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24.11.2020 – 10:04

ETL-Gruppe

Presseinformation: Vorsicht, Falle! Ärzte müssen Corona-Bonus on top zahlen

Presseinformation: Vorsicht, Falle! Ärzte müssen Corona-Bonus on top zahlen
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Vorsicht, Falle! Ärzte müssen Corona-Bonus on top zahlen

Aktuell berichten Arbeitsrechtler von vielen Anfragen aus Praxen, wie mit dem Corona-Bonus für Medizinische Fachangestellte umzugehen sei. Doch Vorsicht: "Freiwillige Leistungen" zugunsten der Prämie zu reduzieren, ist riskant. Der Corona-Bonus des Staates für Medizinische Fachangestellte (MFA) ist bislang nicht vorgesehen - zum Verdruss vieler Ärzte - und MFA-Vertreter. Der Gesetzgeber hat Praxisinhabern jedoch erlaubt, bis zu 1.500 Euro steuer- und sozialabgabenfrei zusätzlich zum normalen Gehalt auszuzahlen. Zum Jahresende häufen sich aktuell die Anfragen von Ärzten bei Anwaltskanzleien, ob sie freiwillig gezahlte Leistungen wie ein 13. Monatsgehalt in diesem Jahr reduzieren könnten und stattdessen die Corona-Prämie zahlen könnten. Dadurch ließe sich doch mit weniger Bruttozahlung fast dasselbe Nettogehalt für die medizinischen Fachangestellten erzielen.

Dr. Uwe Schlegel von der ETL Rechtsanwälte GmbH Rechtsanwaltsgesellschaft in Köln bekommt täglich Anfragen dieser Art. Schlegel mahnt seine Mandanten zur Vorsicht - gleich aus mehreren Gründen: Zum einen sind nicht alle Zahlungen, die als freiwillig bezeichnet werden, tatsächlich freiwillig. "Ein 13. Gehalt im eigentlichen Sinne kann niemals freiwillig sein", so Schlegel. "Arbeitnehmer haben darauf Anspruch - anteilig nach Monaten, die sie im Betrieb gearbeitet haben", erklärt der Rechtsexperte.

"Überall dort, wo ein Anspruch auf Auszahlung besteht, darf die Corona-Prämie diese Leistung nicht ersetzen", warnt der Arbeitsrechtler. Denn der Gesetzgeber hat eindeutig geregelt, dass die 1.500 Euro "on top" gezahlt werden. Diese Tatsache ist geradezu gefährlich für die Praxisinhaber: "Etwas als steuer- und abgabenfrei zu behandeln, dass es nicht ist, erfüllt zunächst grundsätzlich einen Straftatbestand", so Schlegel - auch wenn meist kein Vorsatz vorliege. Darüber hinaus werden viele Zahlungen, wenn sie unter einen pauschalen Freiwilligkeitsvorbehalt gestellt werden, vor Gericht nicht als freiwillig anerkannt. Wirksam ist ein solcher Vorbehalt nur, wenn er sich auf ganz konkrete Leistungen beziehe.

"Wenn bei einer Prüfung durch die Rentenversicherung dann herauskommt, dass ein Weihnachtsgeld 2017, 2018 und 2019 gezahlt worden ist und 2021 wieder, aber 2020 nicht - dafür aber die Corona-Prämie, dann muss ein Arbeitgeber unangenehme Fragen beantworten - und kann schon mal auf die Nase fallen", so Schlegel.

Als Arbeitgeber würde er es zudem nicht riskieren wollen, die MFA mit einer Entscheidung, die rechtlich auf wackeligen Beinen steht, auch noch zu verärgern. "Wenn es die Geschäftslage nicht hergibt, würde ich dann lieber so weiter verfahren wie bisher und keine Prämie zahlen", empfiehlt der Rechtsanwalt, "oder differenzieren und nicht voll die 1.500 Euro auszahlen, sondern einen geringeren Betrag. Sonst ist am Ende der Schaden größer als der Nutzen."

Für Interviewanfragen zu diesem Thema wenden Sie sich an Danyal Alaybeyoglu, Leiter Kommunikation: danyal.alaybeyoglu@etl.de; Tel. 01722403359.

Die ETL-Gruppe ist in Deutschland mit über 870 Kanzleien vertreten und darüber hinaus in 50 Ländern weltweit mit 250 Kanzleien präsent. ETL ist Marktführer im Bereich Steuerberatung und gehört zu den Top 5 der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftet mit ihren Geschäftsbereichen Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Rechtsberatung, Unternehmensberatung und IT bundesweit einen Gruppenumsatz von über 950 Mio. Euro. Insgesamt betreuen über 10.000 Mitarbeiter - darunter mehr als 1.500 Steuerberater, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater - überall in Deutschlandmehr als 200.000 Mandanten.

Pressekontakt

Danyal Alaybeyoglu, Tel.: 0172-240-33 59, E-Mail: danyal.alaybeyoglu@etl.de, ETL, Mauerstraße 86-88, 10117 Berlin, www.etl.de