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07.03.2019 – 09:02

Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS

Presseinformation: GERRI-Netzwerk fordert Stärkung der Metallurgie-Kapazitäten in Europa

Presseinformation: GERRI-Netzwerk fordert Stärkung der Metallurgie-Kapazitäten in Europa
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Runder Tisch zu Circular Economy in Brüssel: GERRI-Netzwerk fordert Stärkung der Metallurgie-Kapazitäten in Europa

Am 26. Februar 2019 lud das German Resource Research Institute GERRI hochrangige Vertreter aus Politik, Forschung und Industrie zu einer Diskussionsrunde mit dem Thema "Circular Economy in Europa" in Brüssel ein. In dem vom deutschen Netzwerk für Ressourcenforschung organisierten Runden Tisch diskutierten die Experten Herausforderungen und mögliche Lösungen zur Etablierung einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft in Europa.

Für GERRI sind Rohstoffe und allen voran Metalle der Schlüssel für eine Vielzahl an High-Tech-Anwendungen und spielen daher eine zentrale Rolle für die Circular Economy. Um die Versorgung mit diesen Materialien und Elementen für die europäische Industrie zu sichern, fordert das Netzwerk die metallurgischen Kapazitäten innerhalb Europas zu stärken. "Die Metallurgie ist eine Schlüsseltechnologie für die meisten zukunftsorientierten Anwendungen. Wenn umfassende Aufbereitungskapazität in Europa vorhanden ist, ist die Metallurgie in der Lage, sich an verschiedene Inputströme anzupassen und alle Metalle zurückzugewinnen", so Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Markus Reuter, Direktor des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie und Koordinator des GERRI-Netzwerks. "Die Metallurgie ist wie ein lebender Organismus - sie ist flexibel, agil, robust und kann sich an neue Gegebenheiten der Gesellschaft der Zukunft anpassen."

"Metalle gehören nicht nur zu den wertvollsten Bestandteilen der meisten Geräte oder Anwendungen, sie sind darüber hinaus verantwortlich für deren Funktion. Wenn Europa erfolgreich die Infrastruktur und regulatorische Basis schafft, um sie zurückzugewinnen, sind die Weichen gestellt, dass auch andere Materialien folgen werden", ergänzte Prof. Dr. Rudolf Stauber, Geschäftsführender Leiter der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS, Mitglied im GERRI-Netzwerk und Recyclingexperte. "Dies wird im Hinblick auf zukünftige Materialien sogar noch an Bedeutung gewinnen, da diese oft eine Kombination neuer Materialien oder Materialverbünde sind. Angefangen bei den Metallen kann Europa hier der Wegbereiter sein, um spezifische Recyclingkriterien zur direkten Rückgewinnung von Legierungen und effektiven Abtrennung von Metall-Kunststoffverbünden zu etablieren."

Um dies zu realisieren, ist ein ganzheitlicher Ansatz nötig, waren sich alle Teilnehmer einig. Neben der Technologie, die oft bereits verfügbar oder in der Endphase der Entwicklung ist, sind neue Geschäftsmodelle und Strukturen erforderlich, um die Circular Economy in Europa Realität werden zu lassen. Nach Meinung der Experten sind demnach alle Stakeholder entlang des gesamten Produktlebenszyklus gefordert - von Designern, über Händler, Verbraucher bis hin zur Politik und nicht zuletzt der gesamten Gesellschaft.

"Solch ein drastischer Wandel braucht natürlich Zeit. Vor allem Metalle und Rohstoffe unterliegen hohen Preisschwankungen am Markt, was Investitionen risikoreich macht," erklärte Reinhard Bütikofer, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender Europäische Grüne Partei. Gwenole Cozigou, Director for Industrial Transformation and Advanced Value Chains at DG GROW bei der Europäischen Kommission, ergänzte, dass nicht nur die Industrie allein diese Risiken tragen könne, sondern ebenfalls Unterstützung von öffentlicher Seite benötige.

Für Christian Hagelüken, Director EU Government Affairs bei Umicore, könnte die Elektromobilität ein Test und Vorbild für einen langfristigen Masterplan in Europa sein, da dazu neue Lieferketten und Recyclingketten aufgebaut werden müssen. Die Digitalisierung spielt laut Hagelüken ebenfalls eine große Rolle: Mit der Entwicklung digitaler Tools und Trackingsysteme für End-of-Life-Produkte und Materialien durch die gesamte Re-use- und Recyclingkette hinweg können Prozesse effizienter gestaltet und Verluste minimiert werden, schloss Hagelüken.

Als Schlussfolgerung brachte die Diskussion hervor, dass passende Technologien oft bereits vorhanden sind. Dennoch muss die metallurgische Infrastruktur gestärkt werden. Außerdem müssen neue Geschäftsmodelle und Marktstrukturen etabliert werden, was wiederum die Einbeziehung weiterer Stakeholder in die Diskussion erfordert. GERRI nimmt sich dieser Herausforderung an und wird weiterhin das Bewusstsein in Politik und Industrie zur Erarbeitung eines Masterplans für die Circular Economy der Metalle schärfen. So kann die Versorgung der Wirtschaft in Europa und der Erhalt des Know-hows im Bereich Rohstoffe langfristig in Europa gesichert werden.

Die Teilnehmer im Panel des Roundtables:

- Charlotte Geerdink (Moderatorin, Charly Speaks)
- Andreas Nolte (Director Integrated Management Systems, Public Recycling 
  Affairs, Aurubis AG)
- Dr. Hans-Jürgen Wachter (Board Member EIT Raw Materials & Executive Vice 
  President Technology & Scouting, Heraeus Deutschland GmbH & Co KG)
- Dr. Christian Hagelüken (Director EU Government Affairs, Umicore)
- José Rizo Martin (Senior Expert, Dir B Circular Economy & Green Growth, DG 
  ENV, Europäische Kommission)
- Lieve Wierinck (Mitglied des Europäischen Parlaments, Alliance of Liberals and
  Democrats for Europe, ITRE Committee)
- Reinhard Bütikofer (Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender 
  Europäische Grüne Partei, ITRE Committee)
- Gwenole Cozigou (Director, Dir C - Industrial Transformation and Advanced 
  Value Chains, DG GROW, Europäische Kommission) 
- Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Markus Reuter (Direktor, Helmholtz-Institut Freiberg 
  für Ressourcentechnologie)
- Dr. Peter Buchholz (Deutsche Rohstoffagentur DERA)
- Prof. Dr. Rudolf Stauber (Geschäftsführender Leiter, Fraunhofer-Projektgruppe 
  IWKS) 

Kontakt:

Dr. Claudia Güth & Dr. Andreas Stegmüller

Fraunhofer-Projektgruppe IWKS

Rodenbacher Chaussee 4

63457 Hanau, Germany

Telefon +49 6023 32039-869

Claudia.gueth@isc.fraunhofer.de

Andreas.stegmueller@isc.fraunhofer.de

www.iwks.fraunhofer.de/en

Der Runde Tisch wurde organisiert von GERRI in Kooperation mit der Vertretung des Landes Hessen bei der Europäischen Union.

GERRI wurde 2015 mit Unterstützung der Bundesregierung als virtuelles Institut gegründet. GERRI ist das führende nationale Netzwerk von Forschungseinrichtungen, die im Bereich der Metallressourcen tätig sind. Als umfassende Partnerschaft bündelt GERRI Kompetenzen für interdisziplinäre Herausforderungen wie Ressourceneffizienz, vernetzte Systeme, fortschrittliche Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Abbauverfahren, anthropo-genetische Lagerstätten und die Substitution kritischer Materialien. Dadurch werden die verschiedenen Schnittstellen entlang der Wertschöpfungskette von mineralischen und metallhaltigen Werkstoffen miteinander verbunden, was einen technisch einwandfreien und nachhaltigen Betrieb ermöglicht. Die GERRI-Plattform wurde eingerichtet, um die Kernkompetenzen der Mitglieder zu identifizieren und abzubilden. Die GERRI-Mitglieder beabsichtigen darüber hinaus, ihre Infrastrukturen untereinander zu teilen. Es ist GERRIs vorrangige Aufgabe, kontinuierlich mit Stakeholdern zu interagieren und die politischen Entscheidungsträger über komplexe Aspekte zu informieren, um eine kontinuierliche Ressourcenversorgung zu gewährleisten. GERRI zielt darauf ab, die Bereitstellung von metallhaltigen und mineralischen Ressourcen in Richtung einer technologisch fortschrittlichen und ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft zu katalysieren.

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte
Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 72 Institute und
Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. Mehr als 26.600
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielen das jährliche Forschungsvolumen von
mehr als 2,5 Milliarden Euro. Davon fallen mehr als 2,1 Milliarden Euro auf den
Leistungsbereich Vertragsforschung. Rund 70 Prozent dieses Leistungsbereichs
erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus der Industrie und
mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Internationale Kooperationen
mit exzellenten Forschungspartnern und innovativen Unternehmen weltweit sorgen
für einen direkten Zugang zu den wichtigsten gegenwärtigen und zukünftigen
Wissenschafts- und Wirtschaftsräumen.

Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC unter der Leitung von Prof. Dr.
Gerhard Sextl ist eines der wichtigsten bayerischen Zentren für materialbasierte
Forschung und Entwicklung in den Bereichen Energie, Umwelt und Gesundheit. Rund
480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an innovativen Materialien und
Technologien für nachhaltige Produkte und leisten essentielle Beiträge zur
Lösung der großen weltweiten
Herausforderungen. Am Stammhaus und im Translationszentrum für Regenerative
Medizin in Würzburg, in seiner Projektgruppe für Wert-stoffkreisläufe und
Ressourcenstrategie IWKS in Alzenau und Hanau und in seinem Zentrum für
Hochtemperatur-Leichtbau HTL in Bayreuth vereint das Fraunhofer ISC umfassende
Kompetenz in den Materialwissenschaften mit langjähriger Erfahrung in der
Materialverarbeitung, der industriellen Anwendung und im Upscaling von
Fertigungs- und Prozesstechnologien bis in den Pilotmaßstab sowie in der
Analytik und Charakterisierung.

Die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie
IWKS mit Standorten in Alzenau und Hanau wurde im Jahr 2011 von der
Fraunhofer-Gesellschaft unter dem Dach des Fraunhofer ISC gegründet. In den
Geschäftsbereichen Ressourcenstrategie, Recycling und Wertstoffkreisläufe und
Substitution wird daran gearbeitet, die Rohstoffversorgung unserer Industrie
langfristig zu sichern und damit eine führende Position in der Hochtechnologie
auch zukünftig zu ermöglichen. Dafür werden zusammen mit Industriepartnern
innovative Trenn-, Sortier-, Aufbereitungs- und Substitutionsmöglichkeiten
erforscht.

Weitere Ansprechpartner
Prof. Dr. Anke Weidenkaff   | Telefon +49 (0)6023 32039-844  | 
anke.weidenkaff@isc.fraunhofer.de  |  Fraunhofer-Projektgruppe für
Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS, Alzenau & Hanau

Prof. Dr. Rudolf Stauber  |  Telefon +49 (0)6023 32039-801  | 
rudolf.stauber@isc.fraunhofer.de|  Fraunhofer-Projektgruppe für
Wert-stoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS, Alzenau & Hanau


Redaktion
Jennifer Oborny  | Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und
Ressourcenstrategie IWKS  |  Brentanostraße 2a  |  63755 Alzenau  | Telefon +49
(0)6023 32039-803  |  www.iwks.fraunhofer.de  | 
jennifer.oborny@isc.fraunhofer.de
 

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