Alle Meldungen
Abonnieren
Abonnieren Sie alle Meldungen von Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

27.09.2019 – 12:32

Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

Klimaschutzmanager aus drei Ländern treffen sich in Speyer

Klimaschutzmanager aus drei Ländern treffen sich in Speyer
  • Bild-Infos
  • Download

Klimaschutzmanager aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland trafen sich in Speyer zum Austausch.

Länderübergreifendes Treffen von Klimaschutzmanagern am 26. September in Speyer

Erfahrungsaustausch bringt kommunale Klimaschutzaktivitäten voran - Fachtagung geht in die sechste Runde

Über 120 Klimaschutzbeauftragte und Klimaschutzmanager kamen am 26. September 2019 im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer zu einem länderübergreifenden Erfahrungsaustausch zusammen. Mit dabei waren Fachleute aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Im Fokus der Tagung standen aktuelle Entwicklungen wie die Ausrufung des Klimanotstandes und die damit verbundenen Konsequenzen, die Verankerung des Klimaschutzes als Querschnittsthema in den Verwaltungen, die nachhaltige Mobilität und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Das Netzwerktreffen fand zum sechsten Mal statt, die Teilnehmerzahlen steigen Jahr für Jahr. Die Veranstaltung wurde wie schon in den vorigen Jahren von der Energieagentur Rheinland-Pfalz und der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg organisiert.

Städte, Gemeinden und Landkreise können einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Klimaschutzziele leisten. Klimaschutzmanagerinnen und -managern kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie sind zuständig für den Klimaschutzprozess in ihrer Kommune und haben die Aufgabe, Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft zu gewinnen und die Aktivitäten zu koordinieren. Sie stoßen Dialogprozesse an und bringen die Umsetzung der Klimaschutzkonzepte voran. Zu ihrem vielfältigen Aufgabenbereich gehören unter anderem die Einführung von Energiemanagementsystemen und die energieeffiziente Modernisierung kommunaler Liegenschaften, der Ausbau erneuerbarer Energien, eine nachhaltige Verkehrsplanung, Energiesparprojekte in Unternehmen und nicht zuletzt die Öffentlichkeitsarbeit.

Die Bedeutung der Kommunen für die Energiewende und den Klimaschutz bestätigte auch Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz, in seinem Einstiegsvortrag: "Wir brauchen die Kommunen und kommunalen Klimaschutzmanagerinnen und -manager dringend als starke Partner für die Erreichung unserer Klimaschutzziele. Sie setzen gemeinsam mit Akteuren vor Ort wichtige Energiewende-Projekte um - wie die Planung von Bioabfallvergärungsanlagen, den Ausbau der Windenergie auf kommunalen Flächen oder die Einführung eines Energiemanagements. Durch diese Maßnahmen können Städte und Gemeinden nicht nur CO2 einsparen, sondern auch die kommunale Haushaltskasse entlasten. Somit gehen wir davon aus, dass sich die Aktivitäten eines Klimaschutzmanagers für die Kommune auch ökonomisch ausbezahlen."

Zeit zum Handeln - Kommunen rufen den Klimanotstand aus

Immer mehr Städte weltweit rufen den "Klimanotstand" aus. Auch in Rheinland-Pfalz gibt es schon entsprechende Beschlüsse und Anträge wie zum Beispiel in Speyer, Landau, Trier und Mainz. In Baden-Württemberg haben neben der Vorreiterkommune Konstanz auch die Städte Bühl, Karlsruhe und Heidelberg den Klimanotstand ausgerufen, weitere Kommunen werden folgen. Neben der symbolischen Strahlkraft eines solchen Beschlusses kann der Klimanotstand, je nach Ausgestaltung, sehr konkrete Auswirkungen auf die Politik und die Verwaltung der Kommune haben. Ambitionierte Kommunen können sich zum Beispiel selbst dazu verpflichten, künftig bei allen politischen Entscheidungen deren Effekte auf das Klima zu berücksichtigen. Welche Auswirkungen das Bekenntnis zu mehr Klimaschutz für die Arbeit der Klimaschutzmanager vor Ort hat, diskutierten die Teilnehmer gemeinsam mit Dr. Andrea Fischer-Hotzel vom Service- und Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz. Deutlich wurde, dass die Ausrufung des "Klimanotstandes" ein klares politisches Zeichen ist, aber nicht Voraussetzung für entschiedenes Handeln. "Die Erklärung des Klimanotstandes kann dennoch große Wirkung entfalten. Sie dient als Referenzpunkt - für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die Schlüsselakteure in Politik und Verwaltung", betonte Fischer-Hotzel. Letztere stehen dann vor der Herausforderung, Klimakompetenz in allen beteiligten Fachbereichen aufzubauen. So ermögliche man eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, die wiederum wichtiges Fundament für die Arbeit des Klimaschutzmanagements sei. "Ein Klimaschutzmanager allein kann zwar die richtigen Impulse geben - Klimaschutz funktioniert allerdings nur im Team."

Zahlen und Fakten: Der Klimaschutz ist in vielen Kommunen längst angekommen

In den beteiligten Bundesländern engagieren sich bereits seit langem viele Kommunen auf dem Gebiet des Klimaschutzes und der Energiewende. So sind in Baden-Württemberg rund 250 Kommunen dem Klimaschutzpakt zwischen dem Land und den kommunalen Landesverbänden beigetreten und wollen gemeinsam vorankommen. In den letzten Jahren haben über 300 Städte und Gemeinden sowie 26 Landkreise integrierte Klimaschutzkonzepte als Grundlage für ihre Klimaschutzaktivitäten erarbeitet. Rund 100 Städte und Gemeinden sowie 20 Landkreise haben eine Stelle für das Klimaschutzmanagement geschaffen. Darüber hinaus nehmen 125 Städte, Gemeinden und Landkreise am European Energy Award teil, ein europäisches Programm zur umsetzungsorientierten Energie- und Klimaschutzpolitik. Die kommunalen Klimaschutzaktivitäten im Land werden von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg in einem Statusbericht systematisch erfasst.

In Rheinland-Pfalz sind über 60 Klimaschutz- und Sanierungsmanager in Landkreisen, Städten und Gemeinden tätig. Aktuell werden mehr als 200 Klimaschutzkonzepte, Quartierskonzepte und Energiekonzepte in weit über 100 rheinland-pfälzischen Kommunen bearbeitet, strukturierte Klimaschutzmanagementsysteme eingeführt und zahlreiche Einzelmaßnahmen umgesetzt. Mit dem bundesgeförderten Projekt "Klimaschutz in kleinen Kommunen durch ehrenamtliche Klimaschutzpaten aktivieren" unterstützt die Energieagentur Rheinland-Pfalz darüber hinaus speziell kleine Kommunen. Durch den Einsatz ehrenamtlicher Klimaschutzpaten sollen sie in die Lage versetzt werden ebenfalls einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

"Kommunaler Klimaschutz umfasst eine Vielzahl von Handlungsfeldern, für die personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden müssen", sagt Harald Bieber, Leiter des Kompetenzzentrums Kommunaler Klimaschutz bei der KEA-BW. "Klimaschutzmanager bringen mit ihrem Expertenwissen fachliche Kompetenzen ein, die sonst häufig in den Verwaltungen nicht gegeben sind. Das ermöglicht es, Klimaschutz als Querschnittsthema zu denken und zu verankern. Ein regelmäßiger fachlicher Austausch darüber, wie das gelingen kann, lohnt sich daher sehr."

Klimaschutz ist auch regionale Wertschöpfung

Dass Klimaschutzmaßnahmen die Kommunen nicht nur Geld kosten, sondern zur regionalen Wertschöpfung beitragen und damit Investitionen in die Zukunft sind, zeigt eindrucksvoll der Rhein-Hunsrück-Kreis. "Die Effekte auf die regionale Wertschöpfung, wie die Stärkung des lokalen Handwerks, die Substitution von Energieimporten und die kommunalen Einnahmen durch Erneuerbare Energien-Anlagen, haben maßgeblich dazu beigetragen unseren Landkreis zukunftsfähig zu machen und die dafür notwendige Infrastruktur zu erhalten bzw. aufzubauen", betonte Frank-Michael Uhle, Klimaschutzmanager des Rhein-Hunsrück-Kreises.

In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erhalten die kommunalen Klimaschutzmanager vielfältige Unterstützung seitens der Länder: durch die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, die Energieagentur Rheinland-Pfalz und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes. Auf Bundesebene kommt das Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz (SK:KK) hinzu. Regelmäßige Netzwerktreffen dienen der fachlichen Weiterbildung und dem Erfahrungsaustausch. Fördergelder für die Schaffung von Personalstellen für das Klimaschutzmanagement gibt es beim Bundesumweltministerium.

***

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt als kompetenter Dienstleister Kommunen und ihre Bürger sowie Unternehmen in Rheinland-Pfalz bei der Umsetzung von Aktivitäten zur Energiewende und zum Klimaschutz. Sie wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet und informiert unabhängig, produkt- sowie anbieterneutral.

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg ist ein unabhängiger Dienstleister und Vordenker rund um Klimaschutz, Energieeinsparung und erneuerbare Energien - vom Land fürs Land. Unser breites Expertenwissen bieten wir Ministerien, Kommunen, Unternehmen und allen Bürgerinnen und Bürgern an.

Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
Dagmar Schneider / Pressesprecherin
Trippstadter Straße 122 - 67663 Kaiserslautern
Tel.: 0631 / 205 75 -7158 - Fax: 0631 / 205 75- 7196
Mobil: 0151 / 65555013
dagmar.schneider@energieagentur.rlp.de

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz im Internet:
www.energieagentur.rlp.de
www.twitter.com/energie_rlp
www.facebook.com/energie.rlp