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Wie weiterleben nach dem Tod des Partners? - Trauer drückt sich in verschiedenen Phasen aus ------Gerade im November mit seinen Totengedenktagen taucht der Gedanke an die Endlichkeit des Lebens auf

Der Tod des geliebten Partners reißt ein Loch in das eigene Leben. Jeder Mensch erlebt Trauer auf seine eigene Weise und in seinem eigenen Tempo. Sie löst körperliche und seelische Veränderungen aus: Schlafstörungen, Kopf- und Herzschmerzen, Verzweiflung Einsamkeit, Angst, Wut und vieles mehr. Psychologen haben vier Phasen definiert, die Trauernde im Lauf der Zeit - teils auch wiederkehrend - durchlaufen. Zuerst ist da der Schock und das Verleugnen. Trauernde glauben an eine bösen Traum, aus dem sie bald wieder erwachen, und alles ist gut. Sie glauben, die Stimme des Partners zu hören oder ihn auf der Straße zu sehen. Manche brechen zusammen, manche funktionieren wie automatisch weiter. Als nächstes überrollen sie schwer kontrollierbare Gefühle. Dazu kann Zukunftsangst gehören, Neid auf andere, die nicht vom Tod betroffen wurden, Wut auf den Partner, der sie verlassen hat und vieles ungeordnet zurückließ. Nach einiger Zeit beginnt die Neuorientierung, das Verharren in der Vergangenheit nimmt ab, die Energie kehrt zurück. Abgeschlossen ist der Trauerprozess mit der Umorientierung in ein neues Gleichgewicht, wenn ein neuer Lebenssinn, eine neue Erfüllung gefunden wurde.

Trauernde kann es stärken, wenn sie erfahren, dass auch andere dieselben Gefühle und Sorgen teilen, die sie durchleben - sei es in Selbsthilfegruppen, sei es in Gesprächen oder in der Literatur.

In ihrem Roman "Frieder und das Leben danach" (ISBN 9783957160980, erschienen im Verlag Kern) setzt sich Anne Weinhart einfühlsam, aber mit Humor mit dem plötzlichen Alleinsein, nach dem Tod des langjährigen Ehemannes auseinander. Der plötzliche Unfalltod des Partners stürzt die hinterbliebene Ehefrau Helga in eine psychische Krise. Ihr dahingegangener Mann zieht sich nicht wie erwartet in die Ewigkeit zurück, sondern nimmt auch weiterhin an ihrem Leben teil. Um nicht als verrückt eingestuft zu werden, setzt sie sich geistig mit ihm und allen unaufgearbeiteten Lebenssituationen auseinander. Das verändert sie und ihr Diesseits grundlegend. Weinharts Roman unterstreicht mit scharfer Beobachtungsgabe für die Situationskomik des Alltags, dass ein geliebter Partner doch immer Teil des eigenen Lebens bleibt - auch dann, wenn später die Frage nach einer neuen Partnerschaft aufkommt. Die Fortsetzung von "Frieder" heißt "Grau meliert mit roter Brille" (ISBN 9783957161734). Frieder, Helgas verstorbener Ehemann, hat im Jenseits "jemand kennengelernt". Das macht Helga so wütend, dass sie beschließt, sich zu rächen. Sie schaltet Kontaktanzeigen und trifft sich mit potentiellen Bewerbern.

Aber so einfach gelingt es der resoluten Roman-Witwe fortgeschrittenen Alters dann doch nicht, einen neuen Partner zu finden. Auch Pierre, den sie im Urlaub im Elsass kennenlernte, räumt sie keine Chance ein. Dem Vergleich mit Frieder ist niemand gewachsen. Als sie von ihrer Reise zurückkommt, überrascht sie ihre neugierige Nachbarin Hilde mit der Nachricht, dass sie Helgas Zeitungen mit den Kontaktanzeigen gefunden und sich einen Bewerber ausgesucht hat...

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