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01.09.2020 – 14:00

Franckesche Stiftungen

Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen fragt nach der Zeit der Erde

Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen fragt nach der Zeit der Erde
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"Im Steinbruch der Zeit. Erdgeschichten und die Anfänge der Geologie" Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen (20.9.2020-21.03.2021)

  • Kulturhistorische Ausstellung mit 250 Objekten aus renommierten historischen Sammlungen u.a. der Akadmie der Naturforscher Leopoldina, der Bergakademie Freiberg und dem Naturkundemuseum Berlin; Fotos des Kanadiers Edward Burtynsky (Anthropocene, 2018) und Sounds von Dominik Eulberg
  • Wissenschaftlicher Begleitkatalog mit den Anthropozän-Experten Christian Schwägerl und Reinhold Leinfelder sowie dem Journalisten und Kreationismus-Gegner Thomas Junker

Ausstellungseröffnung am 20.09.2020, 11 Uhr mit dem Wissenschaftsjournalisten Christian Schwägerl (GEO, ZEIT Wissen, FAZ)

SAVE THE DATE - EINLADUNG ZUR PRESSEKONFERENZ

Wann: AM DONNERSTAG, 17. SEPTEMBER 2020 UM 11:00 Uhr

Wo: Historisches Waisenhaus | Franckeplatz 1 06110 Halle (Saale)

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Franckeschen Stiftungen zeigen in ihrer Jahresausstellung eines der großen Ereignisse der Frühen Neuzeit: die Entdeckung der Erdzeit. Dafür legen die Kuratoren die Lupe an den hallischen Gelehrtenkosmos des 18. Jahrhunderts mit dem pietistischen Halleschen Waisenhaus und der Brandenburg-Preußischen Friedrichs-Universität. Dieses Zentrum der Frühaufklärung verortet sich in der Mitte zwischen dem geologisch vielfältigsten Mittelgebirge Deutschlands, dem Harz, und der Bergakademie in Freiberg (gegr. 1765), der fünften in der Reihe der weltweiten gegründeten montanwissenschaftlichen Bildungseinrichtungen. Die kulturhistorischen Sammlungen vor Ort, die Bibliothek der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften, die Universitäts- und Landesbibliothek der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und das Archiv und die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, spiegeln das breite Interesse an geologischen Phänomenen sowie an der Entdeckung der Geschichte der Erde. Ihre Schätze illustrieren erstmals in einer Ausstellung die Geburt der Geologie als Wissenschaft.

Die Besucher erwartet ein emotionaler und spannend inszenierter Ausstellungsrundgang von der Vorgeschichte der Geologie über die Entstehung der modernen Geowissenschaften im 19. Jahrhundert mit einem Exkurs zur Gegenwart. Die Schau führt anschaulich durch scheinbar gegensätzliche Erdentstehungstheorien, durch Gelehrtenstreite, wirtschaftliche Interessen und den Verlust des Primats der Bibel bis zum Blick in den Abgrund der erdgeschichtlichen Zeit. Alchemisten, die das Reine suchten, Physikotheologen, die die Vollkommenheit der Schöpfung entdecken wollten, Kameralisten, die sich für die Nutzbarmachung der Ressourcen einsetzten, Universitätsprofessoren und wissenschaftlich hoch gebildete Dilettanten und Sammler, vernetzt in einer weltumspannenden Gelehrtengemeinschaft, erstreiten sich in der Schau als Neptunisten, Vulkanisten, Katastrophisten oder Aktualisten eine wissenschaftlich begründete Vorstellung von der Geschichte und geologischen Struktur der Erde. Die Ausstellung entlässt das Publikum nicht ohne einen wissenschaftlich fundierten Blick auf das Anthropozän, in dem erstmals der Mensch die geologische Formation der Erde einschneidend verändert.

"Uns interessierte besonders, was die Menschen dazu bewegte, sich mit der unbelebten Natur auseinanderzusetzen", beschreibt Dr. Claus Veltmann, Kustos und mit Tom Gärtig Kurator der Ausstellung, eines ihrer Kernthemen. Dafür konnten sie unter anderem mit dem einzigartigen Nachlass des geologischen Autodidakten Christian Keferstein (1784-1866) arbeiten, der in die Geschichte als Schöpfer der ersten geologischen Karte Deutschlands einging. 300 geologische Karten, nahezu 600 Briefe und eine 2000 Bände umfassende Fachbibliothek zählt die Sammlung, die heute im Archiv und der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen aufbewahrt wird.

Die Ausstellungsgestalter von der Agentur Formikat (u.a. Verkehrsmuseum Dresden 2018 Ich.Fahr.Rad und 2019 Von Prunkgondeln, Prachtkutschen und Pferdeäpfeln) setzen die 250 Ausstellungsobjekte, darunter Leihgaben aus den hallischen Sammlungen, der Kustodie der Bergakademie in Freiberg, dem Naturkundemuseum in Berlin oder der eindrucksvollen Gesteinssammlung des Zentralmagazins naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, spannend in Szene. Sie fokussieren das sinnliche und emotionale Erleben. Objekttexte finden sich nur im kostenlosen Begleitheft zum Rundgang. Filme von Murat Haschu und Sounds von Dominik Eulberg, dem "Natur-DJ aus dem Westerwald" (ARD), lassen in die Erdgeschichten eintauchen. Nachdenklich machen die Fotografien des Kanadiers Edward Burtynsky. Mit seinen Arbeiten zu Industrielandschaften dokumentiert er, wie die Umwelt durch ungezügelte globalisierte Finanz- und Wirtschaftsinteressen verändert wird. Der Ausstellungsrundgang endet mit einer Auswahl seiner beeindruckenden Fotografien zu Bergwerken und Tagebauen auf der ganzen Welt.

"Im Steinbruch der Zeit. Erdgeschichten und die Anfänge der Geologie"

20. September 2020 - 21. März 2021

Jahresausstellung im Historischen Waisenhaus

Franckesche Stiftungen | Franckeplatz 1 | 06110 Halle

Informationen und Begleitprogramm

Tel 0345-21 27 450 | www.francke-halle.de

Eintritt 6 Euro, erm. 4 Euro, Kinder bis 18 Jahre frei

Ausstellungskatalog

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter wissenschaftlicher Katalog mit Beiträgen herausragender Autoren, der das Ringen um Ordnung und Wissen auf dem Weg zur Entdeckung der Erdzeit im 18. Jahrhundert detailliert vorstellt. Der Katalog bleibt nicht in der Geschichte stehen. Im letzten Kapitel gibt er dem Wissenschaftsjournalisten Christian Schwägerl (GEO, ZEIT Wissen, FAZ) und dem Paläontologen und Geobiologen Reinhold Leinfelder (Professor an der Freien Universität Berlin) das Wort, die mit wissenschaftlichen Fakten den Blick auf das Anthropozän öffnen. In einem Exkurs kommt der Biologiehistoriker, Sachbuchautor und Publizist Thomas Junker zum andauernden Diskurs über Evolution und Schöpfung zu Wort, der vor allem durch die Kreationisten befeuert wird.

Im Steinbruch der Zeit. Erdgeschichten und die Anfänge der Geologie. Hrsg. im Auftrag der Franckeschen Stiftungen von Tom Gärtig und Claus Veltmann. Halle 2020 (Kataloge der Franckeschen Stiftungen, 37).

264 S., 187 Abb., EUR 28,00; ISBN 978-3-447-11383-0

Wir freuen uns, Ihnen am 17. September 2020 um 11 Uhr die Ausstellung und den Katalog in einer Pressekonferenz in Halle vorstellen zu können.

Wenn Sie an der Eröffnung der Jahresausstellung am 20. September 2020 um 11 Uhr teilnehmen wollen, melden Sie sich bitte rechtzeitig bei uns an.

Ihre Dr. Kerstin Heldt und Friederike Lippold

Franckesche Stiftungen I Franckeplatz 1, Haus 1 I 06110 Halle (Saale)
Historische Schulstadt I Historisches Waisenhaus I Kunst- und Naturalienkammer I Historische Bibliothek
Öffnungszeiten Informationszentrum im Francke-Wohnhaus und Ausstellungen: Di-So und feiertags 10-17 Uhr
Eintritt: 6 Euro, erm. 4 Euro, Kinder bis 18 Jahre Eintritt frei
www.francke-halle.de