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06.09.2018 – 11:21

Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS

Presseinformation: Bayerischer Wirtschaftsminister betont Bedeutung von Ressourcensicherung für Bayern

Presseinformation: Bayerischer Wirtschaftsminister betont Bedeutung von Ressourcensicherung für Bayern
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Bayerischer Wirtschaftsminister betont Bedeutung von Ressourcensicherung für Bayern

Franz Josef Pschierer, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Energie und Technologie zu Besuch bei der Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS

Anlässlich seines Besuchs am 6. September 2018 bei der Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS in Alzenau betonte der Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Energie und Technologie, Franz Josef Pschierer, wie wichtig angewandte Forschungsarbeit für die Ressourcensicherung sei. "Die Arbeit der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS zeigt die Innovationskraft Bayerns und ist essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Ressourcen zu schonen und für die Industrie auch in Zukunft zu sichern, ist vor allem im Bereich Hochtechnologie eine der größten Aufgaben unserer Zeit", so Pschierer.

Im Rahmen des Besuchs stellte Prof. Dr. Rudolf Stauber, Geschäftsführer der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS, herausragende Forschungsprojekte vor, die gemeinsam mit Forschungs- und Industriepartnern aus der Region und darüber hinaus umgesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise innovative Ansätze zur Phosphatrückgewinnung aus Klärschlammasche oder das Recycling von Batterien für Elektroautos. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt besteht in der Reduzierung des Seltenerd-Anteils in Hochleistungs-Permanentmagneten, wie sie beispielsweise in Elektromotoren zum Einsatz kommen. Beim anschließenden Rundgang durch den Neubau des Forschungsgebäudes am Standort Alzenau konnten sich die Gäste aus Industrie und Politik ein Bild über den Baufortschritt machen.

"Das Prinzip der Nachhaltigkeit und effizienten Kreislaufwirtschaft ist nicht nur Kern unserer Forschungsarbeit, sondern findet darüber hinaus auch bei unseren Neubauten Anwendung", erläuterte Prof. Dr. Stauber. "Der Neubau in Alzenau wird nach den Richtlinien für Nachhaltiges Bauen erstellt. Dies bedeutet, dass unser Gebäude besonders energieeffizient sein wird und darüber hinaus auch weitere Aspekte wie der bewusste Umgang mit Ressourcen oder soziokulturelle Belange Berücksichtigung finden. Beispielsweise gehört auch die ökologisch wertvolle Gestaltung des Außengeländes zu den Maßnahmen unseres nachhaltigen Bauprojekts."

An den Standorten der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS in Alzenau und Hanau entsteht jeweils ein neues Forschungsgebäude. Dabei werden gemäß des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) neben der ökologischen und soziokulturellen Qualität folgende Parameter bei der Bauplanung und -ausführung berücksichtigt und geprüft: ökonomische sowie technische Qualität, Prozessqualität und spezifische Standortmerkmale. Ein Beispiel im Bereich der technischen Anlagen ist die bei einem Labor-Forschungsbau benötigte Wärme- und Kälteerzeugung. So soll der externe Energiebezug mit dem Einsatz einer Wärmepumpe mit Erdsonden und einem Erdwärmetauscher zur Lüftungsvorerwärmung bzw. -kühlung deutlich verringert werden. Auch die Nutzbarkeit überschüssiger Wärme aus den Produktionsvorgängen eines benachbarten Industrieunternehmens wird zurzeit unter technischen, ökonomischen und ökologischen Aspekten geprüft. Bei den geplanten hochspezialisierten Labor- und Technikumsräumen wird für die Raumbelüftung ein sogenannter Zeitplaner (Kalendersteuerung mit Tag-/Nachtschaltung) eingerichtet, mit dem in Abhängigkeit der jeweiligen Forschungstätigkeit und Nutzung jeder einzelne Raum energetisch nachhaltig betrieben werden kann. Mit Hilfe einer indirekten Befeuchtung der Zuluft kann die Kälteanschlussleistung für die sommerliche Raumkonditionierung der Arbeitsräume um ca. 40 Prozent reduziert werden. Auch bei den Besprechungsräumlichkeiten und dem geplanten großen Veranstaltungsforum für Konferenzen und Tagungen bei der Projektgruppe IWKS erfolgt die Raumlüftung und -regelung automatisch gemäß der Raumbelegungsplanung.

Mit vielen anderen Beiträgen zur Baumaßnahme, beispielsweise der Prüfung auf Nachhaltigkeit aller zum Einsatz kommenden Bauteile und -materialien oder des bewusst sparsamen Flächenverbrauchs für das Gebäude auf dem naturnahen Institutsgelände in Alzenau strebt Fraunhofer die Zertifizierung mit BNB-Goldstatus zu der in der zweiten Jahreshälfte 2019 geplanten Inbetriebnahme an. Nach einer bereits erfolgten positiven Vorbewertung erwartet die Projektgruppe IWKS jedenfalls einen sehr erfolgreichen Abschluss.

"Seit der Gründung im Jahr 2011 ist die Projektgruppe IWKS stetig gewachsen. Für die aktuell mehr als 90 Mitarbeitenden an den Standorten Hanau und Alzenau werden die beiden Neubauten die Forschungsinfrastruktur erheblich verbessern und maßgeblich zum weiteren Ausbau der Standorte zu DEN Anlaufstellen der Industrie für fortschrittliches Kreislauf- und Ressourcenmanagement beitragen", so Prof. Dr. Gerhard Sextl, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung in Würzburg. "Als Mutterinstitut freuen wir uns über die bereits erreichten Meilensteine und darauf, die Projektgruppe auch weiterhin auf ihrem Weg zu einem eigenständigen Fraunhofer-Institut zu begleiten."

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte
Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 72 Institute und
Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. Mehr als 25 000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielen das jährliche Forschungsvolumen von
2,3 Milliarden Euro. Davon fallen knapp 2 Milliarden Euro auf den
Leistungsbereich Vertragsforschung. Rund 70 Prozent dieses Leistungsbereichs
erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus der Industrie und
mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Internationale Kooperationen
mit exzellenten Forschungspartnern und innovativen Unternehmen weltweit sorgen
für einen direkten Zugang zu den wichtigsten gegenwärtigen und zukünftigen
Wissenschafts- und Wirtschaftsräumen.

Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC unter der Leitung von Prof. Dr.
Gerhard Sextl ist eines der wichtigsten bayerischen Zentren für materialbasierte
Forschung und Entwicklung in den Bereichen Energie, Umwelt und Gesundheit. Rund
480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an innovativen Materialien und
Technologien für nachhaltige Produkte und leisten essentielle Beiträge zur
Lösung der großen weltweiten Herausforderungen. Am Stammhaus und im
Translationszentrum für Regenerative Medizin in Würzburg, in seiner
Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS in Alzenau
und Hanau und in seinem Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL in Bayreuth
vereint das Fraunhofer ISC umfassende Kompetenz in den Materialwissenschaften
mit langjähriger Erfahrung in der Materialverarbeitung, der industriellen
Anwendung und im Upscaling von Fertigungs- und Prozesstechnologien bis in den
Pilotmaßstab sowie in der Analytik und Charakterisierung.

Die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie
IWKS mit Standorten in Alzenau und Hanau wurde im Jahr 2011 von der
Fraunhofer-Gesellschaft unter dem Dach des Fraunhofer ISC gegründet. Im Sinne
eines geschlossenen Kreislaufmanagements wird in den Bereichen
Ressourcenstrategie, Recycling und Wertstoffkreisläufe sowie Substitution daran
gearbeitet, die Rohstoffversorgung unserer Industrie langfristig zu sichern und
damit eine führende Position in der Hochtechnologie auch zukünftig zu
ermöglichen. Dafür werden zusammen mit Industriepartnern innovative Trenn-,
Sortier-, Aufbereitungs- und Substitutionsmöglichkeiten erforscht.

Weitere Ansprechpartner
Prof. Dr. Rudolf Stauber  l  Telefon +49 (0)6023 32039-801  l 
rudolf.stauber@isc.fraunhofer.de  |  Fraunhofer-Projektgruppe für
Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS, Alzenau & Hanau 

Redaktion
Nicole Lemmer, Jennifer Oborny  |  Fraunhofer-Projektgruppe für
Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS | Brentanostraße 2a  | 63755
Alzenau | Telefon +49 6023 32039-803  |  www.iwks.fraunhofer.de  | 
nicole.lemmer@isc.fraunhofer.de  |  jennifer.oborny@isc.fraunhofer.de