (AoG) ausgezeichnet.

Den mit 100.000 Euro dotierten Preis nahm die deutsche-argentinische Apothekerin für ihre langfristige Arbeit mit Patienten im Slum von Buenos Aires persönlich von Dr. Dieter Schenk, Vorsitzender des Stiftungsrates der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS), im Beisein des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller entgegen.

"Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung zeichnet mit diesem Preis die kontinuierliche Arbeit des Vereins mit Patienten aus, die an nicht-übertragbaren Krankheiten wie z. B. Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas und Fettstoffwechselstörungen leiden", erklärt Dr. Judith von Heusinger, medizinisch-humanitäre Entwicklungszusammenarbeit der EKFS. "Durch das langjährige humanitäre Engagement ist es gelungen, mitten im Slum von Buenos Aires ein Leuchtturm-Projekt für ganz Argentinien aufzubauen, das für die Ärmsten der Armen qualitativ hochwertige medizinisch-pharmazeutische Versorgung kostenlos zur Verfügung stellt."

Medizin für die Armen

In Argentinien sind jährlich über 30 Prozent der Todesfälle auf kardiovaskuläre Erkrankungen zurückzuführen. Die Prävalenz von erhöhtem Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerten und damit einhergehend steigendem Risiko an Herz-, Gefäß- und Stoffwechselkrankheiten ist bei Menschen mit geringer Schulbildung in etwa doppelt so hoch als bei Akademikern. "Häufig fehlt den Armen das Wissen über gesunde Ernährung auch mit kleinem Geldbeutel", betont Vetye-Maler und führt fort: "Die billigsten Nahrungsmittel bestehen hauptsächlich aus Weißmehl, Fett und Zucker, doch damit fördern die Slum-Bewohner nur ihre Fehlernährung. Sie werden krank. Meist sind sie nur in informellen Jobs tätig und verfügen über keine Krankenkasse. Zum Arzt zu gehen ist - mittellos - keine Option: Was hilft die beste Diagnose, wenn man sich keine Arzneimittel leisten kann? Die Folge: Unbehandelt werden sie noch kränker, können nicht mehr arbeiten und werden noch ärmer."

Das Projekt: Wie alles begann

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, fing Vetye-Maler 2008 an, mit einem städtischen Gesundheitszentrum in Villa Zagala, einem Armenviertel in Buenos Aires, zu kooperieren und gründete eine Apotheke, die um die erkrankten Bewohner kostenlos mit den überlebensnotwendigen Medikamenten zu versorgen, die die Stadt nicht bereitstellen kann.

Im Slum fehlt es an Standard-Arzneimitteln, aber auch an Beratungsleistung durch Fachpersonal. "Die Folgen der nicht-übertragbaren Krankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Amputation lassen die Familien noch tiefer ins Elend sinken. Besonders grausam ist, dass die Medikamente zwar preiswert sind, die Armen aber trotzdem nicht das nötige Geld dafür haben", berichtet die Projektleiterin. Allein für das Diabetes-Programm, in dem fast ausschließlich Typ 2-Patienten betreut werden, braucht Vetye-Maler über 300.000 Tabletten im Jahr. "Viele müssen bis zu acht Tabletten täglich einnehmen. Diabetes hat gravierende Auswirkungen auf den ganzen Körper", unterstreicht sie. Um die Therapie zu forcieren und weitere Betroffene zu vermeiden, werden im Projekt auf ihre Initiative hin seitdem diverse Präventionsprogramme, u. a. Workshops für gesundes und günstiges Essen, zusätzlich angeboten.

Der medizinisch-pharmazeutische Bedarf im Slum ist bereits groß: Vetye-Maler schätzt die Diabetes-Rate unter den Bewohnern auf mindestens zehn Prozent - gut weitere 2.000 Menschen, für deren Versorgung derzeit weder Personal noch finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Mit Hilfe des Else Kröner Fresenius Preises für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit können bis 2021 zusätzlich benötigtes Gesundheitspersonal und fehlende Medikamente finanziert werden.

"Die Menschen in Argentinien sind durch die häufigen Wirtschaftskrisen ohnehin schwer belastet. Das Preisgeld hilft, auch weiterhin für sie da sein zu können", freut sich Carina Vetye-Maler. "Mein Herz geht auf, wenn ich sehe, dass Eltern wieder genesen und für ihre Kinder selbst sorgen können."

Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit.

Als Anerkennung für besondere Leistungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit verleiht die EKFS einmal jährlich den Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit. Der mit 100.000 dotierte Preis würdigt Projekte, die der Verbesserung der medizinischen Versorgung in Entwicklungsländern dienen. In diesem Jahr steht die Prävention und Bekämpfung nicht-übertragbarer Krankheiten (non-communicable diseases - NCDs) im Fokus der Preisverleihung. Dazu zählen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen und psychische Störungen. NCDs gelten seit 2015 als weltweit häufigste Todesursache. Jährlich sterben bis zu 30 Millionen Menschen in Entwicklungsländern an solchen Krankheiten.

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) - Forschung fördern. Menschen
helfen.
Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung
medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die
Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu
ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus
Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist.
Bis heute hat sie rund 1660 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen
Gesamtfördervolumen von aktuell über 40 Millionen Euro ist sie eine der größten
Medizin fördernden Stiftungen Deutschlands. Weitere Informationen finden Sie
unter: www.ekfs.de.

Pressekontakt
Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Bianka Jerke
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: + 49 6172 8975-24
E-Mail: b.jerke@ekfs.de 

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