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20.07.2020 – 16:59

Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

Ministerin Anne Spiegel besucht Energieagentur Rheinland-Pfalz

Ministerin Anne Spiegel besucht Energieagentur Rheinland-Pfalz
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Ministerin Spiegel stellt drei zentrale Anliegen vor: den Ausbau der Windenergie, mehr Photovoltaik und eine Solarplficht für Neubauten.

Ministerin Spiegel und Fraktionsvorsitzender Braun zu Besuch bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz

"Mit der Energieagentur Rheinland-Pfalz haben wir hier im Land eine Perle"

Kaiserslautern / Mainz, 15.07.2020: Bei ihrer Sommertour mit dem Thema "Richtung Zukunft: Wirtschaft und Klimaschutz gemeinsam weiterentwickeln" machte Ministerin Anne Spiegel (Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz) Station bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern. Mit Geschäftsführer Michael Hauer und den Abteilungsleitern der Energieagentur Rheinland-Pfalz diskutierte die Ministerin über Themen wie Windenergie, Photovoltaik und alternative Mobilität. Spiegel wurde begleitet vom Vorsitzenden der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Bernhard Braun. Gleich zu Beginn des Gesprächs bezeichneten die Politiker die Energieagentur Rheinland-Pfalz "als Perle, die für den Klimaschutz und die Energiewende in Rheinland-Pfalz sehr wertvolle Arbeit leistet". "Es ist gut, dass sich die Energieagentur Rheinland-Pfalz im Land etabliert hat und wir damit einen zentralen Ansprechpartner haben."

Drei zentrale Anliegen: Ausbau von Windkraft und Photovoltaik sowie eine Solarpflicht für Neubauten

Ministerin Spiegel und Fraktionsvorsitzender Braun wiesen darauf hin, dass ihre Partei drei zentrale Anliegen verfolge: Den Ausbau von Windenergie und Photovoltaik (PV) und eine Solarpflicht für Neubauten. Bis 2030 soll der Zubau von Windenergie verdoppelt werden. Das könne aber nur geschehen, wenn die Genehmigungsverfahren, die derzeit über fünf Jahre dauern, auf ein bis eineinhalb Jahre verkürzt würden. Zudem gelte es, die Akzeptanz der Menschen für Windenergie zu fördern. Hierbei könnten Bürgerenergiegenossenschaften eine zentrale Rolle spielen. Wenn Kommunen von Windenergie profitieren, könne das den Zuspruch ebenfalls erhöhen.

Geschäftsführer Michael Hauer sprach in diesem Zusammenhang das Ende der festen Einspeisevergütung für Windenergieanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an. Ab 1. Januar 2021 werden die ersten Anlagen - Experten der Deutschen Windguard schätzen rund 6.000 Anlagen mit mehr als vier Gigawatt (GW) Anlagenleistung ­ aus der Förderung fallen; bis 2026 könnten weitere 2, 5 GW folgen. Anlagenbetreiber hätten nur die Wahl zwischen Stilllegung, Weiterbetrieb oder Repowering. Da die Bestandsanlagen meist in der Nachbarschaft etabliert und akzeptiert sind, sprach sich Hauer für den Weiterbetrieb beziehungsweise das ertragreichere Repowering aus, auch wenn der Abstand zu Wohnhäusern weniger als 1000 Meter betrage. Allerdings sollte gegenüber der Bevölkerung eine größtmögliche Transparenz hergestellt und um Akzeptanz geworben werden.

Um die Klimaziele erreichen zu können, sei, so Spiegel und Braun, ein Ausbau der Photovoltaik notwendig. Ziel müsse eine Verdreifachung der installierten Leistung bis 2030 sein. Potenziale sehen Spiegel und Braun durch den Ausbau von PV-Freiflächen, die Nutzung von PV auf öffentlichen Gebäuden oder auf Carports. Ministerin Spiegel sprach sich für eine Solarpflicht für gewerbliche und private Neubauten sowie bei Dachsanierungen aus. "Wir wollen in Rheinland-Pfalz den notwendigen Schub leisten, um die Erneuerbaren Energien weiter zu stärken", so die Ministerin.

Matthias Schädler, Abteilungsleiter für nachhaltige Prozesse und Liegenschaften bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz, machte deutlich, dass in der Bevölkerung durchaus ein großes Interesse an Photovoltaik vorhanden sei. Das zeige das Solar-Speicher-Programm, das im letzten Oktober von der Landesregierung im Rahmen der Solar-Offensive gestartet und durch die Energieagentur Rheinland-Pfalz abgewickelt wird. Kommunen und Privathaushalte erhalten, bei Neuinstallation einer PV-Anlage, eine Förderung für den Solarspeicher. Bislang seien mehr als 2.400 Anträge bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz eingegangen, rund 1.850 davon seien bearbeitet.

Bei der Elektromobilität ist noch Luft nach oben

Wer sich durch eine PV-Anlage selbst mit Strom versorgen kann, steht dem Thema Elektromobilität in der Regel aufgeschlossener gegenüber. Doch von den im Bundesklimaschutzgesetz formulierten Zielen, bis 2030 sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen und 1 Million Ladepunkte im Land zu haben, ist Deutschland noch weit entfernt. "Bislang fahren in Deutschland knapp 240.000 E-Autos (inklusive Hybride); in Rheinland-Pfalz sind es mehr als 6.300 (inklusive Hybride). Deutschlandweit gibt es rund 24.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte; in Rheinland-Pfalz sind es 1.040", führte Benjamin Herrmann, Abteilungsleiter Kommunaler Klimaschutz und Mobilität, aus. Trotz dieser scheinbar geringen Zahlen sei das Thema Elektromobilität ein Dauerbrenner. Vor allem Privatpersonen und zunehmend auch Kommunen würden die Beratungs- und Unterstützungsangebote der Lotsenstelle für Alternative Antriebe der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Anspruch nehmen.

Bernhard Braun regte an, dass, wenn es im Rahmen des Klimaschutzpaketes der Bundesregierung die Möglichkeit gebe Fördermittel, beispielsweise für den Ausbau der Ladeinfrastruktur oder die Förderung von privaten Ladestationen nach Rheinland-Pfalz zu holen, das auch schnell geschehen sollte. "Um die Elektromobilität insgesamt zu stärken, müssen wir die Ladestruktur verbessern", so Braun. Der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur könnte, so Geschäftsführer Michael Hauer, auch dadurch gelingen, dass an öffentlichen Gebäuden Ladesäulen (obligatorisch) angeboten werden müssen. "Denn die Ladeinfrastruktur muss dort sein, wo die Menschen sich aufhalten", so Hauer.

Zum Abschluss des Besuches bedankten sich Ministerin Anne Spiegel und Fraktionsvorsitzender Bernhard Braun für den informativen Dialog. Beide Politiker wollen im Kontakt mit der Energieagentur Rheinland-Pfalz bleiben, um sich über weitere Themenfelder zu informieren.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt als kompetenter Dienstleister Kommunen und ihre Bürger sowie Unternehmen in Rheinland-Pfalz bei der Umsetzung von Aktivitäten zur Energiewende und zum Klimaschutz. Sie wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet und informiert unabhängig, produkt- sowie anbieterneutral.

Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
Dagmar Schneider
Trippstadter Straße 122 - 67663 Kaiserslautern
Tel.: 0631 / 34371 - 158
dagmar.schneider@energieagentur.rlp.de

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz im Internet:
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