Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

Ministerin Ulrike Höfken zur Rolle der Kommunen bei Klimaschutz und Energiewende

Ministerin Ulrike Höfken betonte im Interview, dass das Land bei Klimaschutz und Energiewende auf das Engagement der Landkreise und Kommunen angewiesen sei. (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)
Infos zur 100-Energieeffizienz-Kommunen

Ministerin Höfken: "Im Rhein-Hunsrück-Kreis lag allein im Jahr 2017 eine regionale Wertschöpftung aus Erneuerbaren Energien bei mehr als 40 Millionen Euro. Wir als Land unterstützen daher konsequent die Kommunen bei ihren Anstrengungen in der Energiewende und der Wärmewende."

PRESSEINFORMATION

Klimaschutz und Energiewende ist nur mit den Kommunen möglich

Morbach/Kaiserslautern, 20. Februar 2018: Kommunen sind wichtige Schlüsselakteure für den Klimaschutz und die Energiewende. Nur mit ihnen lässt sich das Ziel des Klimaabkommens von Paris erreichen, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf möglichst unter 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. "Der Klimawandel ist Realität - auch hier in Rheinland-Pfalz sind die Folgen spürbar. Höhere Temperaturen und mehr Extremwetterlagen haben einen negativen Einfluss auf Land- und Forstwirtschaft, auf die Biodiversität, auf das Leben in den Städten und unsere Gesundheit. Umso wichtiger ist es, dass wir heute handeln. Und das geht nur gemeinsam: Wir sind angewiesen auf das Engagement der Kommunen und Landkreise", betonte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Regionalkonferenz "Klimaschutz vor Ort - was Kommunen tun (können)". "In Deutschland und Rheinland-Pfalz engagieren sich bereits viele Städte und Gemeinden für den Klimaschutz. Sie verfügen über Klimaschutzkonzepte, stellen Freiflächen für Erneuerbare Energien-Anlagen zur Verfügung, investieren in Nahwärmenetze oder die energieeffiziente Sanierung von kommunalen Gebäuden und Quartieren. Das zahlt sich aus: Im Rhein-Hunsrück-Kreis lag allein im Jahr 2017 eine regionale Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien bei mehr als 40 Millionen Euro! Wir als Land unterstützen daher konsequent die Kommunen bei ihren Anstrengungen in der Energiewende und der Wärmewende. Die Regionalkonferenz wiederum gibt die Möglichkeit, voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen". Ziel der von der Energieagentur Rheinland-Pfalz ausgerichteten Konferenz war es, Kommunen anhand von praktischen Beispielen für kommunalen Klimaschutz zu begeistern und für die Erstellung kommunaler Klimaschutzkonzepte und die Einstellung von Klimaschutzmanagern als Kümmerer zu werben. Darüber hinaus sollten Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangebote vermittelt werden.

2018 wird der Rhein-Hunsrück-Kreis bilanziell emissionsfrei sein

Mit der dezentralen Energiewende gehen vielfältige Nutzungseffekte für die lokale Entwicklung einher. Dies demonstriert der sehr ländlich geprägte Rhein-Hunsrück-Kreis auf besonders beeindruckende Weise. Ähnlich wie andere ländliche Regionen in Rheinland-Pfalz, hat die Region mit dem demografischen Wandel vielfältigen Herausforderungen zu begegnen: von der Bereitstellung einer funktionstüchtigen Infrastruktur bis hin zum Erhalt einer guten Lebensqualität. Im Hunsrück hat die Politik die Chancen früh erkannt. Auf der Grundlage eines im Dezember 2011 beschlossenen Klimaschutzkonzeptes setzt die Region auf die Ausschöpfung der lokal vorhandenen Energieeinsparmöglichkeiten und regenerativen Energieerzeugungspotenzialen aus Biomasse, Sonne und Wind. Die Hunsrück-Gemeinden Schnorbach und Neuerkirch-Külz sind Vorbilder in punkto Klimaschutz und Energiewende. "In diesem Jahr wird der Rhein-Hunsrück-Kreis die erste Binnenregion in Deutschland sein, die das Ziel erreicht, bilanziell emissionsfrei zu sein", sagt Axel Bernatzki, Regionalreferent Mittelrhein, bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Mit dem Projekt "100 Energieeffizienz-Kommunen Rheinland-Pfalz" unterstützt die Landesenergieagentur Kommunen bei ihren Klimaschutz- und Energiewendeprojekten. Mithilfe des Projekts, das vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land Rheinland-Pfalz gefördert wird, sollen Einspar- und Effizienzpotenziale in Kommunen aufgedeckt werden. Denn immerhin geben deutsche Städte, Landkreise und Gemeinden jährlich rund 2,25 Milliarden Euro für Energie aus. "Oft reicht schon eine kleine Stellschraube, um zu großem Energieeinsparpotenzial zu gelangen. Beispielsweise indem Kommunen ihre Straßenbeleuchtung auf LED umstellen. Dadurch verbrauchen sie zwischen 30 und 60 Prozent weniger Strom", führt Axel Bernatzki als Kenner der Hunsrück-Region aus.

"Um Kommunen bei ihren Klimaschutz- und Energiewendeprojekten zu unterstützen, informiert die Landesenergieagentur über vorbildhafte Projekte, wirkt an der Netzwerkbildung von Akteuren mit und initiiert, gemeinsam mit den Kommunen, neue Projekte in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energiesparen, Energieeffizienz und Mobilität", beschreibt Bernatzki die Aufgaben der Landesenergieagentur.

Kommunen können noch weitaus mehr Energie einsparen oder effizienter nutzen

In Deutschland gibt es mehr als 175.000 kommunale Gebäude und rund 2,5 Millionen kommunale Wohnungen. "Ich sehe da den Bund und auch das Land weiter in der Verantwortung, Städte und Kommunen durch gezielte Investitionsprogramme zu unterstützen und vor allem für Planungssicherheit zu sorgen. Für die Umsetzung des Wärmekonzeptes sind 2017 und 2018 insgesamt zehn Millionen Euro vorgesehen, davon allein acht Millionen Landesmittel", sagt Ministerin Ulrike Höfken. "Der Klimaschutz ist eine langfristige Aufgabe. So steht es auch in unserem Klimaschutzgesetz und im Koalitionsvertrag. Fest steht aber auch: Ohne die kommunale Schubkraft wären wir hier mit Klimaschutz und Energiewende lange nicht so weit, wie wir heute sind."

Auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene gibt es viele Förderprogramme, die darauf abzielen die Sanierungsquote im Gebäudebereich zu erhöhen, Erneuerbare Energien auszubauen, die Energieeffizienz zu steigern oder neuen und innovativen Techniken zum Durchbruch zu verhelfen. Besonders wichtig für Kommunen, Unternehmen und Bürger sind die Förderprogramme im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative. "Die Energieagentur Rheinland-Pfalz informiert über Förderprogramme der Europäischen Union, des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz und bietet mit dem Fördermittelkompass ein Online-Tool an, das die Suche nach einem geeigneten Förderprogramm für eine in Rheinland-Pfalz geplante Bau- oder Sanierungsmaßnahme erleichtert", erläutert Axel Bernatzki. "Unsere Aufgabe ist es, den Kommunen mit ihren Bürgern und Unternehmen in Rheinland-Pfalz alle erdenkliche Unterstützung bei der Verwirklichung ihrer Klimaschutz- und Energiewendeprojekte zu geben. So unterstützen wir die Nachhaltigkeitsstrategie und das Klimaschutzkonzept des Landes und tragen unseren Teil zum Gelingen bei.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt Kommunen und öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und Bürger bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten zur Energiewende in Rheinland-Pfalz. Sie informiert und initiiert Projekte in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energiesparen. Mitarbeiter in den Regionalbüros stehen als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung und unterstützen bei der Durchführung regionaler Projekte. Damit trägt die Landesenergieagentur zur Umsetzung der energiepolitischen Ziele in Rheinland-Pfalz sowie zum Klimaschutz bei.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet. Sie informiert unabhängig und anbieterneutral.

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