Alle Meldungen
Abonnieren
Abonnieren Sie alle Meldungen von Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

15.01.2020 – 16:43

Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

BStU-Pressemeldung: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Gast im Stasi-Unterlagen-Archiv

BStU-Pressemeldung: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Gast im Stasi-Unterlagen-Archiv
  • Bild-Infos
  • Download

Ein Dokument

PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 15. Januar 2015

__________________________________________________________________________________________________

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Gast im Stasi-Unterlagen-Archiv

am 30. Jahrestag der Erstürmung

Die Öffnung der Akten als einen "zutiefst demokratischen Akt" gewürdigt

__________________________________________________________________________________________________

Am Jahrestag der Erstürmung der Stasi-Zentrale genau vor 30 Jahren am 15. Januar 1990,

besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den historischen Ort, der heute als

"Campus für Demokratie" ein Ort der deutschen Diktatur- und Demokratiegeschichte ist.

Bei seinem Gang über den Campus und durch das Stasi-Unterlagen-Archiv würdigte er

insbesondere die Leistung der Menschen, die vor 30 Jahren den Mut hatten, dem Treiben

der Stasi ein Ende zu setzen. Steinmeier bedankte sich explizit bei den Bürgerrechtlern

und Aktivisten des Herbsts 1989 für ihren Mut. Etliche Besetzerinnen und Besetzer aus

Erfurt, Leipzig und Berlin waren bei einer Podiums¬diskussion im Rahmen des Besuchs

dabei.

Der Bundespräsident war auf Einladung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen

Roland Jahn zum Jahrestag ins Archiv gekommen. Jahn freut sich über den Besuch,

den er als Anerkennung für das, was seit der Erstürmung 30 Jahre lang an Arbeit mit den

Stasi-Akten für die Gesellschaft geleistet worden sei, bewertete.

"Es ging damals darum, die Dokumentation der Unterdrückung von Menschen in der

SED-Diktatur zu sichern und jedem Einzelnen die Kontrolle über sein Leben und die

gestohlenen Informationen zurückzugeben. Dies haben Bürgerinnen und Bürger seither

über drei Millionen Mal mit ihren Anträgen zur persönlichen Akteneinsicht in Anspruch

genommen."

In seiner Rede ging auch der Bundespräsident auf die grundsätzlichen Anliegen des

Aktenzugangs ein:

"Der Öffnung der Stasi-Akten verdanken wir - und zwar alle Deutschen - tiefe Einblicke

in die Mechanismen einer Diktatur. Dieses Wissen ist schmerzhaft. Aber wir brauchen es,

um wachsam zu sein in unserer Demokratie."

Dass für den Umgang mit den Stasi-Akten und das in ihnen dokumentierte Verhalten

von Menschen eine differenzierte Betrachtung angebracht ist, wurde auch in der

Podiumsdiskussion deutlich. Dort ging es um Fragen der Verfolgung durch die Stasi

und der Zerstörung der Privatsphäre, aber auch um die Verstrickung in die Repression

als inoffizieller Mitarbeiter der Stasi und den Umgang damit heute. Die Podiumsgäste

Angela Marquardt, Helmut Müller-Vogg, Andreas Schmidt-Schaller und

Uwe Schwabe machten dies mit sehr persönlichen Statements deutlich. Schülerinnen

und Schüler der Gesamtschule Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule Berlin-Zehlendorf

reagierten auf die Darstellungen mit Fragen nach der Auseinandersetzung in der

Familie, nach dem Gefühl des Abhörens oder der Kenntnis über den Umfang des

Stasi-Apparats.

Hintergrund:

Die Erstürmung der Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990 und das in jener Nacht gegründete

Bürgerkomitee waren Meilensteine auf dem Weg zur Öffnung der Stasi-Akten. Im Sommer

des Jahres 1990 verabschiedete die frei gewählte Volkskammer ein Gesetz, mit dem der

Aktenzugang beschlossen wurde. Als dieses Gesetz im Prozess der deutschen Einheit zu

verschwinden drohte, kam es im September 1990 zu einer zweiten Besetzung der

Stasi-Zentrale. Die Aktivisten, unter ihnen auch etliche Besetzer des Januar 1990, setzten

damit die Akzeptanz des sofortigen Zugangs zu den Stasi-Unterlagen für die Gesellschaft

durch. Gut ein Jahr später, am 29. Dezember 1991 trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in

Kraft, auf dessen Grundlage am 2. Januar 1992, vor 28 Jahren, erstmals Bürgerinnen und

Bürgern Zugang zu den Unterlagen erhielten, die die Stasi über sie angelegt hatte. Bis

heute sind seitdem insgesamt mehr als sieben Millionen Anträge und Ersuchen von

Bürgerinnen und Bürgern, aus Forschung und Medien sowie öffentlichen Stellen beim

Bundesbeauftragten eingegangen. Weitere Zahlen unter http://www.bstu.de/ueber-uns/bstu-in-zahlen/

www.bstu.de/ueber-uns/bstu-in-zahlen/

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin BStU

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen
des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen
Deutschen Demokratischen Republik (BStU)
Pressestelle
Karl-Liebknecht-Str. 31/33
10178 Berlin

Tel.: +49 30 2324 - 7171
Fax: +49 30 2324 - 7179
E-Mail: presse@bstu.bund.de
Internet: www.bstu.de
twitter: @bstu_presse
Interesse am BStU-Newsletter?
Melden Sie sich hier an https://www.bstu.de/presse/#c13417