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Das sind die Top Ten der Vergessenen Nachrichten 2021

Das sind die Top Ten der Vergessenen Nachrichten 2021

Deutschlandfunk und Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) veröffentlichen Liste wichtiger Themen, über die deutsche Medien nicht berichtet haben

Presseinformation, 25. März 2021

Auch in den vergangenen zwölf Monaten sind viele wichtige Themen in den Medien zu wenig oder gar nicht vorgekommen. Gerade im Corona-Jahr hat eine nahezu monothematische Berichterstattung viele andere Themen in den Nachrichten verdrängt.

Die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) e.V. hat jene Themen und Geschichten identifiziert, die im vergangenen Jahr in den Nachrichten vergessen wurden. Das vergessene Topthema Nummer 1 ist nach Ansicht einer Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten die Neufassung des sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetzes. Damit will die Bundesregierung gegen Hass im Netz vorgehen, aber Kritiker halten auch die Novellierung für wirkungslos, was in der Öffentlichkeit aber kaum diskutiert wird. Auch die NATO-Großübung „Defender 2020“, immerhin das größte militärische Manöver seit einem Vierteljahrhundert, spielte nach Ansicht der INA in der Berichterstattung kaum eine Rolle. Gewalt in der Schwangerschaft ist laut WHO ein gravierendes Problem, über das nicht nur bei Ärzten große Unkenntnis herrscht, sondern auch in der Öffentlichkeit, die von den Medien darüber unzureichend informiert wird.

Weitere vergessene Nachrichten sind das übersehene Armutsrisiko von jungen Menschen über 18 Jahren, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten gerade von Sozialunternehmen in der Corona-Pandemie oder der Umgang mit Rassismus und Kolonialismus im Schulunterricht. Auch den Umgang des deutschen Staates mit rechtsextremen Organisationen türkischstämmiger Menschen, die Menschenrechtsverletzungen an den Opfern der Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria oder die fehlende Umsetzung europäischer Richtlinien zur Terrorismusbekämpfung hält die INA für medial stark vernachlässigt.

Die komplette Liste jener vergessenen Nachrichten, die bislang nicht oder nur ungenügend ihren Weg in die deutschen Medien gefunden haben, findet sich auf www.dlf.de/nachrichten und auf der Website der Initiative Nachrichtenaufklärung ( www.nachrichtenaufklaerung.de).

Der Deutschlandfunk präsentiert die Top Ten der Vergessenen Nachrichten zusammen mit der INA. „Die Suche nach den vergessenen Nachrichten steht für unsere Redaktion in der Mitte der alltäglichen Arbeit“, erklärt Dr. Marco Bertolaso, Leiter der Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks. „Die manchmal beunruhigend monothematische Corona-Zeit hat diese Aufgabe noch einmal wichtiger gemacht“.

„Die Medien sind zu sehr fokussiert auf einige wenige populäre Themen, auf denen das gesamte Schlaglicht der Öffentlichkeit liegt“, sagt INA-Geschäftsführer Prof. Hektor Haarkötter. „Man kann hier schon fast von Themen-Populismus sprechen“. Die INA wolle aufzeigen, dass es noch viele Themen links und rechts des Nachrichtenmainstreams gebe, die für die Gesellschaft relevant sind.

Die INA ist eine Nicht-Regierungsorganisation, die von den Medien vernachlässigte Themen und Geschichten in die Öffentlichkeit bringen möchte. „Jeder einzelne ist aufgefordert, sich über ein medial vernachlässigtes Thema Gedanken zu machen, die Initiative zu ergreifen und es uns als Themenvorschlag mitzuteilen. Dieses Engagement ist wichtig für unsere Arbeit“, appelliert Marlene Nunnendorf, Sprecherin der INA. Jeder habe die Möglichkeit, bei der INA Themenvorschläge. Diese Themenvorschläge werden von studentischen Rechercheteams an verschiedenen Hochschulen im ganzen Bundesgebiet recherchiert. Eine Jury aus Journalisten und Wissenschaftlern stimmt einmal jährlich über diese Themenvorschläge ab und kürt die Top Ten der Vergessenen Nachrichten.

Pressekontakt: Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) e.V. info@nachrichtenaufklaerung.de

Marlene Nunnendorf, Tel. 01520 9040018

Xenia Sircar xenia.sircar@deutschlandradio.de Tel. 030 8503 6164

P016/mb/six

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Christian Sülz (Pressesprecher)
Raderberggürtel 40, 50968 Köln
T +49 221 345-2161

Tobias Franke-Polz (Redakteur Presse)
Xenia Sircar (Redakteurin Presse)
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