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07.05.2020 – 12:56

Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

EEG als Erfolgsgeschichte

EEG als Erfolgsgeschichte
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In mehr als 50 Ländern weltweit wurde das EEG als Grundlage für ähnliche Vergütungsmechanismen für Strom aus regenerativen Anlagen herangezogen: ein Exportschlager also.

20 Jahre Erneuerbare Energien-Gesetz – eine Erfolgsgeschichte

Der Vorläufer des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG)

Bereits 1990 legte die damalige Bundesregierung mit dem sogenannten Stromeinspeisungsgesetz (StromEinspG) erstmals einen gesetzlichen Rahmen für den Ausbau der regenerativen Energien vor. Das Stromeinspeisungsgesetz ist somit der Vorläufer des heutigen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Ziel war es, vor allem aus Gründen der Ressourcenschonung und des Klimaschutzes, den Anteil der regenerativen Energien an der Energieversorgung anzukurbeln und verbesserte Rahmenbedingungen für die Einspeisung von regenerativen Energien in das öffentliche Netz zu schaffen. Allerdings entwickelte sich der Ausbau nicht richtig, zum einen, weil die erneuerbaren Energien keinen Vorrang vor anderen Energieformen hatten und zum anderen, weil die Anreize zu gering waren. So blieb die installierte Leistung weit hinter den Erwartungen zurück.

Wie hat sich das EEG entwickelt?

Zum 1. April 2000 trat dann das EEG mit dem Hauptziel des Klima- und Umweltschutzes und der Entwicklung einer nachhalten Energieversorgung in Kraft. Gleichzeitig wurde das Ziel der Verdoppelung des Anteils regenerativen Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2010 in das Gesetz mit aufgenommen. Die zentrale Neuerung gegenüber dem Stromeinspeisungsgesetzes war die Pflicht zur vorrangigen Annahme des Stroms aus regenerativen Anlagen durch die Energieversorgungsunternehmen, die heute noch Hauptbestandteil des EEG ist. Zudem wurden die Vergütungssätze stark angehoben, um den Ausbau weiter voranzutreiben. Es folgten zahlreiche Novellen und Anpassungen um die erneuerbaren Energien immer marktfähiger zu machen.

So wurde dann auch mit dem EEG 2014 ein Paradigmenwechsel eingeleitet, indem die Regierung stufenweise die verpflichtende Direktvermarktung eingeführt und so die erneuerbaren Energien „zwangsweise“ an den Markt herangeführt hat. Dieser wurde dann mit dem EEG 2017 durch die Einführung der wettbewerblichen Ermittlung der Förderhöhe durch technologiespezifische Ausschreibungen konsequent fortgeführt. Das bedeutet, dass ab einer festgelegten Anlagengröße die Vergütung nicht staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen am Markt ermittelt wird.

Das EEG ist somit zentraler Baustein der deutschen Energiewende geworden. Der Anteil an erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch ist seit der Einführung stark angestiegen, was durchaus als Erfolg zu verbuchen ist.

Grafik s. Attachement

Entwicklung der Anteile erneuerbarer Energien

Quelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

Gesamtvergütung aus dem EEG stieg kontinuierlich an

Seit der Einführung des EEG im Jahr 2000 stiegen die Gesamtvergütungszahlen stetig an. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie betrug die EEG-Gesamtvergütung im Jahr 2000 883 Millionen Euro, zehn Jahre später waren es bereits 13.183 Millionen Euro und im Jahr 2017 30.406 Millionen Euro. Für 2018 waren 32.022 Millionen Euro prognostiziert, für 2019 33.157 Millionen Euro.[1] Die EEG-Gesamtvergütung umfasst alle Vergütungen, die für den Strom aus erneuerbaren Energien nach dem EEG gezahlt wird. Dazu gehören Vergütungs- und Prämienzahlungen und Einnahmen aus der Vermarktung von Strommengen nach § 20 EEG (Marktprämie).

Kritiker behaupten, dass das EEG zur Verteuerung des Strompreises beigetragen habe. Dabei wird aber oft außer Acht gelassen, dass auch fossile Energien wie Atomkraft oder Kohle gefördert wurden und weiterhin gefördert werden und damit den Staatshaushalt belasten. Laut einer Studie von Greenpeace aus dem Jahr 2017 beliefen sich die jährlichen Subventionen für fossile Energien in Deutschland auf mehr als 46 Milliarden Euro. Gelder, für die letztendlich der Steuerzahler aufkommen muss. Hinzu kommen die erheblichen Risiken beispielsweise beim Betrieb von Atomkraftwerken und den weiteren (Zukunfts-)Kosten wie beispielsweise die Kosten für die Endlagerung des radioaktiven Abfalls.

EEG hat positive Struktureffekte

Neben dem reinen Zubau von erneuerbaren Energien gibt es viele positive Entwicklungen, die eng mit dem EEG verknüpft sind. So sind durch den Ausbau der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren vor allem in strukturschwächeren Regionen eine Vielzahl von Arbeitsplätzen neu geschaffen worden. Insgesamt sind in Deutschland mehr als 330.000 Menschen durch Produktion, Installation und Betrieb von Erneuerbare-Energien in Deutschland in Brot und Arbeit gekommen.

Darüber hinaus führt der Ausbau der erneuerbaren Energien zu einer starken regionalen Wertschöpfung. Ein Paradebeispiel ist der Rhein-Hunsrück-Kreis. Hier flossen in den vergangenen 15 Jahren bereits etwa 105 Millionen Euro in das regionale Handwerk. Damit hat sich der einst strukturschwache Kreis zu einer finanzstarken Region entwickelt. Das eigenommene Geld kann so wiederum in die Gemeindeentwicklung und weitere Klimaschutzprojekte fließen.

Das EEG ist damit nicht nur ein Motor für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland, sondern zugleich ein Instrument zur Schaffung von Arbeitsplätzen und für regionale Wertschöpfung. Das haben auch andere Länder entdeckt und so wurde das EEG längst zum weltweiten Exportschlager. In mehr als 50 anderen Staaten weltweit wurde das deutsche EEG als Grundlage für ähnliche Vergütungsmechanismen für Strom aus regenerativen Anlagen herangezogen.

EEG Vergütung läuft aus

Allerdings stehen wir jetzt, 20 Jahre nach Einführung des EEG, erneut vor einer großen Herausforderung. Denn nach Ablaufen des EEG endet schrittweise für viele Anlagen die 20-jährige gesetzliche Vergütung. Es ist jedoch fraglich, ob Anlagen ohne die EEG-Förderung rentabel weiterbetrieben werden können. Dies ist sicherlich abhängig von der jeweiligen Erzeugungsform (Sonne, Wind, Biomasse) und den Rahmenbedingungen vor Ort. Es steht allerdings zu befürchten, dass viele alte EE-Anlagen abgeschaltet werden müssen und somit ein erheblicher Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wegbricht. Hiervon sind ab Ende 2020 allein bei der Windkraft rund 6000 Windkraftanlagen betroffen und rund 18.000 PV-Anlagen. Würden diese Anlagen wirklich vom Netz gehen, so wäre dies ein herber Verlust in der Stromerzeugung.

Besser aufgestellt sind hier oft Biomasseanlagen oder private Photovoltaikanlagen, die sich künftig flexibler an den Markt anpassen können. Das für viele Anlagen kommende Förderende ab dem Jahr 2020 bedeutet nicht automatisch das wirtschaftliche Aus für alte Anlagen. Anlagenbetreiber sollten sich allerdings bereits jetzt mit dem Förderende ihrer speziellen Anlage und den Vermarktungsmöglichkeiten im Anschluss vertraut machen. Hier hilft die Energieagentur Rheinland-Pfalz gerne weiter.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt als kompetenter Dienstleister Kommunen und ihre Bürger sowie Unternehmen in Rheinland-Pfalz bei der Umsetzung von Aktivitäten zur Energiewende und zum Klimaschutz. Sie wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet und informiert unabhängig, produkt- sowie anbieterneutral.

[1] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, EEG in Zahlen: Vergütungen, Differenzkosten und EEG-Umlage 2000 bis 2019, Oktober 2018.

Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
Dagmar Schneider
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Tel.: 0631 / 34371 - 158
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