Greenpeace Magazin

"Gentechnik ist der neue Kolonialismus"

    Hamburg (ots) -

    Der äthiopische Experte Dr. Tewolde Egziabher greift die Biotech-Branche im GREENPEACE MAGAZIN scharf an und setzt auf nachhaltige Landwirtschaft als Hilfe gegen den Welthunger

    Mit Hilfe der Gentechnik lässt sich der Hunger in den Ländern der Dritten Welt nicht bekämpfen. Davon zeigt sich der äthiopische Gentechnik-Spezialist Dr. Tewolde Egziabher im Interview in der Freitag erscheinenden Ausgabe des GREENPEACE MAGAZINS überzeugt. Es fehle jeglicher Beweis, dass die Gentech-Branche etwa Pflanzen liefern könne, die besser an trockene oder salzige Böden angepasst sind als herkömmliche Arten. "Hier wird viel Propaganda gemacht", sagt der Chef der äthiopischen Umweltbehörde, der auf Konferenzen zur Gentechnik die Interessen der Entwicklungsländer vertritt. Statt dessen wolle die "Life-Sciences-Industrie über die Patentierung von Saatgut und dessen zunächst kostenlose Verteilung die Kontrolle über den Genpool der Entwicklungsländer" übernehmen, wirft Tewolde den Konzernen vor. Sobald die Bauern ihr eigenes Saatgut verbraucht hätten, würden die Firmen Gebühren für ihre Produkte verlangen, fürchtet er: "Die Konzerne machen uns mit ihren Patenten abhängig von ihrem Saatgut. Gibt es einen effektiveren Kolonialismus? So werden wir zu Geiseln der Gentech-Industrie." Wolle die Welt den Hunger erfolgreich bekämpfen, müsse man die Entwicklungsländern statt mit riskanter Gentechnologie durch Entwicklung ihrer Infrastruktur unterstützen. "Wir brauchen keine neuen Pflanzen - die Natur stellt schon alle Nährstoffe her. Sie müssen nur gerecht verteilt werden", sagt der äthiopische Experte dem GREENPEACE MAGAZIN anlässlich der Tagung "Vision 2020", auf der führende Experten zur Welternährung vom 4. bis 6. September in Bonn über Strategien gegen den Hunger beraten. Tewolde ist sich davon überzeugt, dass der Hunger nur mit Hilfe von umweltfreundlicher nachhaltiger Landwirtschaft zu besiegen sei: "Öko-Landbau ist für uns kein Luxus, sondern unsere einzige Chance."

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Achtung Redaktionen:
Die Langfassung des Interviews mit Dr. Tewolde Egziabher erhalten Sie
von Greenpeace-Magazin-Redakteur Michael Friedrich (Tel.: 040/306 18
219).
Für weitere Fragen zum Thema "Welternährung ohne Gentechnik" steht
auch Greenpeace-Experte Lorenz Petersen zur Verfügung (Tel.:
0171/8780 813).

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