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17. Aufsichtsrats-Panel: Abschlussprüfer können erheblich zu guter Corporate Governance beitragen

Düsseldorf (ots) - Die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Abschlussprüfer hat sich weiter verbessert und zu einem effizienten Miteinander entwickelt. Zu dieser Einschätzung kommt die 17. Panel-Befragung der Zeitschrift "Der Aufsichtsrat" in Zusammenarbeit mit dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte.

"Die Ergebnisse machen deutlich, dass der Abschlussprüfer aus Sicht der Aufsichtsräte inzwischen als wesentlicher Sparringspartner für eine gute Corporate Governance wahrgenommen wird", so Dr. Arno Probst, Partner bei Deloitte.

Bereits seit 2007 wird von der Zeitschrift "Der Aufsichtsrat" kontinuierlich ein Meinungsbild unter Aufsichtsräten zu aktuellen Themen ermittelt. Für die 17. Panel-Befragung wurden 60 Teilnehmer, die durch Mehrfachmandate insgesamt 201 Gesellschaften vertraten, zur Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Abschlussprüfer befragt. 22 der repräsentierten Gesellschaften sind im Prime Standard gelistet (6 DAX, 8 MDAX, 4 SDAX und 4 weitere).

Konstruktiver Austausch mit dem Abschlussprüfer

Im Durchschnitt sind die Befragten mit der aktuellen Zusammenarbeit zufrieden bis sehr zufrieden. In den letzten zehn Jahren hat sich sowohl die Professionalität der Wirtschaftsprüfer als auch die Kommunikation weiter verbessert. Es wird jedoch auch Verbesserungspotenzial gesehen: So wurde der Wunsch geäußert, dass der Abschlussprüfer intensiver und kritischer zu Risiken Stellung nimmt. Außerdem besteht Bedarf an zusätzlichen Informationsrunden und Diskussionen sowie offensiveren, unterjährigen und initiativen Informationen.

"Die Panelteilnehmer zeigen sich überzeugt davon, dass der Abschlussprüfer und seine Kompetenzen die Überwachungsleistung der Aufsichtsräte effizienter und effektiver machen", kommentiert Prof. Dr. Dr. Manuel R. Theisen, geschäftsführender Herausgeber von "Der Aufsichtsrat", die Ergebnisse.

Ambivalenz in Bezug auf externe Rotation und doppelte Wahlvorschläge Im Juni 2016 traten neue Regeln in Kraft, die die Qualität der Abschlussprüfung verbessern sollen. Zum einen wurde eine externe Rotation des Prüfers eingeführt, zum anderen müssen der Hauptversammlung zwingend zwei Wirtschaftsprüfer-/ Wirtschaftsprüfungsgesellschafts-Kandidaten vorgeschlagen werden. Über zwei Fünftel (42,4%) lehnen beide Neuregelungen ab, ein Drittel (32,2%) begrüßt nur die "externe Rotation" und nur ein knappes Viertel (23,7%) sieht beide Ansätze als zielführend an.

Vergabe von Nichtprüfungsleistungen wird sensibler gehandhabt Etwa zwei Drittel der Befragten (66,7%) vergeben Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer. Hier steht die Beratung zu Steuer- und Bewertungsfragen im Vordergrund. Die Befragten erwähnten ausdrücklich, dass die Vergabe dieser Leistungen restriktiv gehandhabt wird. Dies zeigt eine zunehmende Sensibilisierung für das Thema.

Ja zum Kodex, aber auch zu seiner Anpassung

Abschließend wurde traditionell die Einschätzung zu aktuellen Corporate Governance-Themen abgefragt. In diesem Jahr wurde die Überarbeitung des Deutschen Corporate Governance Kodex und seine stärkere Ausrichtung an der internationalen "best practice of good corporate governance" thematisiert. Die Teilnehmer des Panels sprechen sich mit deutlicher Mehrheit (83,9%) für die Verschlankung des Kodex aus, während nur gut zwei Fünftel (42,6%) die Internationalisierung des Kodex begrüßen. Mit über 96% sprechen sich die Teilnehmer jedenfalls für eine Beibehaltung des Kodex aus.

"Die Ergebnisse zeigen, dass von den meisten Befragten eine deutlich verbesserte Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer und ein effizientes Miteinander erfahren wird. Außerdem spricht vieles dafür, dass die intensivere Auseinandersetzung der Aufsichtsräte mit Fragen der Rechnungslegung, Abschlussprüfung und -überwachung als ein wichtiger Baustein für eine gute Corporate Governance gesehen wird", bilanziert Dr. Arno Probst.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der 17. Panel-Befragung erhalten Sie auf Anfrage unter ar.redaktion@fachmedien.de

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