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Deutschlandfunk-Kultur-Feature zum Attentat von Hanau erhält Katholischen Medienpreis

Deutschlandfunk-Kultur-Feature zum Attentat von Hanau erhält Katholischen Medienpreis

„Der letzte Tag“ lässt Opfer und Überlebende zu Wort kommen – manche sprechen zum ersten Mal über ihre Erinnerung

Presseinformation, 16. August 2021

Das Feature „Der letzte Tag – Das Attentat von Hanau“ wird mit dem Katholischen Medienpreis 2021 ausgezeichnet. In dem Feature rekonstruiert Sebastian Friedrich mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer den Tag des Anschlags. „Der letzte Tag“ ist eine Produktion von Deutschlandfunk Kultur, WDR und NDR, Redaktion hatte Katrin Moll.

In dem knapp 60-minütigen Radiostück haben sich einige Überlebende und Angehörige zum ersten Mal öffentlich geäußert. Im Gespräch mit ihnen nähert sich Autor Sebastian Friedrich dem alltäglichen Leben im Hanauer Stadtteil Kesselstadt. In ihren Berichten erzählen sie, wie Alltagsrassismus, Segregation und kaum überwindbare Klassenunterschiede das Leben in der Hanauer Weststadt prägen. „Der letzte Tag“ ist eine dokumentarische Tiefenbohrung, die jenseits der Schlagzeilen über den Anschlag und den Täter ein gesellschaftliches Panorama eröffnet.

In der Begründung der Jury heißt es: „Das Stück ist eine akribische audiophone Rekonstruktion des Attentats von Hanau, 19.02.2020. Ein Neonazi ermordet im Ortsteil Kesselstadt mehrere Menschen. Seine Motive sind rassistisches Denken und Ausländerfeindlichkeit. Die Reportage arbeitet komplett mit O-Tönen unmittelbar Betroffener bzw. deren Angehörigen. Es herrscht ein sehr ruhiger Erzählduktus, der zu keiner Zeit sensationsheischend, aber zutiefst beeindruckend ist. Die packende Sendung von Sebastian Friedrich ist ein einziger Appell, eine Mahnung zu einem friedlichen Miteinander aller Menschen, gleich welcher Herkunft, Nation oder Religion, wider die empathielose Gleichgültigkeit im Umgang miteinander. Sie belehrt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern überzeugt durch die ehrlichen Antworten der Protagonisten.“

Der Katholische Medienpreis wird seit 2003 von der Deutschen Bischofskonferenz vergeben, in diesem Jahr erstmals in einer eigenen Kategorie Radio. Ausgezeichnet werden laut Ausschreibung Beiträge, "die die Orientierung an christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern, das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften, Religionen, Kulturen und Einzelpersonen beitragen“, heißt es in der Ausschreibung.

Autor Sebastian Friedrich wurde 1985 in Halle (Saale) geboren. Er schreibt Bücher und Essays, macht Radiofeatures und Fernsehbeiträge, hält Vorträge und moderiert Veranstaltungen.

Pressekontakt:
Tobias Franke-Polz, Tel. 030-85036163, tobias.franke-polz@deutschlandradio.de

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Christian Sülz (Pressesprecher)
Raderberggürtel 40, 50968 Köln
T +49 221 345-2161
 
Tobias Franke-Polz (Redakteur Presse)
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