Universitätsklinikum Essen AöR

PM: Sauerstoffmangel verhindern - Wirksamer Hirnschutz in Sicht

Pressemitteilung

UDE/UK Essen: Sauerstoffmangel verhindern - Wirksamer Hirnschutz in Sicht

Essen, 03.11.2017 - Warum das Gehirn so katastrophal auf mangelnden Sauerstoff reagiert, gibt der Medizin seit Jahrzehnten Rätsel auf. Kein anderes Organ reagiert darauf so extrem. Die Lösung entdeckten jetzt Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen zusammen mit ihren Kollegen vom Akademischen Krankenhaus in Maastricht (UMC+).

Ein Schlaganfall entsteht durch ein Blutgerinnsel, das eine Arterie im Gehirn verschließt. Durch die Sauerstoffunterversorgung können Teile des Gehirns absterben oder dauerhaft geschädigt werden, so dass schwere Lähmungen oder Sprachstörungen entstehen. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei das Enzym NOX4. Bei Sauerstoffmangel wird es in verschiedenen Organen und Muskeln produziert, wirkt sich aber nur im Gehirn derart verheerend aus.

Selbstzerstörungsmechanismus ausschalten

Warum das so ist, wurde nun bis auf Zell-Ebene entschlüsselt: Es zerstört die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn vor Infektionen schützt und die Signalübertragung für Hirnfunktionen gewährleistet. Obendrein löst das Enzym eine Art Selbstzerstörungsmechanismus in Nervenzellen aus.

"Wird das NOX4-Gen jedoch ausgeschaltet oder das Enzym nach dem Schlaganfall medikamentös gehemmt, bleiben die Blut-Hirn-Schranke und das Gehirngewebe intakt", erklärt der Neurologe Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz von der UDE. "Diese fundamentalen Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven, künftig Hirnschäden in Folge eines Schlaganfalls zu verhindern."

Mit Unterstützung des Europäischen Forschungsrats arbeitet das deutsch-niederländische Wissenschaftlerteam nun daran, die Behandlung so schnell wie möglich für die klinische Anwendung weiter zu entwickeln. Die Ergebnisse ihrer Forschung lassen sich im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (USA) nachlesen. Mitwirkende waren Wissenschaftler aus Würzburg, Essen, Münster und Madrid unter der Leitung des Maastricht UMC + und der Universität Maastricht. Die Untersuchungen wurden durch einen Advanced Grant des European Research Council finanziert.

Hinweis für die Redaktionen:

Um auf die veröffentlichten Ergebnisse zuzugreifen, ist eine Anmeldung unter http://www.eurekalert.org/register.php notwendig. Dann kann über http://www.eurekalert.org/account.php der Zugang zum Magazin angefordert werden.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz, Klinik für Neurologie, Tel. 0201/723-2460, neurologie@uk-essen.de

Pressekontakte: 

Christine Harrell 
Leiterin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit 
des Dekanats der Medizinischen Fakultät 
der Universität Duisburg-Essen 
Tel.: +49 201 723 1615 
christine.harrell@uk-essen.de 
www.uni-due.de/med/ 

und 

Burkhard Büscher 
Pressesprecher 
Universitätsklinikum Essen AöR. 
Tel.: 0201/723-2115 
burkhard.buescher@uk-essen.de 
www.uk-essen.de 

Über die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen

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herausragende, exzellente Ausbildung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte: Diese
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Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer
klaren Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin,
sowie den übergreifenden Forschungsschwerpunkten Immunologie, Infektiologie und
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Über die Essener Universitätsmedizin 

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Patientinnen und Patienten. Herausragende Schwerpunkte sind die Onkologie, die
Transplantation sowie die Herz- und Gefäßmedizin: Mit dem Westdeutschen
Tumorzentrum (WTZ), einem der größten Tumorzentren Deutschlands, dem
Westdeutschen Zentrum für Organtransplantation (WZO), ein international
führendes Zentrum für Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber,
Niere, Bauchspeicheldrüse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe
verpflanzen, und dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum (WHGZ), in dem wir
jährlich mehr als 2.000 Operationen durchführen, hat die Essener
Universitätsmedizin eine weit über die Region reichende Bedeutung für die
Versorgung von Patientinnen und Patienten. 
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