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13.03.2019 – 11:36

Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

BStU Pressemitteilung: Übergabe des 14. Tätigkeitsberichts an den Bundestag

BStU Pressemitteilung: Übergabe des 14. Tätigkeitsberichts an den Bundestag
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PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 13.03.2019

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Übergabe des 14. Tätigkeitsberichts an den Bundestag

Inhalte der Arbeit des Bundesbeauftragten für die Stasi-

Unterlagen in 2017/2018 sowie das Konzept zur Zukunft

der Stasi-Unterlagen

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Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU), Roland Jahn,

hat heute dem Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang

Schäuble, den 14. Tätigkeitsbericht zur Arbeit des BStU sowie gemeinsam

mit dem Präsidenten des Bundesarchivs, Dr. Michael Hollmann, das

Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen übergeben.

Wie soll sie konkret aussehen, die Zukunft der Stasi-Akten? Diese Frage hat

den Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) im Berichtszeitraum

2017 und 2018 stark beschäftigt. Mehr als eine Generation ist in einem

vereinten Deutschland aufgewachsen. In diesem Jahr wird an den 30.

Jahrestag des Mauerfalls erinnert, auch ein wichtiges Datum für die Stasi-Akten.

Dazu sagte Jahn:

"Es ist bald 30 Jahre her, dass mutige Bürgerinnen und Bürger in

der Friedlichen Revolution die Stasi-Unterlagen gesichert und den Zugang

erkämpft haben. Die Öffnung der Stasi-Unterlagen gehört zu den zentralen

Errungenschaften der Friedlichen Revolution. 30 Jahre Arbeit mit den Stasi-

Unterlagen sind ein guter Zeitpunkt, um die Weichen für die Zukunft zu stellen."

Im Berichtszeitraum hat der BStU gemeinsam mit dem Bundesarchiv ein

Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen im Auftrag des Bundestags erarbeitet.

Es beschreibt die Leitlinien für den Zukunftsprozess. Mit dem Bundesarchiv hat

das Stasi-Unterlagen-Archiv einen starken Partner, mit dem es sich den Heraus-

forderungen einer digitalen Welt stellen kann. Jahn beschrieb den Kern des

Konzepts wie folgt:

"Mit dem Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen unter dem Dach des

Bundesarchivs werden unsere Kompetenzen, Technik und Ressourcen gebündelt,

um das Stasi-Unterlagen-Archiv fit für die Zukunft zu machen. Durch die Bündelung

wollen wir die langfristige Sicherung der Akten gewährleisten und die Nutzungs-

möglichkeiten durch eine breit angelegte Digitalisierung erweitern."

Die notwendigen Investitionen in archivgerechte Lagerung, Bauten und Digitalisierung

können in gemeinsamer Anstrengung angegangen werden. Dazu wird am Standort

des Stasi-Unterlagen-Archivs am historischen Ort der Stasi-Zentrale in Berlin-

Lichtenberg ein Kompetenzzentrum zum Erhalt der Unterlagen mit Werkstätten zur

Restaurierung und Digitalisierung aufgebaut. Auch die Rekonstruktion von zerrissenen

Stasi-Unterlagen wird dort einen Platz einnehmen.

Dieses Zentrum soll Teil eines Archivzentrums zur SED-Diktatur werden, in dem in

Zukunft auch die Unterlagen der Bestände der zentralen DDR-Behörden und der

Stiftung Parteien und Massenorganisationen in der DDR (SAPMO) des Bundesarchivs

untergebracht werden.

Das Recht auf den Zugang zu den Akten bleibt unverändert. Die Nutzung wird weiterhin

auf Basis des Stasi-Unterlagen-Gesetzes erfolgen.

Für die Zukunft wird auch die Forschung neu ausgerichtet. Um die Recherche-Möglichkeiten

für Forschung, Bildung und Medien zu verbessern und den steigenden Ansprüchen einer

sich verändernden Wissenschaftslandschaft gerecht zu werden, wird die Forschung beim

Stasi-Unterlagen-Archiv in Richtung einer gezielten quellenkundlichen Forschung weiterentwickelt.

Vieles Weitere aus der Tätigkeit des BStU drehte sich in den vergangenen beiden Jahren

um die Zukunft. "Einblick ins Geheime"- die neue Ausstellung zum Stasi-Unterlagen-Archiv

am historischen Ort der Stasi-Zentrale in Berlin steht exemplarisch für den Weg in die Zukunft.

Es geht darum, das "Monument der Überwachung", die 111 Kilometer Stasi-Akten, an historischen

Orten sichtbar und es im digitalen Dialog mit der neuen Generation nutzbar zu machen.

Das Stichwort Digitalisierung ist mit der Zukunft untrennbar verbunden. Mit der Stasi-Mediathek

ist bereits seit einigen Jahren ein stetig wachsendes digitales Schaufenster ins Archiv geschaffen

worden. In den letzten zwei Jahren wurde zusätzlich die Homepage www.bstu.de neu aufgesetzt.

Sie ist ein Einstieg ins Archiv, mit einer umfassenden Suche zu den Ressourcen des Archivs, auf

der in den kommenden Jahren weiter aufgebaut wird. Jahn sagte, dass aber auch in Zukunft gelte:

"Den Opfern gerecht werden und gleichzeitig eine Brücke zur nächsten Generation schlagen:

Das ist und bleibt die Mission des Stasi-Unterlagen-Archivs."

Von der Option auf persönliche Akteneinsicht haben 2017 über 48.000 Menschen Gebrauch

gemacht, 2018 gingen dazu gut 45.000 Anträge ein. In 2017 und 2018 sind je ca. 1.300 Anträge

aus Forschung und Medien gestellt worden. In 2017 und 2018 gab es jeweils ca. 1.100 Ersuchen

auf Überprüfung im öffentlichen Dienst und bei politischen Funktionsträgern.

Die Anträge zu Forschung, Bildung und Medien bleiben seit Jahren konstant. Journalisten und

Wissenschaftler, sowie Dokumentar- und Spielfilmproduktionen, Gedenkstätten und Bildungsein-

richtungen, oder auch Privat- und Regionalforschungen begeben sich oft auf eine intensive

Spurensuche im Stasi-Unterlagen-Archiv.

Wie geht es nun weiter?

Das Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen soll in den nächsten Monaten in den Facharbeits-

gruppen der unterschiedlichen Bundestagsfraktionen und innerhalb der Regierungskoalition

beraten werden. Zudem ist im Ausschuss für Kultur und Medien in den kommenden Monaten

eine ausführliche Vorstellung und Beratung des Konzeptes geplant.

Der 14. Tätigkeitsbericht des BStU sowie das gemeinsame Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen

und weitere Informationen sowie Fotos zur Presse-Nutzung sind unter www.bstu.de abrufbar.

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin BStU

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen
des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen
Deutschen Demokratischen Republik (BStU)
Pressestelle
Karl-Liebknecht-Str. 31/33
10178 Berlin

Tel.: +49 30 2324 - 7171
Fax: +49 30 2324 - 7179
E-Mail: presse@bstu.bund.de
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