Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

Photovoltaik-Anlagen im Einfamilienhaus-Bereich in Rheinland-Pfalz sehr beliebt

Photovoltaik-Anlagen im Einfamilienhaus-Bereich in Rheinland-Pfalz sehr beliebt
Dr. Ralf Engelmann ist einer der Autoren der Studie "Attraktive Geschäftsmodelle mit PV-Anlagen" (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)
Die Studie "Atrraktive Geschäftsmodelle" gibt viele Tipps.

In Rheinland-Pfalz wurden von Januar bis November 2017 3.672 PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von 66.683 Kilowatt-Peak (kWp) errichtet. Die Zubauzahlen zeigen, dass vor allem die Attraktivität im "Kleinanlagen"-Segment, Anlagen bis zu einer Leistung von zehn kWp, zugenommen hat.

Photovoltaik-Anlagen im Einfamilienhaus-Bereich in Rheinland-Pfalz sehr beliebt

Zubau im Kleinanlagen-Segment auf aufsteigendem Ast

Kaiserslautern, 31. Januar 2018: Die Bundesnetzagentur veröffentlichte die Zubauzahlen für Photovoltaik-Anlagen in Deutschland für den Zeitraum Januar bis November 2017. In Rheinland-Pfalz wurden in diesem Zeitraum 3.672 Anlagen mit einer installierten Leistung von 66.683 Kilowatt-Peak (kWp) errichtet. Die Zubauzahlen zeigen auch, dass vor allem die Attraktivität im "Kleinanlagen"-Segment, Anlagen bis zu einer Leistung von zehn kWp, zugenommen hat. Allein bis November 2017 wurden 3.135 PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von 21.648 kW in diesem Segment in Rheinland-Pfalz errichtet. Damit machen die "Kleinanlagen" fast ein Drittel der installierten Leistung und ca. 85 Prozent der installierten Anlagenzahl in Rheinland-Pfalz aus. "Dieser Trend ist nicht verwunderlich." erklärt Dr. Ralf Engelmann, Referent für regenerative Energieversorgungssysteme bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz. "Vor allem im Einfamilienhaus-Bereich lohnen sich Photovoltaik-Anlagen nach wie vor. Solche Anlagen haben meist eine Größe, die unter zehn kWp liegt. Im Vergleich zum Vorjahr hat dieses Segment einen Zuwachs von fast 25 Prozent erzielt." so Dr. Engelmann weiter.

Der Betrieb einer Photovoltaik-Anlage im Einfamilienhaus-Bereich lohnt sich

Auch wenn die Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)-Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen aktuell nur bei 12,20 Cent pro Kilowatt-Stunde (kWh) liegt, kann eine Anlage unter den heutigen Bedingungen wirtschaftlich betrieben werden. "Nicht nur die EEG-Einspeisevergütung ist auf niedrigem Niveau, auch die Installationskosten einer PV-Anlage sind so niedrig wie nie. Heutige Anlagenpreise liegen zwischen 1.200 und 1.400 Euro pro installierten kWp zuzüglich Steuern. Eine schlüsselfertige Aufdachanlage für ein Einfamilienhaus in der Größenordnung von fünf kWp würde somit 6.000 bis 7.000 Euro kosten." erläutert Dr. Engelmann.

Mit geringeren Investitionskosten einer Anlage sinken auch deren Stromgestehungskosten. Heute kostet den Endverbraucher eine Kilowattstunde Solarstrom zwischen acht und 12 Cent, gegenüber den Strombezugskosten im Einfamilienhaus-Bereich von 24 bis 26 Cent/kWh. Wird der Solarstrom zu einem großen Teil vor Ort selbst verbraucht, kann sich eine PV-Anlage bereits nach neun bis zehn Jahren refinanziert haben.

Photovoltaik-Anlagen auf großen Dachflächen

Der Photovoltaik-Zubau auf größeren Dachflächen, wie beispielweise kommunalen Liegenschaften (z.B. Schulen, Kindergärten, Verwaltungsgebäuden, etc.), Mehrfamilienhäusern und Lagerhallen, ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls angestiegen. Im Segment zwischen zehn und 100 kWp wurden in Rheinland Pfalz 489 Anlagen mit einer installierten Leistung von 17.532 kWp verbaut, ein Anstieg von zehn Prozent gegenüber 2016.

"Viele Unternehmer entscheiden sich heute für den Kauf einer PV-Anlage auf dem eigenen Firmendach. Bei diesen Größen ist die Wirtschaftlichkeit der Anlage meist unabhängig davon, ob der Strom (voll)eingespeist oder vor Ort verbraucht wird. Wir haben dies auch detailliert in unserer Studie "Attraktive Geschäftsmodelle mit PV-Anlagen" darstellen können." so Dr. Engelmann.

Neu war das Inkrafttreten des Mieterstromgesetzes im Jahr 2017. Für Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften, Energieversorgungsunternehmen, Vermieter von Wohnobjekten sowie Bürgerenergiegesellschaften ist es durch das Mieterstromgesetztes interessant geworden Solarstrom auf einem Mehrfamilienhaus zu produzieren und an die Mieter weiter zu geben. Das Potential für solche Modelle ist in deutschen Städten sehr hoch. Laut einer Potentialstudie des Bundesverbandes Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, dem Deutschen Mieterbund und dem Bundesverband Solarwirtschaft könnten bis zu 1,4 Millionen Mieter durch die Umsetzung von Mieterstromprojekten preiswerten Solarstrom beziehen." Das Thema Mieterstrommodelle wird von der Energieagentur Rheinland-Pfalz nicht nur in der Studie "Attraktive Geschäftsmodelle mit PV-Anlagen" thematisiert, sondern auch in einem Webinar kostenfrei im Internet erläutert.

Schwächelndes Groß-Segment

Allein der Zubau von Anlagen im Groß-Segment über 750 kWp, darunter sind Frei- und Dachflächenanlagen, ist gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. In 2017 wurden nur fünf Anlagen in diesem Segment in Rheinland-Pfalz installiert, die eine installierte Leistung von 10.256 kWp aufweisen. Dies bedeutet eine Reduktion von rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Es fehlen zwar noch die Zubauzahlen vom Dezember. Eine "Jahresend-Ralley" wie 2016 sehen wir jedoch nicht, da sich die rechtlich-regulatorischen Rahmenbedingungen aus dem EEG 2017 geändert haben", erklärt Ralf Engelmann. "Alle Anlagen, die größer als 750 kWp sind, müssen in die Ausschreibung und in dieser hat Rheinland-Pfalz in den letzten fünf Runden leider keinen Zuschlag erhalten. Die Anlagen werden daher eher so dimensioniert, dass sie die Grenze von 750 kWp nicht überschreiten."

Der Beitrag der Photovoltaik zum Klimaschutz

Die kumulierte Anlagenleistung hat in Rheinland-Pfalz mittlerweile den Wert von 2.078.000 kWp erreicht. Durch die hohen Globalstrahlungswerte kann in Rheinland-Pfalz ein jährlicher Solarstromertrag von rund zwei TWh generiert werden. Allein durch die Solarenergie können somit rund 500.000 Vier-Personenhaushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Pro erzeugter Kilowattstunde Solarstrom können bei dem heutigen Energiemix in Deutschland rund 550 g CO2 eingespart werden. Rechnet man dies auf die Solarstromproduktion von Rheinland-Pfalz hoch, so werden jährlich 1,1 Mio. Tonnen CO2 vermieden. Dies ist ein nicht zu vernachlässigender Beitrag zur Dekarbonisierung der Energiewirtschaft. Um die gleiche Menge CO2 im Verkehrssektor einzusparen, müssten alle 2,4 Mio. PKWs aus Rheinland-Pfalz in einem Jahr rund 2.400 Kilometer weniger fahren.

Die Solarinitiative Rheinland-Pfalz

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz hat 2016 die Solarinitiative Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. Sie dient als Plattform für den Austausch von Fachinformationen. Dabei werden regionale Multiplikatoren einbezogen. Die Solarinitiative Rheinland-Pfalz bereitet aktuelle Informationen auf und motiviert und unterstützt regionale Kampagnen und Aktivitäten zum Anschub von Solarprojekten. Insbesondere bei den Zielgruppen Kommunen und Unternehmen wird die Projektumsetzung tatkräftig unterstützt. Als Ansprechpartner der Solarinitiative steht Dr. Ralf Engelmann (Tel.: 063120575 7152, E-Mail: ralf.engelmann@energieagentur.rlp.de) zur Verfügung.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt Kommunen und öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und Bürger bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten zur Energiewende in Rheinland-Pfalz. Sie informiert und initiiert Projekte in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energiesparen. Mitarbeiter in den Regionalbüros stehen als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung und unterstützen bei der Durchführung regionaler Projekte. Damit trägt die Landesenergieagentur zur Umsetzung der energiepolitischen Ziele in Rheinland-Pfalz sowie zum Klimaschutz bei.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet. Sie informiert unabhängig und anbieterneutral.

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