Universitätsklinikum Essen AöR

PM: UK Essen schließt temporär Früh- und Neugeborenen-Intensivstation

In der Kinderklinik des Universitätsklinikums Essen hat sich auf der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation ein Kind mit Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) infiziert. Bei vier weiteren Patienten der Station wurde eine Besiedlung mit dem Bakterium nachgewiesen. Die Universitätsmedizin Essen hat in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Essen entschieden, die Station temporär zu schließen, um umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen. Die Patienten der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation werden auf eine eigens eingerichtete Station im Uniklinikum verlegt und dort weiterhin intensivmedizinisch betreut.

Pressemitteilung:

Universitätsklinikum Essen schließt temporär Früh- und Neugeborenen-Intensivstation

VRE bei fünf Patienten nachgewiesen: Universitätsmedizin trifft mit Gesundheitsamt Essen umfangreiche Maßnahmen, um Ausbreitung zu verhindern

Essen, 13.12.2017 - In der Kinderklinik des Universitätsklinikums Essen hat sich auf der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation ein Kind mit Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) infiziert. Bei vier weiteren Patienten der Station wurde eine Besiedlung mit dem Bakterium nachgewiesen. Die Universitätsmedizin Essen hat in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Essen entschieden, die Station temporär zu schließen, um umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen. Die Patienten der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation werden auf eine eigens eingerichtete Station im Uniklinikum verlegt und dort weiterhin intensivmedizinisch betreut.

Enterokokken sind Teil der normalen Darmflora. Außerhalb des Organs können die Erreger jedoch in Ausnahmefällen bei Neugeborenen Infektionen verursachen, so etwa bei bereits immungeschwächten Patienten oder auch bei Frühgeborenen. "Da die Verbreitung des an Oberflächen extrem widerstandsfähigen Erregers über verunreinigte Gegenstände und Flächen sowie auch über Hände übertragen werden kann, haben wir uns für die temporäre Schließung entschieden, um umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen ohne Gefährdung der Patienten durchführen zu können. Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass es zur weiteren Verbreitung kommt. Unsere Ärzte, Pflegenden und die Mitarbeiter der Krankenhaushygiene arbeiten hier gemeinsam und eng im Sinne der Betroffenen mit dem Gesundheitsamt Essen zusammen", so der Ärztliche Direktor der Universitätsmedizin Essen, Prof. Dr. Jochen A. Werner. Er weist darauf hin, dass auf der betroffenen Früh- und Neugeborenen-Intensivstation vorerst keine Patienten aufgenommen werden können.

Die Erst-Besiedlung wurde aufgrund eines Screenings identifiziert, welches über die gesetzlichen Vorgaben hinaus regelmäßig bei allen Patienten der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation vorgenommen wird. Mit dem Auftreten von weiteren Besiedlungen wurde unmittelbar und vorsorglich das Gesundheitsamt Essen informiert, woraufhin die Screenings nochmals intensiviert und neben den wiederholten Routinebegehungen umgehend zusätzliche Begehungen der Station durch das Gesundheitsamt Essen durchgeführt wurden. Mit Nachweis der VRE-Infektion am heutigen Mittwoch entschied sich das Universitätsklinikum Essen zur sofortigen transparenten Kommunikation, um keine Verunsicherung aufkommen zu lassen. Das erkrankte Kind der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation wird mit Antibiotika behandelt und ist isoliert, sein Zustand ist stabil. Bei den weiteren Kindern wurde eine Besiedlung ohne Infektion nachgewiesen.

In enger Absprache mit dem Gesundheitsamt Essen wurde für die besondere Situation ein detaillierter Maßnahmenkatalog erarbeitet. Darüber hinaus finden über die Begehungen derzeit tägliche Lagebesprechungen der Verantwortlichen der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation, der Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Essen und des Gesundheitsamts Essen statt.

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) sind extrem hartnäckig. Im Rahmen eines konsequenten Vorgehens sind die umfangreichen Hygienemaßnahmen samt der damit verbundenen temporären Schließung der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation daher unvermeidbar.

Pressekontakt:

Thorsten Schabelon

Leiter Stabsstelle

Marketing und Kommunikation

Tel.:0201/723-3564

thorsten.schabelon@uk-essen.de

www.uk-essen.de

Über die Essener Universitätsmedizin 
Die Essener Universitätsmedizin umfasst das Universitätsklinikum Essen (UK
Essen) und seine Tochterunternehmen Ruhrlandklinik, St. Josef Krankenhaus,
Herzzentrum Huttrop und Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener
Universitätsmedizin ist mit ca. 1.700 Betten das führende
Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets: Alleine im vergangenen Jahr (2016)
behandelten unsere rund 7.900 Beschäftigten fast 70.000 stationäre Patientinnen
und Patienten. Herausragende Schwerpunkte sind die Onkologie, die
Transplantation sowie die Herz- und Gefäßmedizin: Mit dem Westdeutschen
Tumorzentrum (WTZ), einem der größten Tumorzentren Deutschlands, dem
Westdeutschen Zentrum für Organtransplantation (WZO), ein international
führendes Zentrum für Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber,
Niere, Bauchspeicheldrüse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe
verpflanzen, und dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum (WHGZ), in dem wir
jährlich mehr als 2.000 Operationen durchführen, hat die Essener
Universitätsmedizin eine weit über die Region reichende Bedeutung für die
Versorgung von Patientinnen und Patienten. Wesentliche Grundlage für die
klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der
Universität Duisburg-Essen mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Onkologie,
Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin, sowie den übergreifenden
Forschungsschwerpunkten Immunologie, Infektiologie und Genetik. 



Das könnte Sie auch interessieren: