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18.12.2020 – 10:22

Universitätsklinikum Essen AöR

PM: Studie über Frühgeborene - Gestörte Feinmotorik im Vorschulalter

Pressemitteilung

Frühgeborenen-Studie

Gestörte Feinmotorik im Vorschulalter

Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen hat in einer Studie mit 5- bis 6-Jährigen zeigen können, dass die Entwicklung von fast jedem zweiten frühgeborenen Kind in puncto Feinmotorik, Stiftführung und Sehwahrnehmung gestört ist. Dies kann den Start ins Schulleben spürbar erschweren. Die Ergebnisse sind im pädiatrischen Fachblatt Children publiziert.*

Um in der Schule mithalten zu können, müssen Kinder von Anfang an Formen wie Farben erkennen und kopieren können - je schneller und exakter, desto besser. Die dafür notwendigen feinmotorischen Fähigkeiten sind Voraussetzung, um Schreiben, Malen und Zeichnen zu lernen. Wer aber Probleme mit der Feinmotorik und dem Sehen hat, zum Beispiel aufgrund einer Entwicklungsverzögerung, droht, früh auf der Strecke zu bleiben. Beeinträchtigungen wie Verkrampfungen der Finger können dazu führen, dass die Schrift von Frühgeborenen unleserlich ist, diese mehr Zeit benötigen und Schmerzen beim Schreiben haben.

"Knapp 50 Prozent aller von uns untersuchten frühgeborenen Vorschulkinder haben zum Beispiel signifikant mehr Schwierigkeiten mit der Stiftführung als gleichaltrige Termingeborene, was auch von großer Bedeutung für einen Schulerfolg ist", sagt Studienleitung Anne-Kathrin Dathe von der Klinik für Kinderheilkunde I am Universitätsklinikum Essen. Gemeinsam mit Kolleg*innen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der University of Tennessee verglichen sie den Entwicklungsstand bezüglich Fein- und Graphomotorik sowie visueller Wahrnehmung von 120 sehr Früh- und Reifgeborenen, unabhängig von Geschlecht und Bildungsniveau der Eltern.

"Zukünftige Forschung sollte sich auf die zugrundeliegenden Mechanismen der untersuchten Entwicklungsstörungen konzentrieren sowie auf mögliche Vorläufer und die besondere Bedeutung der Handschriftfertigkeiten", sagt Priv.-Doz. Dr. Britta Hüning, Oberärztin im Perinatalzentrum der Klinik für Kinderheilkunde I. Anhand der Ergebnisse ihres Teams könnten neue Therapien entwickelt werden, die betroffenen Kindern helfen, gut und stressfrei ins Schulleben zu starten.

*Link zur Publikation:

https://doi.org/10.3390/children7120276

"Visual Perception, Fine Motor, and Visual-Motor Skills in Very Preterm and Term-Born Children before School Entry-Observational Cohort Study"

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin
PD Dr. Britta M. Hüning
Oberärztin Neonatologie, Universitätsklinikum Essen
britta.huening@uk-essen.de
Pressekontakt 
Christine Harrell
Referatsleitung Strategie, Kommunikation und Marketing
Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen
Telefon: +49 (0) 201-723-1615
E-Mail: christine.harrell@uk-essen.de 
Internetseite: www.uni-due.de/med 
Über die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen 
Wissenschaft und Forschung auf höchstem internationalem Niveau und eine herausragende, exzellente Ausbildung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte: Diese Ziele hat sich die Medizinische Fakultät gesteckt und verfolgt sie mit Nachdruck. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin sowie den übergreifenden Forschungsschwerpunkten Immunologie, Infektiologie und Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften. Der 2014 bezogene Neubau des Lehr- und Lernzentrums bietet den Studierenden der Medizinischen Fakultät exzellente Ausbildungsmöglichkeiten.
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