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20.02.2020 – 15:04

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: Mordanschlag in Hanau

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Zentralrat Deutscher Sinti und Roma trauert um die Opfer des Mordanschlags in Hanau.

Rechtsterroristen verlieren jede Hemmung - Rassismus und Rechtsextremismus müssen jetzt entschlossen bekämpft werden.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ist tieferschüttert über den rassistischen Mord an neun Menschen in Hanau. Wie sich jetzt bestätigt, ist unter den Opfern des Mordanschlags in Hanau auch mindestens eine junge Romni, die als deutsche Staatsbürgerin Angehörige der nationalen Minderheit war. Möglicherweise befindet sich auch ein junger Sinto unter den Opfern. Auch unter den anderen Opfern und den Verletzten des Anschlags könnten sich weitere Angehörige der Minderheit befinden.

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, erklärte : "Der Zentralrat und alle Sinti und Roma in Deutschland trauern mit den Angehörigen um die ermordete junge Frau, die Mutter von zwei Kindern. Wir trauern um sie und um alle Opfer dieses rechtsterroristischen Anschlags."

"Dieser Anschlag zeigt, daß der Haß, den Rechtsextremisten und deren politische Vertreter seit langem gegen Minderheiten sähen und der in den rassistischen Internet-Foren sich immer mehr verstärkt, tödlich ist. Wie schon bei dem rechtsradikalen Anschlag auf das Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München im Juli 2016 sind auch in Hanau Angehörige unserer Minderheit unter den Opfern. Der Generalbundesanwalt und alle Polizeibehörden - gerade auch in Hessen - sind aufgefordert, mit allen rechtsstaatlichen Mitteln endlich konsequent gegen Rechtsextremisten vorzugehen. Dies muß auf allen Ebenen geschehen", so Rose weiter.

Für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zeigt dieser mörderische Anschlag auf brutale Weise auf, wie weit die Hemmschwelle unter Rechtsradikalen und Rassisten gesunken ist, auch dadurch, daß demokratische Parteien der AfD immer mehr Raum geben und damit die Abgrenzung zu den Extremisten auch innerhalb der AfD unterlaufen wird. "Der rechtsradikale Terror zielt auf die Sicherheit und das Zusammenleben in Deutschland, um damit Rechtsstaat und Demokratie zu zerstören", so Rose.

Vertreter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma werden an der Mahnwache und dem Gedenken heute um 18:00 Uhr auf dem Marktplatz in Hanau teilnehmen.

Herbert Heuß

Wissenschaftlicher Leiter

Für Rückfragen beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Herbert Heuß

herbert.heuss@sintiundroma.de

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