Universität Kassel

Uni Kassel beteiligt am Austrian Blockchain Center

Die Universität Kassel. Foto: Sonja Rode/Lichtfang.
Die Universität Kassel. Foto: Sonja Rode/Lichtfang.

Uni Kassel beteiligt am Austrian Blockchain Center

In Österreich erforscht ein neues Zentrum die sogenannte Blockchain-Technologie und verwandte Felder. Drei Professoren der Universität Kassel sind als wissenschaftliche Partner beteiligt. Dem Austrian Blockchain Center stehen 20 Mio. Euro für Forschung im Bereich "Distributed Ledger Technologies"/Blockchain zur Verfügung.

Im Rahmen des COMET-Programms, mit dem die österreichische Bundesregierung und die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) exzellente kooperative Forschung mit mittel- bis langfristiger Perspektive fördert, entsteht mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft das von der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) geleitete Austrian Blockchain Center (ABC). Die Blockchain-Technologie bildet die Grundlage einer Reihe von Anwendungen, darunter Kryptowährungen wie Bitcoin. An der Universität Kassel hat sich mit dem Blockchain-Center.eu ein Kompetenzcluster zur Erforschung der Blockchain-Technologie gebildet.

Die vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsthemen des ABC werden in den fünf Bereichen "Kryptographie, Technologie und Sicherheit", "Krypto-ökonomisches Modellieren und Blockchain-Anwendungen für Unternehmen", "Wachstumsbranchen und Blockchains in der Fertigung", "Datenwissenschaftliche Methoden der Blockchain-Analyse und -Vorhersage", "Rechtliche und politische Implikationen" gebündelt. Sie beschäftigen sich u.a. mit wirtschaftlichen, technologischen, anwendungsbezogenen sowie politischen und rechtlichen Fragestellungen.

Als Beispiel kann die Verbesserung der Kundenidentifikation und damit der diesbezüglichen Compliance von Banken und Versicherungen genannt werden, die bislang mit der wiederholten Vorlage derselben Dokumente, langen Bearbeitungszeiten, hohen Kosten etc. verbunden ist. Dazu verweisen Einträge in der Blockchain auf bereits überprüfte Daten der Kundenidentifikation, welche Finanzdienstleister ohne weiteren Überprüfungsaufwand immer wieder verwenden können, wobei datenschutzrechtliche Implikationen zu klären sind.

Der Einsatz von Blockchains in der Buchführung und Prüfung von Unternehmen, die Etablierung betrugsresistenter Steuererhebungsverfahren, die Gestaltung und Adaptierung von Compliance-Systemen, die vereinfachte Abwicklung grenzüberschreitender Kapitalmarktransaktionen samt deren dinglicher Absicherung durch besitzlose Pfandrechte, die Einführung digitalen Zentralbankgeldes, die unternehmensübergreifende Verwaltung von Messdaten oder die Mensch-Maschine-Interaktion sowie die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation in der Industrie 4.0 und die Verbesserung der Transparenz im personalisierten Multi-Channel-Marketing sind weitere vielversprechende Anwendungsgebiete, die starke Wachstumsimpulse erwarten lassen.

Am ABC werden sich drei Professoren des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel beteiligen, die bereits an der Antragstellung für das Center mitgewirkt haben: Prof. Dr. Jochen Michaelis bringt sich im Bereich "Krypto-ökonomisches Modellieren und Blockchain-Anwendungen für Unternehmen" mit dem von ihm geleiteten Projekt "Digitales Zentralbankgeld - Auswirkungen auf die Geschäftsbanken und die Geldpolitik" ein, und Prof. Dr. Dr. Walter Blocher sowie Prof. Dr. Georg von Wangenheim leiten im Rahmen des Bereichs "Rechtliche und politische Implikationen" das Projekt "(Rechts-)Fragen des grenzüberschreitenden Verkehrs mit Crypto Assets".

Die drei Kasseler Professoren sehen in der Beteiligung am ABC vor allem die Chance, durch die künftige gemeinsame Projektarbeit Optionen für weitere Kooperationen zwischen dem ABC und dem Blockchain-Center.eu an der Universität Kassel zu eröffnen. Auch im Hinblick auf eine gemeinsame Doktorandenausbildung gibt es bereits konkrete Pläne. Ein erster grenzüberschreitender Doktoranden-Workshop zum Thema "Token-Ökonomie", an dem sich überdies die Universität St. Gallen (HSG) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligen, wird bereits am 11. Dezember 2018 stattfinden.

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. Walter Blocher

Universität Kassel

Tel.: +49 561 804-2186

E-Mail: blocher@uni-kassel.de

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Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle der Universität Kassel:

Sebastian Mense 
Universität Kassel
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