Quäker-Hilfe Stiftung

Menschenrechtler Peter Steudtner ausgezeichnet mit Friedenspreis der Quäker-Hilfe Stiftung

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Der kürzlich aus der Haft in der Türkei entlassene Menschenrechtsverteidiger Peter Steudtner hat den ersten Friedenspreis der Quäker-Hilfe Stiftung erhalten. Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse verlieh seinem großen Respekt für Steudtners "zivilen Widerstand und Mut" Ausdruck. "Peter Steudtners Lebensmotiv ist Engagement und Einsatz für andere, er ist ein Held, ohne ein Held sein zu wollen", so Thierse.

Die Verhaftung Steudtners markiere einen "historischen Bruch für die deutsche Türkeipolitik", so Thierse. "Peter Steudtner ist zu Unrecht inhaftiert worden. Er erhält darum zu Recht einen Preis", sagte der ehemalige Bundestagspräsident in seiner Laudatio. Der Berliner Aktivist sei zu einer Person der Zeitgeschichte geworden, der die Weitergabe von Wissen und politischer Intelligenz zu seiner Berufung gemacht habe, so Thierse weiter.

Steudtner verlieh in seiner emotionalen Rede der Hoffnung Ausdruck, dass durch die "Scheinwerfer", die auf ihn gerichtet seien, auch auf die zahllosen anderen, unbekannten Verteidiger von Frieden und Menschenrechten stärker ins öffentliche Bewusstsein rückten. "Ich würde den vielen noch zu Unrecht Inhaftierten am liebsten zurufen, was Deniz Yücel mir zugerufen hat: Bald habt ihr es geschafft. Das kann ich leider nicht. Aber ich kann euch und euren Familien zurufen: Ihr schafft das", so Steudtner. Die Räume für die Verteidigung von Menschenrechten seien in vielen Ländern der Welt kleiner geworden, er betrachte den Friedenspreis der Quäker-Hilfe Stiftung als Ermutigung, diese Räume zurückzuholen, so Steudtner weiter.

Die Preisverleihung fand am heutigen Dienstag in der Berliner Gethsemanekirche statt, in der bis heute regelmäßige Andachten für die zu Unrecht in der Türkei inhaftierten Aktivisten und Journalisten stattfinden.

Die Quäker-Hilfe Stiftung ruft den Friedenspreis anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Hilfsarbeit der Quäker in Deutschland ins Leben. Er soll Personen und Initiativen auszeichnen, die sich in besonderer Weise um ein friedliches und gerechtes Zusammenleben der Menschen auf globaler wie auf lokaler Ebene verdient gemacht haben.

Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert, eine Crowdfunding-Kampagne im Netz soll die Summe auf 3000 Euro erhöhen.

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