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Universitätsklinikum Essen AöR

PM: Geringere Ansteckungsgefahr durch kontaktlose Messtechnik

Pressemitteilung

DFG fördert Telemedizin-Projekt

Geringere Ansteckungsgefahr durch kontaktlose Messtechnik

Essen, 24. Februar 2021 – Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) entwickeln ein mobiles Messsystem, mit dem der Gesundheitszustand von Menschen mit ansteckenden Krankheiten kontaktlos, kontinuierlich und ortsunabhängig ermittelt werden kann. Dadurch würde nicht nur das Infektionsrisiko drastisch gesenkt, zum Beispiel bei COVID-19; auch könnte man kritische Verschlechterungen bei Betroffenen schneller erkennen und eine Verlegung ins Krankenhaus veranlassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt neon* für 3 Jahre mit 900.000 Euro.

Wie gut oder schlecht es unserem Körper in einem bestimmten Moment geht, können Medizinerinnen und Mediziner zuverlässig und schnell durch die Messung der sogenannten Vitalparameter herausfinden. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines miniaturisierten Sensorsystems zur kontaktlosen Bestimmung von Vitalparametern, zum Beispiel Sauerstoffsättigung, Körpertemperatur, Atemfrequenz und Puls.

Wenn sich der Gesundheitszustand von hochgradig ansteckenden Patientinnen und Patienten in ihrem Zuhause verschlechtert, könnten Ärztinnen und Ärzte dank eines solchen Messgeräts eine Behandlung aus der Ferne individuell anpassen und einen Krankenhausaufenthalt verhindern. Sollte eine Verlegung unvermeidlich sein, wäre ein kontaktloses Erfassungsgerät weiterhin von großem Nutzen: Da zur Messung und Überwachung keine Berührungen mehr nötig wären, würde das Risiko einer möglichen Infektionsübertragung minimiert. Das schützt Erkrankte und Personal gleichermaßen.

„Der Einsatz von solchen Methoden bietet ein hohes Innovationspotential“, betont Prof. Dr. Christian Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Ruhrlandklinik der Universitätsmedizin Essen. „Klinische Studien haben gezeigt, dass telemedizinisches Management von Menschen mit chronischen Krankheiten sehr erfolgreich sein kann: In den untersuchten Fällen starben weniger Betroffene, deren Lebensqualität verbesserte sich und ihre Behandlungskosten sanken.“

Wie sehr Telemedizin in Pandemie- bzw. Epidemie-Zeiten helfen kann, ist noch unklar. „Für eine evidenzbasierte Bewertung ihres Nutzens gibt es derzeit keine ausreichenden Daten“, sagt Prof. Taube. Aus der Praxis wissen sein Team und er aber bereits, dass es Patientinnen und Patienten gibt, die aus Angst vor einer Infektion ärztliche Untersuchungen während eines Lockdowns meiden. „Ein kontaktloses Messgerät könnte ihnen diese Angst nehmen. Zudem würde es Kontrolluntersuchungen ermöglichen, die in Zeiten wie diesen ansonsten ausfallen müssten. Schließlich könnten mehr Distanz-Behandlungen helfen, das Bettenbelegungsproblem zu lösen, mit dem Krankenhäuser bei steigenden Infektionszahlen zu kämpfen haben.“

Zu den Projektverantwortlichen

Am Essener Standort verantworten Prof. Dr. Christoph Schöbel und Dr. Sivagurunathan Sutharsan von der Klinik für Pneumologie das Projekt neon. Eingereicht haben sie den erfolgreichen DFG-Antrag gemeinsam mit Prof. Dr. Gunther Notni (Technische Universität Ilmenau) und Prof. Dr. Karsten Seidl (Universität Duisburg-Essen, Fraunhofer IMS).

* neon steht für „Akut- und Permanentmonitoring von infektiösen Patienten mit Hilfe von kontaktlosen, multispektralen, optischen Messsystemen“

Pressekontakt 
Christine Harrell
Referatsleitung Strategie, Kommunikation und Marketing
Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen
Telefon: +49 (0) 201-723-1615
E-Mail:  christine.harrell@uk-essen.de 
Internetseite:  www.uni-due.de/med 
Über die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen 
Wissenschaft und Forschung auf höchstem internationalem Niveau und eine herausragende, exzellente Ausbildung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte: Diese Ziele hat sich die Medizinische Fakultät gesteckt und verfolgt sie mit Nachdruck. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin sowie den übergreifenden Forschungsschwerpunkten Immunologie, Infektiologie und Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften. Der 2014 bezogene Neubau des Lehr- und Lernzentrums bietet den Studierenden der Medizinischen Fakultät exzellente Ausbildungsmöglichkeiten.
Über die Essener Universitätsmedizin 
Die Essener
Universitätsmedizin umfasst das Universitätsklinikum Essen sowie 15
Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus
Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum
Essen. Die Essener Universitätsmedizin ist mit etwa 1.700 Betten das führende
Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets und seit 2015 auf dem Weg zum
Smart Hospital. 2020 behandelten unsere rund 10.000 Beschäftigten etwa 64.000
stationäre und 300.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Mit dem
Westdeutschen Tumorzentrum, einem der größten Tumorzentren Deutschlands, dem
Westdeutschen Zentrum für Organtransplantation, einem international führenden
Zentrum für Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse,
Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, sowie dem Westdeutschen
Herz- und Gefäßzentrum, einem überregionalen Zentrum der kardiovaskulären
Maximalversorgung, hat die Universitätsmedizin Essen eine weit über die Region
reichende Bedeutung für die Versorgung von Patientinnen und Patienten.
Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an
der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer
Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin,
Immunologie/Infektiologie und Translationale Neuro- und
Verhaltenswissenschaften.
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