Alle Meldungen
Abonnieren
Abonnieren Sie alle Meldungen von Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS)

05.08.2019 – 09:00

Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS)

Was wäre wenn...? - Neues, interaktives Format zeigt, welche Maßnahmen die Verkehrswende wirklich voranbringen

2 Audios

  • 190805_BmE_DecisionTheater.mp3
    MP3 - 1,9 MB - 02:07
    Download
  • 190805_OTP_DecisionTheater.mp3
    MP3 - 3,6 MB - 03:57
    Download

Ein Dokument

Potsdam (ots)

Anmoderationsvorschlag: Deutschland hat sich verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich zu senken. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Bis 2030 müssen wir etwa 40 Prozent weniger CO2 ausstoßen als 1990. Ein ziemlich hochgestecktes Ziel, das wir verfehlen werden, wenn wir nicht schnell mehr tun. Aber was? Welche Maßnahme kann hier helfen? Mehr Elektroautos, Fahrverbote für die Innenstädte oder ein höherer Benzinpreis? Ideen gibt es viele, aber welche bringt den gewünschten Effekt und welche Nebeneffekte gibt es? Aufschluss soll das sogenannte "Decision Theater" geben. Oliver Heinze berichtet.

Sprecher: Das "Decision Theater" sind mehrere große Bildschirme in einem abgedunkelten Raum. Zu sehen sind darauf Bilder, Grafiken oder Szenarien zu bestimmten Themen.

O-Ton 1 (Jahel Mielke, 25 Sek.): "Und in unserem Fall ist das Thema 'Mobilität'. Und hierfür nutzen wir ein Computermodell, das das Verkehrsverhalten der Bevölkerung in der Zukunft simuliert. Und dann kann man als Teilnehmer zum Beispiel Fahrverbote in den Innenstädten oder eine Subvention von Elektroautos im Modell einführen und dann schauen, was die Maßnahme für Auswirkungen hat - zum Beispiel auf die CO2-Emissionen oder auch auf die Nachfrage nach verschiedenen Verkehrsmitteln."

Sprecher: Erklärt Jahel Mielke vom Global Climate Forum, die im Rahmen des Kopernikus-Projekts Energiewende-Navigationssystem, kurz ENavi, das "Decision Theater" zur Verkehrswende mitentwickelt hat. Die Ergebnisse diskutieren dann Wissenschaftler, Interessensvertreter und Politiker, denn neben den gewonnenen Erkenntnissen soll der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gefördert werden.

O-Ton 2 (Jahel Mielke, 18 Sek.): "Das ist gerade bei der Verkehrswende wichtig, wo es so stark auf die Verhaltensänderung der Menschen ankommt und wo so viele unterschiedliche Akteure an einem Tisch sitzen. Und das 'Decision Theater' kann bei so komplexen Problemen helfen, Handlungsspielräume neu zu durchdenken oder auch unerwartete Folgen aufzeigen."

Sprecher: So wurde zum Beispiel der Ausbau des Car Sharing simuliert, um zu schauen, ob dadurch die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich sinken.

O-Ton 3 (Jahel Mielke, 13 Sek.): "Aber in unserem Modell hatte das erstmal nicht zur Folge, dass die Emissionen gesunken sind. Unter anderem, weil auch einige Menschen, die vorher Fahrräder und Busse benutzt haben, auf solche Mietautos umsteigen."

Sprecher: Simulieren kann man zum Beispiel auch die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, den Ausbau von Ladesäulen, der Radinfrastruktur und einen CO2-Preis im Kraftstoffbereich. Die bisher effektivste Maßnahme, um CO2 zu vermeiden, war, das Gewicht von Fahrzeugen zu begrenzen.

O-Ton 4 (Jahel Mielke, 9 Sek.): "Und diese Maßnahme wirkt diesem Trend zu SUVs entgegen und sorgt damit dann für eine deutliche Reduktion der Emissionen bei Autos mit Verbrennungsmotoren." Sprecher: Wobei die Ergebnisse aber keine genauen Vorhersagen sind, sondern eher Denkanstöße, um zu sehen, welche klugen Maßnahmen man miteinander kombinieren sollte.

Abmoderationsvorschlag: Das sogenannte "Decision Theater" des Global Climate Forums ist ein mobiles und interaktives Dialogtool, das helfen soll, die Diskussion zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu verbessern. Es simuliert zum Beispiel, wie sich verschiedene Maßnahmen der Verkehrswende auf den CO2-Ausstoß auswirken könnten. Das "Decision Theater" wurde im Kopernikus-Projekt ENavi entwickelt. ENavi ist eins von vier Kopernikus-Projekten, die das Bundesforschungsministerium zur Erforschung der Energiewende fördert und in dem das Potsdamer Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung mit 57 weiteren Partnern wie dem Global Climate Forum zusammenarbeitet. Wenn Sie sich das Ganze genauer anschauen wollen, finden Sie alle Infos unter kopernikus-projekte.de.

Pressekontakt:

Christina Camier
+49 (0) 331-28822-477
Christina.Camier@iass-potsdam.de

Original-Content von: Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS), übermittelt durch news aktuell