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28.03.2019 – 12:18

Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

BStU-Pressemitteilung: Ausstellung zur DDR-Staatssicherheit in Ratzeburg "Feind ist, wer anders denkt" ab 4. April 2019 im Rathaus

3 Dokumente

PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 28.03.2019

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Ausstellung zur DDR-Staatssicherheit in Ratzeburg

"Feind ist, wer anders denkt" ab 4. April 2019 im Rathaus

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Wie erging es den Menschen in Ost und West, die ins Visier der Staats­sicherheit der

DDR gerieten? Mit welchen Methoden arbeitete die Stasi? Und wie präsent war die

Geheimpolizei auch in der Bundesrepublik? Antworten auf diese und andere Fragen

gibt die Wanderausstellung "Feind ist, wer anders denkt" des Bundesbe­auftragten für

die Stasi-Unterlagen (BStU). Sie dokumentiert, wie durch Überwachung, Bespitzelung

und Unterdrückung von Men­schenrechten die Macht der Staatspartei SED in der DDR

gesichert wurde. Die Ausstellung bietet auch Informationen zur Stasi-Über­wachungstätigkeit

in Schleswig-Holstein und der Region Ratzeburg.

Ausstellung: 3. April- 4. Mai 2019, Montag, Dienstag, Mittwoch,

Freitag: 8.00 bis 16.00 Uhr, Donnerstag bis 18.00 Uhr;

Ostertage und Wochenenden sowie 1. Mai: 10.00 bis 15.00 Uhr

Podiumsgespräch: Freitag, 12. April, 19.00 Uhr,

Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen;

Rainer Voss, Bürgermeister der Stadt Ratzeburg;

Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter;

Wolfgang May, ehem. Beamter Bundesgrenzschutz;

Moderation: Dr. Andreas Wagner, Grenzhus Schlagsdorf.

Ort: Rathaus Ratzeburg,

Unter den Linden 1, 23909 Ratzeburg

Programm: Presserundgang am 12. April: 18.15 Uhr.

Führungen nach Voranmeldung an ausgewählten Terminen,

Tel.: 030 - 2324-8831

Vortrag: 23.04., 19.00 Uhr: Dr. Volker Höffer (BStU)

zur Arbeit der Stasi in Schleswig-Holstein

Lehrerfortbildung: 25.04., DDR und Stasi als Thema im Schulunterricht.

Anmeldung: 030-2324-8937 und bildung@bstu.bund.de

Der Eintritt ist frei.

Elmar Kramer, Stv. Pressesprecher

Hintergrundinformationen zu Ratzeburg und Schleswig-Holstein

Zahlen zur Akteneinsicht im Stasi-Unterlagen-Archiv

(1991 bis März 2019)

Anträge gesamt aus Schleswig-Holstein: 29.403

- darunter persönliche Akteneinsicht: 24.534

Anträge gesamt aus Ratzeburg : 351

- darunter persönliche Akteneinsicht: 334

Regionale Beispiele von Stasi-Aktivitäten in der Ausstellung

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) arbeitete im Auftrag der SED auch im

westlichen Ausland, insbesondere in der Bundesrepublik Deutsch­land. Dabei geriet

auch das Bundesland Schleswig-Holstein in den Fokus der Stasi. Hier standen

vor allem militärische, wirtschaftliche und politische Einrichtungen im Blick, aber

auch die innerdeutsche Grenze. Ergänzend zur Ausstellung "Feind ist, wer anders

denkt" werden Beispiele aus der Region vorgestellt.

Die Aktionen gegen die Grenze von Michael Gartenschläger

Im Jahr 1971, nach zehn Jahren politischer Haft in der DDR, kam Michael

Gartenschläger durch Freikauf in den Westen. Auch von der Bundesrepublik aus

leistete er Widerstand gegen das SED-Regime und half als Schleuser DDR-Flüchtlingen

über die Grenze. So blieb er im Visier der Stasi. 1976 fasste er den lebensgefährlichen

Entschluss, Selbstschussanlagen von DDR-Grenzzäunen abzubauen. Zweimal gelang

es Gartenschläger, Minen zu entfernen. Damit konnte er beweisen, dass die SED den

Tod von Flüchtlingen bewusst in Kauf nahm - etwas das sie stets geleugnet hatte.

Beim dritten Versuch, in der Nacht zum 1. Mai 1976, erschoss ihn ein

Stasi-Spezialkommando an der Grenze zwischen Leisterförde/Bezirk Schwerin und

Bröthen/Schleswig-Holstein.

Spionage im Kreis Herzogtum Lauenburg

Der Stasi gelang es in großem Umfang, Bundesbürger zur Spionage für die DDR zu

gewinnen. Diese "Kundschafter" der Stasi waren auch im Kreis Herzogtum Lauenburg

aktiv. Hierzu zählte der Inoffizielle Mitarbeiter (IM) "Harald Wallis", Journalist und Redakteur

bei einer lokalen Zeitung u.a. in Lübeck. In den 1970er und 1980er-Jahren war sein

Auftrag die "Aufklärung des gegnerischen Regimes". Sein Ziel: Bundesgrenzschutz,

Polizei und Verwaltung. "Harald Wallis" fotografierte Gebäude und Veranstaltungen,

schrieb Berichte und übergab das Material an die Stasi. Dazu war er auch immer

wieder in Ratzeburg aktiv.

Bei Interesse an weiteren Informationen melden Sie sich gern in der Pressestelle.

Weitere Informationen für eine Recherche im Stasi-Unterlagen-Archiv unter:

www.bstu.bund.de/Antrag-Medien

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen
des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen
Deutschen Demokratischen Republik (BStU)
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