Medizinische Versorgungszentren Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen

Pressemitteilung // Nur fachübergreifende Zweitmeinungsverfahren sind sinnvoll. // Dr. Schneiderhan fordert interdisziplinäre Zweitmeinungszentren, um Anzahl überflüssiger Rückenoperationen zu reduzieren.

Neun von zehn Rückenoperationen sind überflüssig. Oder andersherum: Lediglich zehn Prozent aller Operationen am Rücken sind wirklich notwendig. Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga, plädiert daher für interdisziplinäre Zweitmeinungszentren, um überflüssige Rückenoperationen zu verhindern.

Von 2007 bis 2015 stieg die Zahl der Rücken-OPs in der Bundesrepublik um 71 Prozent an. Auch die Zahl der Krankenhausaufnahmen aufgrund von Rückenschmerzen ist im selben Zeitraum um 34 Prozent und damit überdurchschnittlich stark angestiegen. "In Deutschland wird zu viel operiert. Obwohl heute längst nicht notwendig, hat der Anteil der operativen Eingriffe an der Wirbelsäule in den vergangenen Jahren bundesweit deutlich zugenommen. Dabei gibt es heute viele fortschrittlichere und schonendere Methoden, die aber nicht jeder Arzt kennt", stellt Dr. Schneiderhan fest, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Praxisklinik-Jubiläum feiert.

Er ist der Überzeugung: "Die Zweitmeinung eines zweiten Operateurs führt sehr häufig zum selben Ergebnis. Denn ein anderer Operateur hat oft die gleiche Motivation und die gleiche Sicht auf den Fall. Daher wird er ebenfalls eine offene Operation empfehlen - vor allem, wenn er minimalinvasive Methoden oder andere Behandlungsmaßnahmen nicht kennt oder praktiziert."

Nachhaltig heilen statt schnell operieren

In interdisziplinären Zweitmeinungszentren hingegen wird die Expertise aus unterschiedlichen Fachdisziplinen gebündelt. Der Patient erhält eine Zweit- und Drittmeinung zu seinen Symptomen. Gemeinsam entwickelt das Spezialisten-Team eine auf den Patienten und sein Krankheitsbild individuell zugeschnittene Therapie. "Eine zweite Meinung wird ihrem Auftrag nur gerecht, wenn sich zumindest ein Arzt aus einer anderen Fachrichtung mit der Diagnose beschäftigt", so Dr. Schneiderhan, in dessen interdisziplinärer Praxisklinik Fachärzte aus den Bereichen Orthopädie, Schmerztherapie, Neurochirurgie, Neurologie, Diagnostische Radiologie, Allgemeinmedizin, sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin in einem Team zusammenarbeiten.

Die Wurzel des Problems

"Junge Orthopäden haben längst keine gute konservative Ausbildung mehr", stellt Dr. Schneiderhan fest. In der Ausbildung zum Facharzt würden Operationsleistungen für das Operationsverzeichnis verlangt. Moderne minimalinvasive Behandlungen seien jedoch völlig unterrepräsentiert. "Sieht man sich die aktuelle Ausbildung angehender Orthopäden an, stellt man fest, dass eine ambulante konservative oder stationäre Schmerzbehandlung praktisch nicht mehr vorkommt. Eine umfassende und individuelle Schmerztherapie ist aufgrund der aktuellen Vergütungssysteme praktisch nicht durchführbar." Das zeigen auch die Zahlen von Kostenträger-Seite: Krankenkassen geben in Deutschland für Bandscheiben-Operationen und Wirbelsäulenversteifungen 650 Millionen Euro im Jahr aus, für Schmerztherapien gerade mal 150 Millionen. Und eine Klinik erhält für eine Physiotherapie 30 bis 50 Euro im Monat, eine Operation bringt dagegen mehrere Tausend Euro.

Interdisziplinäre Zweitmeinungszentren - heute und in Zukunft

"Es sollte explizite Zweitmeinungszentren geben", plädiert Dr. Schneiderhan. "Nur so kann sichergestellt werden, dass ein auf Operationen spezialisierter Arzt nicht unnötig operiert." In einem fachübergreifenden Wirbelsäulenzentrum können Ärzte aus unterschiedlichen Fachrichtungen zunächst den Kern der eigentlichen Schmerzursache finden und dann zu einer exakten Diagnose kommen. Gemeinsam erarbeiten sie dann einen individuell bestmöglichen Therapieplan für jeden Patienten. "In der Wirbelsäulenmedizin werden Ärzte und Patienten immer dann erfolgreich sein, wenn die Chronifizierungsmechanismen, die Schmerzanalyse und -anamnese sowie die fachübergreifende Diagnostik sorgfältig berücksichtigt und wenn die nachfolgenden Therapien fachübergreifend und multimodal konzipiert sind", so Dr. Schneiderhan.

Patienten werden bald verstärkt nach interdisziplinären Zweitmeinungen suchen, ist sich der Rückenexperte sicher. In seiner interdisziplinären Praxisklinik ist die Zahl der Nachfragen nach einer zweiten Meinung in den vergangenen 20 Jahren um über 50 Prozent angestiegen. Hinzu kommt, dass Patienten bereits heute sehr gut informiert sind und im Internet gezielt nach Informationen recherchieren bevor sie zum Arzt gehen. Dr. Schneiderhan geht daher davon aus, dass aufgrund der Nachfrage in zehn Jahren jede 2. Zweitmeinung in einem interdisziplinären Team eingeholt werden wird. "Jeder Patient wünscht sich die bestmögliche Behandlung. Je mehr das Verständnis dafür steigt, dass es dazu die zweite Meinung mindestens eines Arztes aus einer anderen Fachdisziplin braucht, umso mehr Patienten werden dies verstärkt nachfragen", so Dr. Schneiderhan.

Weitere Informationen unter www.orthopaede.com

Über die MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen:

1993 ließ sich Dr. Reinhard Schneiderhan als Orthopäde nieder. Seit 1996 ist die MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen als interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Wirbelsäulenschmerzmedizin auf die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert. In den drei medizinischen Versorgungszentren am Standort München/Taufkirchen arbeiten insgesamt 14 Ärzte aus den Fachbereichen Orthopädie und Schmerztherapie, Neurochirurgie, Neurologie, Diagnostische Radiologie, Allgemeinmedizin sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin fachübergreifend in einem Team zusammen. Für den Patienten wird ein individuell passendes Konzept für die bestmögliche Behandlung entwickelt nach dem Grundsatz: "So viel wie nötig, so wenig und schonend wie möglich." Bei vielen minimalinvasiven Behandlungen ist die MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen Vorreiter in Europa und zählen mit über 40.000 durchgeführten minimalinvasiven Eingriffen an der Wirbelsäule mit zu den erfahrensten Spezialisten in Europa.

MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen, Verena Lenz, Eschenstr. 2, 82024
München/Taufkirchen
lenz@orthopaede.com, Tel: 089 / 614510-53, Fax: 089 / 614510-12
www.orthopaede.com  
Weiteres Material zum Download

Dokument: 20181204_PM_Dr Schneiderhan_interdisziplinäre_Zweitmeinung.doc 



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