Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

Hunsrückdorf Schnorbach gewinnt bei bundesweitem Klimaschutzwettbewerb

Die Ortsgemeinde Schnorbach wurde am Montag (22. Januar 2018) als "Klimaaktive Kommune 2017" ausgezeichnet.
Schnorbacher Kinder engagierten sich als Stromdetektive.

Mit dem Projekt "Förderprogramm bringt Energieeinsparung im ganzen Dorf" gehört die Ortsgemeinde Schnorbach zu den Gewinnern beim Wettbewerb "Klimaaktive Kommune 2017". Am Montag, 22. Januar 2018, nahm Ortsbürgermeister Bernd Kunz die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung in Berlin entgegen.

Kaiserslautern, 22. Januar 2018: Die Ortsgemeinde Schnorbach im Rhein-Hunsrück-Kreis gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb "Klimaaktive Kommune 2017". Die Auszeichnung wurde vergeben für das Projekt "Förderprogramm bringt Energieeinsparung im ganzen Dorf", mit der die Gemeinde Bürgerinnen und Bürger finanziell unterstützt bei Maßnahmen zur Senkung des privaten Energieverbrauchs. So wird der Klimaschutz vor Ort aktiv vorangebracht, heißt es in der Begründung zu Preisvergabe. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb "Klimaaktive Kommune" vom Bundesumweltministerium und vom Deutschen Institut für Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Energie- und Umweltministerin Ulrike Höfken, die während ihrer "Sommertour" im vergangenen August Schnorbach besucht hatte, gratulierte "allen Bürgerinnen und Bürgern von Schnorbach herzlich zu dieser Auszeichnung" und dankte Ihnen für ihr Klimaschutzengagement. "Die Schnorbacher Energiesparrichtlinie erzeugt Rückenwind fürs Energiesparen, motiviert zum Mitmachen und ist auch gut fürs Portemonnaie. Wenn wir auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene alle an einem Strang ziehen, wird die Energiewende gelingen und ein Gewinn für alle", erklärte Ministerin Höfken.

Schnorbachs Ortsbürgermeister Bernd Kunz konnte jetzt den Preis in Berlin entgegen nehmen. Für das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro, das in die Umsetzung weiterer Vorhaben zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel investiert werden muss, hat Kunz bereits einen Verwendungszweck im Blick: "Unsere Gemeinde installiert eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeichersystem. Mit dem gespeicherten Strom wird die Straßenbeleuchtung im gesamten Ort betrieben", erklärt der Ortsbürgermeister. Und er freut sich: "Dann scheint zukünftig in Schnorbach die Sonne auch nachts!"

Bürgernahes Förderprogramm für den Klimaschutz

Seit 2014 verpachtet die Kommune gemeindeeigene Grundstücke an die Betreiber von zwei Windkraftanlagen. Zugleich beschloss der Gemeinderat, einen Teil der Pachteinnahmen in einen "Fördertopf" fließen zu lassen, um Bürgerinnen und Bürger bei persönlichen Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs zu unterstützen. So fließt Geld aus dem Klimaschutz wieder in den Klimaschutz. Und alle Schnorbacher, die sich für das Klima engagieren möchten, können davon profitieren - egal ob Mieterin oder Hausbesitzer.

Das Förderangebot ist vielfältig; es reicht von der Kostenübernahme für Vor-Ort-Energieberatungen der Verbraucherzentrale über Zuschüsse bei der Anschaffung besonders effizienter Haushaltsgeräte (je 100 Euro) bis zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen, Gebäudedämmung, Batteriespeichern und vieles mehr. Die Höchstfördersumme liegt bei maximal 6.000 Euro pro Haushalt.

Ein Programm, das sich für alle rechnet

Dass die Schnorbacher Richtlinie von den rund 250 Einwohnerinnen und Einwohnern im Ort gut genutzt wird, zeigen Zahlen: 66.000 Euro wurden bislang bewilligt, daraus resultieren Bürger-Investitionen von etwa 323.000 Euro für konkrete Maßnahmen zur Energieeinsparung. Neben den messbaren Energieeinsparungen konnte ein weiteres Ziel des Projekts erreicht werden: Die Sensibilisierung für das Thema Klimaschutz und die Motivation, mit geeigneten Maßnahmen im privaten Umfeld selbst aktiv zu werden. Die Energieagentur Rheinland-Pfalz beteiligte sich mit einem speziellen Programm für die Kinder im Dorf. Rund 87 Tonnen klimaschädliches CO2 können so pro Jahr eingespart werden.

Das "Schnorbacher Modell" hat mittlerweile über die Gemeindegrenzen hinaus Nachahmer gefunden. In mehr als 40 Orten im Rhein-Hunsrück-Kreis gelten inzwischen Förderrichtlinien, die sich am Vorbild von Schnorbach orientieren. Damit steuern die Gemeinden einen wichtigen Beitrag zu den ehrgeizigen Klimazielen des Rhein-Hunsrück-Kreises bei, der anstrebt, bis zum Jahr 2020 ein bilanzieller "Null-Emissionskreis" in den Sektoren Strom, Wärme, Mobilität und Abfall zu werden.

Weitere Informationen zum "Schnorbacher Modell" und den Klimaschutz-Richtlinien im Rhein-Hunsrück-Kreis: https://www.energieagentur.rlp.de/regionalbueros/mittelrhein/details/meldungen/schnorbach-macht-schule/

Wettbewerb "Klimaaktive Kommune"

Der Wettbewerb "Klimaaktive Kommune" (bis 2015 Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz") wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. Im Wettbewerb "Klimaaktive Kommune 2017" wurden insgesamt 102 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Die Ortsgemeinde Schnorbach hat sich mit dem Projekt "Förderprogramm bringt Energieeinsparung im ganzen Dorf" in der Kategorie "Kommunale Klimaaktivitäten zum Mitmachen" beworben. In dieser Kategorie gab es 50 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden.

Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie Fotos von der Veranstaltung und vom ausgezeichneten Projekt unter: https://www.klimaschutz.de/wettbewerb2017

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt Kommunen und öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und Bürger bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten zur Energiewende in Rheinland-Pfalz. Sie informiert und initiiert Projekte in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energiesparen. Mitarbeiter in den Regionalbüros stehen als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung und unterstützen bei der Durchführung regionaler Projekte. Damit trägt die Landesenergieagentur zur Umsetzung der energiepolitischen Ziele in Rheinland-Pfalz sowie zum Klimaschutz bei.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet. Sie informiert unabhängig und anbieterneutral.

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