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28.10.2021 – 10:00

Deutschlandradio

Forum neuer Musik: Wollen wir den Tod überwinden? Radiofestival vom 20. bis 23 November

Forum neuer Musik: Wollen wir den Tod überwinden? Radiofestival vom 20. bis 23 November
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Radiofestival vom 20. bis 23. November

Das Forum neuer Musik befasst sich mit den Grenzen des Lebens und transhumanen Konzepten

Uraufführungen von Sarah Nemtsov, Eres Holz, Sergej Maingardt u.a.

„Wollen wir den Tod überwinden?“ – Das Festival Forum neuer Musik im Deutschlandfunk fragt nach Umbruch und Widerspruch im Selbstverständnis des Menschen. Sieben künstlerische und journalistische Beiträge bieten vielfältige Perspektiven auf das menschliche Finale und weiten den Blick auf trans- und posthumane Konzepte.

„Covid-19 hat die Brisanz dieser Frage drastisch vor Augen geführt: Auch wir Heutigen sind jederzeit sterblich. Perspektivisch scheint die Grenze des Lebens indes wie ein letztes Tabu. Werden wir sie einstmals durchbrechen? Und sind die dann Un-Sterblichen Menschen wie wir? Die zeitgenössischen Künste bieten längst Visionen dazu“, so Frank Kämpfer, Deutschlandfunk-Redakteur und Leiter des Festivals. Verschiedene Werke werden im diesjährigen Jahrgang uraufgeführt, der pandemiebedingt als Radiofestival stattfindet. Alle Beiträge können im Programm von Deutschlandfunk sowie online angehört werden.

Im Zentrum steht die Uraufführung der Radiofassung von „Roses for my Funeral“. Komponistin Sarah Nemtsov und Heinrich Horwitz, Regie, verstehen dieses Projekt als Einspruch gegen die Normierung von Trauer, die Tabuisierung von Schmerz und Vergänglichkeit. Das vom Musikfonds und der Ernst von Siemens Musikstiftung geförderte theatrale Projekt wurde vom Deutschlandfunk in einer Radiofassung produziert.

Festivalprogramm im Deutschlandfunk:

Samstag 20. November 2021, 17.05 – 17.30 Uhr

Sendung „Streitkultur“: Ist Unsterblichkeit erstrebenswert?

Mit der Publizistin C. Juliane Vieregge und dem Philosophen Volker Demuth. Gesprächsleitung: Christiane Florin

Samstag, 20. November 2021 22.05 – 22.49 Uhr

Eres Holz: Streichquartett „Dunkle Risse“ (UA)

Asasello Quartett

Eres Holz befasst sich künstlerisch seit Längerem mit Fragen von Grenzüberschreitung, Tod und Identität. Damit das Leben nicht zum toten Dasein verkümmere, plädiert er dafür, auch negative Aspekte wie die Vergänglichkeit in den Fokus zu nehmen. Sein vom Deutschlandfunk beauftragtes fünfsätziges Stück oszilliert, so Holz, „zwischen Höhen und Tiefen, zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit“ und führt seine Hörer und Hörerinnen in Grenzbereiche des Existenziellen.

Sonntag, 21. November 2021, 21.05 – 23.00 Uhr

Sarah Nemtsov und Heinrich Horwitz: „Roses for my Funeral“

Radiofassung (UA)

Konzeption: Sarah Nemtsov und Heinrich Horwitz

Wortregie: Noam Brusilovsky

Decoder Ensemble

Für Sarah Nemtsov ist „Roses for my Funeral“ ein Einspruch gegen die Normierung von Trauer, gegen die Tabuisierung von Tod und Vergänglichkeit. Die Komponistin und Regisseurin, Heinrich Horwitz und das Hamburger Decoder Ensemble verstehen ihr Stück als "Assoziationsraum und als Plädoyer für das Leben" – angereichert mit Kraft, Zorn und sogar Komischem. "Roses for my Funeral" ist ein durchkomponiertes Gefüge aus Musik, Schauspiel, Text, Performance und Licht. Für das Forum neuer Musik 2021 wurde das vom Musikfonds und der Ernst von Siemens Musikstiftung geförderte Projekt in einer Radiofassung produziert.

Montag, 22. November 2021, 21.05 – 22.00 Uhr

Transformation

Werke u.a. von Hans Joachim Hespos, Jamilia Jazylbekova, Helena Pares (UA), Georg Katzer

ensemble 20/21

Leitung: David Smeyers

Der gebürtige US-Amerikaner David Smeyers fokussiert sich auf Vorstellungen von Tod als Übergang und Verwandlung, also als Element der Natur. In seinem Programm mit der Kölner Studierenden-Formation ensemble 20/21 verschränkt er dazu westliche und östliche Blickwinkel.

Montag, 22. November 2021, 22.05 – 22.49 Uhr

Musiktheater von Rosi Ulrich und Sergej Maingardt: „Transfleisch“

Ensembleversion (UA)

Kai Hufnagel, Sprecher

Ensemble electronic ID

Sergej Maingardts Musiktheaterstück „Transfleisch“ thematisiert eine Nahtod-Erfahrung und fragt nach Grenzen und Möglichkeiten, neuronal Wirklichkeit wahrzunehmen. Multimedial wird ein Zukunftsszenario beschworen, in dem sich jedoch Sehnsucht nach dem Natürlichen, das heißt auch nach dem Sterben-Können artikuliert.

Dienstag, 23. November 2021, 22.05 – 22.45 Uhr

DE | HUMAN: Neue Musik jenseits des Menschen

Hörstück von Anna Schürmer

Post- und transhumane Konzepte geistern durch Wissenschaft, Kunst und Kultur. Während Transhumanisten eine Optimierung des menschlichen Lebens vorantreiben, ist der Posthumanismus ein kritisches Denkmodell, das die Radikalität des techno-kulturellen Wandels und die Erosion des Humanen aufzeigt. Die Autorin entwirft eine posthumane Musikgeschichte und beleuchtet Künstliche Intelligenz und Nostalgie, Virtualität und (Un-)Sterblichkeit.

Online abrufbar ab 1. 11. 2021 unter deutschlandfunk.de/forum-neuer-musik

Das Zeitliche segnen. Zur Geschichte des Todes in der Moderne

Lecture von Prof. Dr. Thomas Macho

Mit dem Prozess der Säkularisierung in der Moderne verbindet sich der Abschied von traditionellen Hoffnungen auf Unsterblichkeit und ewiges Leben, erläutert Thomas Macho in seinem Online-Beitrag. Dieser Abschied wird auch durch die technischen Utopien der Kryonik, der Klonierung oder der Datenspeicherung von Gehirnen nicht ernsthaft in Frage gestellt. Er manifestiere sich vielmehr in einer neuen Sterbekultur und in zunehmender Anerkennung der Sterblichkeit als Wesen des menschlichen Lebens.

Details während des Festivals unter deutschlandfunk.de/forum-neuer-musik

Das Forum neuer Musik wird gefördert von der Kunststiftung NRW.

Pressematerial und Kontakt:

  • Programmflyer im Anhang
  • Pressefotos können auf Nachfrage zur Verfügung gestellt werden. Eine kurze Mail genügt.
  • Gerne organisieren wir Interviews oder stellen weiteres Material zur Verfügung.
  • Pressekontakt: Xenia Sircar, xenia.sircar@deutschlandradio.de, Tel. 030 20221 6164

P050/2021/six

Christian Sülz (Pressesprecher)
Raderberggürtel 40, 50968 Köln
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Tobias Franke-Polz (Redakteur Presse)
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