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21.05.2019 – 08:14

MINT-EC e.V.

Schulleiter-Interview über Schul-Cloud Brandenburg

Schulleiter-Interview über Schul-Cloud Brandenburg
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51 Brandenburger Schulen aus dem Programm medienfit testen im neuen Schuljahr die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) im Unterricht. Als Teil des nationalen Schulnetzwerks MINT-EC, setzt das Marie-Curie-Gymnasium die digitale Lehr- und Lernplattform bereits seit 2017 ein. Schulleiter Volker Freitag erzählt, was sich am Gymnasium in Ludwigsfelde seitdem verändert hat.

MINT-EC: Das Marie-Curie-Gymnasium ist seit 2017 Pilotschule im Rahmen des BMBF-Projekts "HPI Schul-Cloud" von HPI und MINT-EC . Mit welchen Bedingungen sind Sie damals gestartet?

Volker Freitag: Wir haben damals angefragt, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich zu bewerben. Ausgangspunkt war, dass die Schule über zwei Computerkabinette verfügte, mit dem herkömmlichen 16 Mbit/s Telekomanschluss, der war kostenfrei für Schulen. Das waren natürlich keine üppigen Voraussetzungen.

Wie ging es dann weiter?

Die grundsätzliche Frage war dann: Wie startet man? Zu Anfang hatten wir keine mobilen Geräte zur Verfügung für eine gesamte Klasse. Wir haben unter Nutzung der Computerräume mit zwei 9. Klassen mit den Fächern Mathematik und Geografie begonnen, wie es damals auch empfohlen wurde. Dabei zeigte sich, dass viele Funktionen eine positive Lernmotivation brachten. Es hat sich allerdings als negativ erwiesen, dass im Computerkabinett immer nur zwei Schüler, die nebeneinandersaßen, zusammenarbeiten konnten. Dabei war dann nur einer [in der HPI Schul-Cloud] angemeldet. Wenn Aufgaben verteilt oder eingesammelt worden sind, war eine Bearbeitung immer nur in einem Duo möglich.

Und wie sieht es heute aus?

Wir wissen jetzt, dass es notwendig ist, dass man einen leistungsfähigen Internetanschluss auch symmetrisch braucht, um die Uploads der Schüler und Schülerinnen zu sichern. Wir wissen, dass wir eine WLAN Ausleuchtung des Gebäudes brauchen und konnten dafür viel Verständnis beim Schulträger, dem Landkreis Teltow-Fläming erreichen, um eine Vermessung des gesamten Schulgebäudes realisieren zu können. Der Schulträger hat uns zugesichert auf einen 50 Mbit/s Anschluss erhöhen zu können. Das haben wir dann auch umgesetzt. Im Weiteren wurde ein zusätzlicher 200 Mbit/s Anschluss realisiert.

Was hat sich seit 2017 an Ihrer Schule noch verändert?

Wir haben dann versucht die nächste Stufe umzusetzen - mit einer Bewerbung bei "medienfit_sek I" im Land Brandenburg. Beide Testklassen sind jetzt ausgestattet mit mobilen Geräten. Wir haben mittlerweile alle Räume der Schule mit interaktiven Boards ausgestattet - und verfügen über einen weiteren Satz mobiler Geräte, der für eine Klasse nutzbar ist, wie ein fahrbares Computerkabinett.

Das Programm "medienfit_sek I" fördert Schulen mit einem innovativen pädagogischen Konzept. Hat sich die HPI Schul-Cloud bei dieser Bewerbung positiv ausgewirkt?

Wir hatten mit der Schul-Cloud sicher den Vorteil, dass wir den Medienentwicklungsplan schon in Grundzügen erstellt hatten. Für die Bewerbung für die Schul-Cloud war das eine Voraussetzung. Die Grundideen waren schon da - was wollen wir, wofür wollen wir das nutzen, welchen pädagogischen Sinn soll das alles haben? Das haben wir im Prinzip vertieft, mit dem Träger abgestimmt und das Nutzungskonzept weiter vervollständigt.

Wie viele Lehrkräfte arbeiten heute tatsächlich mit der HPI Schul-Cloud?

Ungefähr 20. Wir haben zwischenzeitlich zwei Fortbildungen mit dem MINT-EC und dem HPI für alle 45 Lehrkräfte unserer Schule durchgeführt. So konnten sich zumindest alle über die Grundideen und -funktionen ein Bild machen. Lehrkräfte haben den Wunsch, dass sie einen gewissen Vorsprung gegenüber Schülerinnen und Schülern haben, bevor sie die Schul-Cloud im Unterricht nutzen. Die meisten arbeiten damit zunächst demonstrativ, sofern keine mobilen Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse verfügbar sind.

Was ist denn mit eigenen Geräten von Schülerinnen und Schülern?

Die Arbeit ist sehr differenziert, wenn man mit eigenen Geräten der Schülerinnen und Schüler arbeitet: Die meisten haben Handys, wenige Tablets. Am Handy lässt sich ein Programm wie Geogebra in der Mathematik rein vom Bildausschnitt nicht so günstig nutzen. Wir glauben, dass ein größeres Anzeigegerät für die Nutzung der Schul-Cloud eine wichtige Voraussetzung ist.

Im neuen Schuljahr werden weitere 51 Schulen aus Brandenburg in der Schul-Cloud vernetzt. Was würden Sie den neuen Schulen raten?

Ich würde Lehrkräften raten, sich die Schul-Cloud zunächst für sich zu erschließen, um sie dann schrittweise in modularer Art und Weise mit Kindern zu testen. Entscheidend ist, dass die Lehrkräfte die Cloud für sich entdecken, als ein Arbeitsmaterial, welches für ihren Unterricht eine Bereicherung darstellt.

HPI Schul-Cloud
Das Pilotprojekt von Hasso-Plattner-Institut und MINT-EC wird vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Alle derzeit 100
Pilotschulen gestalten die HPI Schul-Cloud während der Entwicklungsphase bis
Juli 2021 aktiv mit.
Die HPI Schul-Cloud unterstützt Lehrkräfte bei der Unterrichtsdurchführung und
-vorbereitung. Sie ermöglicht das Teilen von Unterrichtskonzepten im Kollegium
und darüber hinaus. Die digitale Lehr- und Lernplattform macht Lerninhalte,
Methoden und Werkzeuge für Nutzerinnen und Nutzer verfügbar. Die klassische
Schulstunde wird durch eine Kalender- und Dateiablagefunktion, sowie
Möglichkeiten zur Kollaboration, für die Bearbeitung von Online-(Haus-)aufgaben
sowie Feedback zur individuellen Leistung der Lernenden ergänzt. Unter
Einbeziehung der Erfahrungen aus den Pilotschulen aus dem MINT-EC-Schulnetzwerk,
werden die Möglichkeiten der Plattform stetig erweitert.

MINT-EC 
Das nationale Excellence-Schulnetzwerk 
MINT-EC ist das nationale Excellence-Netzwerk von Schulen mit Sekundarstufe II
und ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und
Technik (MINT). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgebern gegründet und
arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen. MINT-EC bietet
ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler sowie
Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das
Netzwerk mit derzeit 316 zertifizierten Schulen mit rund 336.000 Schülerinnen
und Schülern sowie 27.000 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft
der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Hauptförderer von MINT-EC sind der
Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Rahmen der Initiative think ING. sowie die
Siemens Stiftung und die bayerischen Arbeitgeberverbände bayme vbm und vbw.

Ansprechpartnerin Presse MINT-EC:
Christina Anders - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Team HPI Schul-Cloud
Am Borsigturm 15 | 13507 Berlin
Tel.: 030-4000 67-48
E-Mail: anders@mint-ec.de
Internet: www.mint-ec.de
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