Greenpeace Magazin

ÖTV: Bundesregierung tut nichts, um das Billigflaggen-System zu ändern
Keinerlei Anreize für Reeder ihre Schiffe ins deutsche Register zurückzuführen

    Hamburg (ots) - Scharfe Kritik an der Seefahrts-Politik der Bundesregierung hat die Gewerkschaft ÖTV geübt. Der Leiter der Abteilung Seefahrt beim Gewerkschaftsvorstand, Dieter Benze, sagte in einem Interview in der neuesten Ausgabe des Greenpeace Magazins, die rot-grüne Koalition gebe deutschen Reedern keinerlei Anreize, ihre ausgeflaggten Schiffe wieder ins deutsche Register zurückzuführen. So gelte die extrem niedrige Umternehmenssteuer jetzt auch für deutsche Reeder mit Billigflaggen-Schiffen.

    Der ÖTV-Experte warf dem für Seefahrt zuständigen Bundesverkehrsminister Reinhold Klimmt (SPD) vor, jetzt sogar auch die Ausbildung deutscher Seeleute auf Schiffen unter Billigflagge vorzusehen. Dieser Plan ist nach Meinung von Benze unverantwortlich angesichts der Zustände auf vielen Billigflaggen-Schiffen, auf denen man Sicherheit und nautisches Handwerk nicht lernen kann.

    Im Gegensatz zu den USA, Großbritannien oder Frankreich tue die Bundesregierung nichts, um die Staaten, die Billigflaggen vergeben, zu zwingen, internationale Normen für sichere Schiffe und gut ausgebildete Seeleute an Bord ihrer Schiffe durchzusetzen. Hier bleibe die Berliner Koalition untätig, trotz der vielen Schiffsuntergänge und Havarien, die zu schweren Umweltschäden führen, sagte Benze dem Greenpeace Magazin. Solange es keine Bereitschaft gebe, das Billigflaggen-System zu ändern oder abzuschaffen, werde es weiterhin solch vermeidbare Schiffskatastrophen, wie die der "Erika" im Dezember vor der Bretagne oder die der "Pallas" vor Amrum, geben.

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