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10.02.2020 – 12:01

The Wildlife Justice Commission

Der Handel mit Schuppentierschuppen muss als transnationales organisiertes Verbrechen bekämpft werden, so ein neuer Bericht der Wildlife Justice Commission

Den Haag, Niederlande (ots/PRNewswire)

Scaling Up: Das rapide Wachstum des industriellen Handels mit Schuppentierschuppen (2016 - 2019) wurde heute im Vorfeld des World Pangolin Day veröffentlicht

Die Wildlife Justice Commission (WJC) hat heute im Vorfeld des Pangolin Day den Bericht Scaling Up: The Rapid Growth in the Trafficking of Pangolin Scales (2016-2019) (1) veröffentlicht. Der Bericht betont, dass dieser groß angelegte Handel, der diese Spezies an den Rand des Aussterbens treibt, als transnationales organisiertes Verbrechen behandelt werden muss und dass wir fortschrittliche Ermittlungstechniken einsetzen müssen, um wirksam dagegen vorzugehen.

Der Bericht kombiniert die Analyse der gemeldeten Beschlagnahmedaten zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 31. Dezember 2019 mit den eigenen Ermittlungsergebnissen der WJC, um ein umfassendes Verständnis der kriminellen Dynamik und der Trends im transnationalen Handel mit Schuppentierschuppen aufzubauen. Die WJC konzentriert ihre Ermittlungen und Erkenntnisse auf den Handel mit Schuppen, da dieser für organisiertes Verbrechen am anfälligsten ist. Die Schuppen sind als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin begehrt, obwohl es dafür keine wissenschaftliche medizinische Basis gibt.

Die Analyse stellt den Handel in den Mittelpunkt, um die produktiven Länder (darunter eine unverhältnismäßige Beteiligung von Nigeria und Vietnam), die Schmuggelrouten, die Versandmethoden und den Straßenwert der Schuppentierschuppen zu ermitteln. Die Analyse zeigt einen signifikanten und raschen Anstieg des Handelsvolumens, der durch organisierte kriminelle Netzwerke ermöglicht wird.

Zwischen 2016 und 2019 wurde schätzungsweise 206,4 Tonnen geschmuggelter Schuppen in 52 Beschlagnahmungen einbehalten. Die Analyse der Beschlagnahmedaten zeigt einen Anstieg des Handels in einem noch nie dagewesenen Ausmaß: fast zwei Drittel der beschlagnahmten Tonnage (132,1 Tonnen) wurden in den letzten beiden Jahren (2018 bis 2019) aufgedeckt. 2019 betrug das durchschnittliche Gewicht einer einzelnen Lieferung von Schuppentierschuppen 6,2 Tonnen, verglichen mit 2,2 Tonnen drei Jahre zuvor.

"Wir glauben, dass die Gesamtzahl nur einen Bruchteil der gesamten Schmuggelaktivität darstellt, da wahrscheinlich ein erheblicher Teil des Schmuggels unentdeckt bleibt", so Sarah Stoner, WJC Director of Intelligence. "Unser Ermittlungsansatz fügt eine zusätzliche Dimension bei der Quantifizierung des Ausmaßes des Schuppenhandels hinzu, aufgrund unserer Erkenntnisse über die Lagerung von Schuppentierschuppen (über 16 Tonnen in einem Zeitraum von drei Jahren) allein in Vietnam, und das zusätzlich zu den von uns analysierten beschlagnahmten Mengen."

Die Analyse untersucht zudem die Beziehung zwischen Elfenbein- und Schuppentierschuppenhandel und was dies im Kontext der Kriminalität bedeutet. Aufgrund des Wertverlusts von Elfenbein haben die organisierten kriminellen Netzwerke die Warenart gewechselt und müssen riesige Mengen an Schuppen bewegen, um ihre Gewinnspanne zu halten. Schuppentierschuppen sind weniger wert pro Kilogramm als Elfenbein (2).

"Organisiertes Verbrechen in der Wildnis ist nicht artenspezifisch: Es geht um hochwertige Waren und Gewinne. Die Netzwerke verlagern sich auf eine andere Spezies, wenn dies gute Gewinnspannen verspricht. Um wirksam dagegen vorzugehen, muss die organisierte Wildtierkriminalität nicht nur aus der kriminellen Perspektive, sondern auch aus ihrer transnationalen Dimension heraus bekämpft werden, anstatt sich ausschließlich auf nationaler Ebene darauf zu konzentrieren", so Frau Stoner.

In ihrem Bericht stellt die WJC fest, dass die regelmäßige Durchführung von Methoden wie solcher kontrollierter Lieferungen zu bemerkenswerten Ergebnissen führen kann, um die Organisatoren des Schuppentierhandels vor Gericht zu bringen.

"Die einjährige, vor kurzem in China durchgeführte Untersuchung des Handels mit Schuppentieren und die kürzliche Beschlagnahmung durch die nigerianischen Behörden (3) sind großartige Beispiele dafür, wie transnationale Wildtierverbrechen untersucht werden sollten und welche greifbaren Ergebnisse sie bei einer sinnvollen Unterbindung des organisierten Verbrechens erzielen können. Ohne diesen Ansatz verbleiben die Schuppentiere in einer unglaublich wehrlosen und existenzbedrohenden Lage", fügte Frau Stoner hinzu.

Die Wildlife Justice Commission ist weltweit tätig, um organisierte transnationale kriminelle Netzwerke, die mit Wildtieren, Holz und Fisch handeln, zu zerschlagen. Wir tun dies, indem wir Beweise sammeln und diese in Verantwortlichkeit umsetzen.

Hinweise an die Redaktion:

(1) Der vollständige Bericht kann auf der WJC-Website www.wildlifejustice.org eingesehen werden.

(2) Die Ivory Snapshot Analysis der WJC, die im September 2019 veröffentlicht wurde, vermittelte einen umfassenden Überblick über Trends und Veränderungen der kriminellen Dynamik des transnationalen Elfenbeinhandels und wies auf die Zunahme der aufgedeckten Lieferungen, darunter Elfenbein mit einem Gewicht von über 500 kg, sowie auf den beunruhigenden Trend großer Mengen Schuppentiereschuppen hin, die zunehmend in Kombination mit Elfenbein geschmuggelt werden.

(3) Im Dezember 2019 gelang den chinesischen Behörden ein Durchbruch, als sie während einer einjährigen Ermittlung 10,65 Tonnen Schuppentierschuppen beschlagnahmten, die als kontrollierte Lieferung markiert und von Nigeria über Südkorea nach China geschmuggelt worden waren. Vor kurzem, im Januar 2020, beschlagnahmte der nigerianische Zoll Schuppentierschuppen neben anderer Schmuggelware, die über die Grenze zwischen Nigeria und Kamerun geschmuggelt wurde. Diese Art von hochrangigen und eng koordinierten Interventionen zur Störung der kriminellen Netzwerke, die hinter dem weltweiten Handel mit Schuppentierschuppen stehen, sind von größter Bedeutung, um die afrikanischen Schuppentiere vor der anhaltenden Nachfrage nach ihren Schuppen und ihrem Fleisch zu schützen.

Foto - https://mma.prnewswire.com/media/1087660/Wildlife_Justice_Commision.jpg

Pressekontakt:

Für Medienanfragen
Film- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an Isabel Leal
WJC Communication Director
unter media@wildlifejustice.org
Tel. +31 6 15 67 02 01.

Original-Content von: The Wildlife Justice Commission, übermittelt durch news aktuell

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