Alle Storys
Folgen
Keine Story von Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung GmbH mehr verpassen.

Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung GmbH

Neuer Kommentar in Nature: Leitlinien für einen gerechten und effektiven Naturschutz

Neuer Kommentar in Nature: Leitlinien für einen gerechten und effektiven Naturschutz
  • Bild-Infos
  • Download

OECMs – das Kürzel für „andere wirksame flächenbezogene Naturschutzmaßnahmen“ – sollten neben der Einrichtung von Naturschutzgebieten ein wertvolles politisches Instrument im neuen globalen Biodiversitätsabkommen sein. Das fordern Forschende aus dem Bereich Naturschutz sowie Expert:innen aus Politik und Praxis von den Mitgliedsregierungen der Biodiversitätskonvention (CBD) in einem Kommentar im hochrangigen Fachmagazin Nature. An der Publikation ist auch das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) beteiligt.

Neuer Kommentar in Nature: Leitlinien für einen gerechten und effektiven Naturschutz

„Schutzgebiete werden im Allgemeinen so definiert, dass ihr primäres Ziel die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist“, sagt Dr. Georgina Gurney, Hauptautorin der neuen Nature-Studie und Senior Research Fellow am Australian Research Council Centre of Excellence for Coral Reef Studies. „Dies kann jedoch Menschen entfremden, die Gebiete bewirtschaften, in denen die Biodiversität für verschiedene Zwecke, wie etwa nachhaltige Ressourcennutzung oder kulturelle Praktiken, erhalten bleibt.“

Über 25 Expert:innen aus 14 Ländern, die im Bereich Meeresmanagement und -schutz arbeiten, haben unter Mitwirkung des ZMT nun zum ersten Mal die Chancen und Herausforderungen von OECMS zur Bewältigung der Biodiversitätskrise untersucht und in einem Kommentar in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

„Der Verlust der biologischen Vielfalt hat derzeit ein kritisches Ausmaß erreicht. Schutzgebiete sind das am häufigsten eingesetzte Instrument zum Erhalt der Biodiversität. Sie reichen allein aber nicht aus, um den Artenverlust aufzuhalten“, erklärt die Co-Autorin Estradivari, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZMT und ehemalige Leiterin der Naturschutzforschung beim WWF Indonesien. „OECMs können eine wichtige ergänzende Rolle spielen. Sie unterstützen ein Management, das auf den jeweiligen Kontext zugeschnitten ist und sich an den lokalen Werten und traditionellen Wissenssystemen orientiert.“

Bi odiversit ät schützen – Bewirtschaftung anerkennen

Was man unter OECMs versteht, darauf einigten sich die Vertragsparteien des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) bereits 2018 auf ihrer 14. Konferenz. Danach können OECMs Gebiete umfassen, die von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften verwaltet werden, aber auch historische Schiffswrackreservate, heilige Haine oder Ackerland, das mit geringer Intensität auf traditionelle Weise bewirtschaftet wird. Als OECMs ausgewiesene Gebiete erkennen eine Nutzung an, die die Biodiversität erhält, auch wenn der Schutz kein vorrangiges Ziel ist. Derzeit fallen jedoch noch weniger als 1 Prozent der Land- und Süßwasserumgebungen der Welt und weniger als 0,1 Prozent der Meeresgebiete unter die Bezeichnung „OECM“.

OECMs können neue Allianzen mit Menschen schmieden, die sich demselben Interesse verschrieben haben – dem Schutz der Biodiversität. Das können indigene Völker sein, lokale Gemeinschaften oder private Initiativen. „Diese Bündnisse werden entscheidend sein, um Biodiversität aufrecht zu erhalten und um jenes anvisierte globale Ziel zu erreichen, bis 2030 mindestens 30 Prozent des Planeten zu bewahren“, meint Ravaka Ranaivoson, Marine Director der Wildlife Conservation Society (WCS) Madagascar.

Es ist Zeit für praktische Umsetzung

Die Biodiversität befindet sich weltweit im freien Fall. OECMs könnten eine sehr entscheidende Möglichkeit sein, um über Schutzgebiete hinaus einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten. Im Nature-Kommentar stellen die Autor:innen Leitlinien bereit, die dabei helfen, Forschung, Praxis und politische Richtlinien für OECMs zu fördern.

„Die Naturschutzgemeinschaft sollte die nötigen Schritte unternehmen, um zentrale Herausforderungen bei der Nutzung von OECMs als politisches Instrument zu meistern“, so Estradivari vom ZMT. „Man muss zeigen, dass sie funktionieren, bestehendes lokales Management stärken, die Finanzierung sichern, sich auf Kennzahlen einigen und OECMs in andere Umweltvereinbarungen einbeziehen.“

Publikation

Gurney et al. 2021. Biodiversity needs every tool in the box: use OECMs. Nature: 646-649. DOI: https://doi.org/10.1038/d41586-021-02041-4

Kontakt

Estradivari

Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Tel: 01525 - 7584754

Email: estradivari@leibniz-zmt.de

Dr. Susanne Eickhoff
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel:  +49(0)421 238 00-37
Fax:  +49(0)421 238 00-30
E-Mail:  susanne.eickhoff@leibniz-zmt.de
Internet:  www.leibniz-zmt.de
Facebook:  www.facebook.com/leibniz-zmt.de

Über das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen widmet sich in Forschung und Lehre dem besseren Verständnis tropischer Küstenökosysteme wie Mangroven, Seegraswiesen, Korallenriffen, Ästuaren und Auftriebsgebieten. Im Mittelpunkt stehen Fragen zu ihrer Struktur und Funktion, ihren Ressourcen und ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber menschlichen Eingriffen und natürlichen Veränderungen. Mit seiner Arbeit schafft das Institut eine wissenschaftliche Grundlage für den Schutz und die nachhaltige Nutzung dieser Lebensräume. Das ZMT führt seine Forschungsprojekte in enger Kooperation mit Partnern in den Tropen durch, wo es die Entwicklung von Expertise und Infrastruktur auf dem Gebiet des nachhaltigen Küstenzonenmanagements unterstützt. Das ZMT ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Weitere Informationen unter www.leibniz-zmt.de

Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung
Fahrenheitstraße 6
28359 Bremen
Tel.  +49 (0)421 238 00-0
Fax  +49 (0)421 238 00-30
 www.leibniz-zmt.de
 
Sitz der Gesellschaft: Bremen
Registergericht: Amtsgericht Bremen
Handelsregister Nr. HRB 25746 HB
Steuer-Nr. 460/145/09737
USt.-IdNr. DE 266278207
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Volker Saß
Geschäftsführung: Dr. Werner Ekau (kommissarisch), Dr. Nicolas Dittert
Weitere Storys: Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung GmbH
Weitere Storys: Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung GmbH