Universität zu Köln

MINTegration: Förderung jugendlicher Flüchtlinge

Geflüchtete Jugendliche werden gezielt zur Förderung in den MINT-Fächern an die Universität zu Köln eingeladen - Ford Stiftung fördert Projekt mit 31.000 Euro bis Mai 2018 - Pilotprojekt mit 13 bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern aus den Vorbereitungsklassen des Schiller-Gymnasiums in Köln erfolgreich umgesetzt - Einsatz digitaler Medien und sprachsensibler Lehrmaterialien soll Sprachbarriere überwinden "Der Titel MINTegration ist Programm:

MINTegration: Förderung jugendlicher Flüchtlinge

Geflüchtete Jugendliche werden gezielt zur Förderung in den MINT-Fächern an die Universität zu Köln eingeladen - Ford Stiftung fördert Projekt mit 31.000 Euro bis Mai 2018 - Pilotprojekt mit 13 bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern aus den Vorbereitungsklassen des Schiller-Gymnasiums in Köln erfolgreich umgesetzt - Einsatz digitaler Medien und sprachsensibler Lehrmaterialien soll Sprachbarriere überwinden

"Der Titel MINTegration ist Programm: Es geht um die Integration jugendlicher Flüchtlinge verknüpft mit der Nachwuchsförderung in den MINT-Fächern", erläutert Jun.-Prof. Dr. Amitabh Banerji, Projektverantwortlicher und Dozent am Institut für Chemiedidaktik die Namensgebung. Ziel des Projektes ist es, für die Gruppe der jugendlichen Flüchtlinge geeignetes Lehrmaterial für den MINT-Unterricht zu entwickeln und dieses gemeinsam mit ihnen zu erproben. Das entwickelte Material wird dann zum einen Lehrerinnen und Lehrern und Schulen zur Verfügung gestellt und zum anderen in den Schülerlaboren der Uni Köln regelmäßig zum Einsatz kommen. Am Pilotprojekt haben bisher insgesamt über 100 Schülerinnen und Schüler der Vorbereitungsklassen teilgenommen. Im Wintersemester 2017/18 werden weitere Vorbereitungsklassen an die Universität zu Köln eingeladen.

Die Ford Stiftung hat diesen didaktischen Ansatz mit geflüchteten Jugendlichen als sehr positiv und förderungswürdig eingestuft. So wurde die Summe von rund 31.000 Euro für die Initiierung des MINTegration-Projektes zugewiesen. "Wir fördern seit 2014 bereits mehrere innovative und nachhaltige Bildungsprojekte, darunter auch die KölnerKinderUni und die Ford MINT Didaktik-Stipendien. Das Projekt MINTegration passt genau in unser Förderungsprofil, mit dem wir Kinder und Jugendliche für MINT-Fächer begeistern wollen", fasst Dr. Wolfgang Hennig, Programm-Manager bei der Ford-Werke GmbH das Engagement der Ford Stiftung "Ford Motor Company Fund" an der Universität zu Köln zusammen.

Das Projekt MINTegration wird aktuell von den Instituten für Biologie- und Chemiedidaktik der Universität zu Köln umgesetzt. Sie entwickeln mit den Lehramtsstudierenden das Lehrmaterial und erproben dieses gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Vorbereitungsklassen. Beispielhafte Chemie-Themen sind: Gase, Rotkohlindikator, Chromatographie, Lösen in Flüssigkeiten und Energie. Für das Fach Biologie wurden folgende Themen didaktisch aufbereitet: Mechanische und chemische Wasserreinigung, Getreide und die Kartoffel. Auch das Kochen mit der Kartoffel stand auf dem Programm. Frau Hollmann, Projektverantwortliche und Dozentin am Institut für Biologiedidaktik, erklärt: "Je besser wir den Bogen von den biologischen Grundlagen zum Alltag der Schüler schlagen können, umso leichter ist es, die Schüler zu motivieren und für biologische Themen zu begeistern. Durch das gemeinsame Erleben können sprachliche und fachliche Kompetenzen leichter erworben werden. Naturwissenschaften und Integration lassen sich so ideal miteinander verbinden."

Für die nächste Phase des Projektes, die mit dem Wintersemester 2017/18 startete, haben sich die Projektverantwortlichen vorgenommen, die Angebote aus den Fächern stärker zu vernetzen sowie den Spracherwerb der Lernenden mithilfe der zumeist digitalen Lernhilfen und passenden Aufgabenformaten gezielter zu fördern. Zusätzlich sollen in diesem Durchlauf auch erstmals Lehreinheiten an der Schule stattfinden, um die Eignung der Konzepte im Schulalltag zu evaluieren. Die übergreifenden Projektziele sind der Aufbau von Professionswissen bei MINT-Lehramtsstudierenden der Uni Köln sowie die Bereitstellung von erprobten MINT-Lernmodulen, die Lehrkräfte für jugendliche Flüchtlinge in Vorbereitungsklassen bundesweit kostenfrei einsetzen können.

"Die jugendlichen Flüchtlinge in den Vorbereitungsklassen benötigen anderes Lehrmaterial und andere Ansprache", erklärt Frau Schulz-Krause, Rektorin der Pilotschule Schiller-Gymnasium den Bedarf auf der Seite von Schule und Lehrkräften. Hier hat sich im Pilotprojekt der Einsatz digitaler Medien - hier vor allem Tablet PCs - als hilfreich erwiesen. So wurden die Versuchsanleitungen von den Studierenden der Chemiedidaktik mit Hilfe von Videosequenzen und auditiven Vokabellisten zum Abrufen am Tablet PC aufbereitet. Insgesamt wurde das Pilotprojekt von den Schülerinnen und Schülern und Schulen sehr gut aufgenommen. Inzwischen gibt es weitere Schulen, die sich für eine Teilnahme interessieren.

Für die Uni Köln und ihre hier aktiven Institute ist es gesellschaftliche Verantwortung und Wissenszuwachs in einem. Die Lehramtsstudierenden erarbeiten die Lehrinhalte und können diese direkt anwenden. Sowohl das Thema "Sprachsensibler Fachunterricht" als auch "Einsatz digitaler Medien" sind dabei zwei fachüberreifende Kenntnisbereiche, die den Studierenden zu Gute kommen. Das Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) an der Universität zu Köln hat die Erfahrungen und Lehrmaterialien aus dem Pilotprojekt im Rahmen der Online-Plattform "digiLL_NRW" (www.digill.nrw) bereits genutzt. Auf den diggiKurs können Lehramtsstudierende und Lehrkräfte zugreifen und sich online weiterbilden.

Presse und Kommunikation

Corinna Kielwein

+49 221 470-1700

c.kielwein@verw.uni-koeln.de

Weitere Informationen im Web:

www.zdi-schuelerlabor.uni-koeln.de

Video-Grußwort Jun.-Prof. Banerji:

https://youtu.be/KFFtGDMSCh8

Video-Sequenzen mit Studierenden

https://youtu.be/aXGJ-i6E1IU

https://youtu.be/m89KiUpRndk

https://youtu.be/iM47vWZMA8Y

V.i.S.d.P.: Dr. Patrick Honecker MBA 

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