Greenpeace Magazin

US-Mikrobiologe mutmaßlicher Milzbrand-Attentäter
Hamburger Greenpeace Magazin: Washington hält die Informationen geheim

    Hamburg (ots) - Hinter den Milzbrand-Attentaten der vergangenen Wochen steckt vermutlich ein hochrangiger Mikrobiologe des amerikanischen Biowaffen-Programms. Wie das Greenpeace Magazin berichtet, hält Washington Informationen über den mutmaßlichen Täter und das Labor geheim, aus dem die tödlichen Anthrax-Sporen stammen. Offenbar wollte der Attentäter, der fünf Menschen durch seine Milzbrand-Briefe tötete, die Erhöhung des Budgets für die US-Biowaffen-Forschung erzwingen.

    Das Hamburger Greenpeace Magazin stützt sich auf Mitglieder der US-Regierungsdelegation bei der Biowaffen-Konferenz der Vereinten Nationen in Genf sowie auf unabhängige Forscher, die ebenfalls an der Konferenz teilnehmen. Wie Barbara Rosenberg, US-Biologin und Beraterin des Ex-Präsidenten Bill Clinton, und der Hamburger Biowaffen-Experte Jan van Aken übereinstimmend bestätigten, kommen die Milzbrand-Sporen der tödlichen Briefe mit Sicherheit nicht aus dem Nahen Osten.

    So seien die Partikel in dem Kuvert an den demokratischen Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, Tom Daschle, mit dem Trocknungsmittel Silica versetzt worden. Dies sei beim geheimen Biowaffen-Programm der USA üblich. Andere Länder wie der Irak verwendeten hingegen die Chemikalie Bentonit.

    Wie das Greenpeace Magazin außerdem berichtet, hatte der Attentäter mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Absicht, die Empfänger der Briefe umzubringen. Informationen der Biowaffen-Expertin Rosenberg hätten vielmehr ergeben, dass er Panik erzeugen wollte. So sei einigen der Todesbriefe eine Warnung beigelegt worden, es handele sich um Milzbrand, und man müsse sofort nach Erhalt Antibiotika einnehmen.

    Das Absenden der Milzbrand-Briefe, die in den USA wochenlang Furcht und Schrecken verbreiteten, war nach Informationen des Greenpeace Magazins wahrscheinlich schon länger geplant. Das Abschicken nach dem Terroranschlag vom 11. September diente dazu, den Verdacht auf Täter im Nahen Osten zu lenken.


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