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07.05.2018 – 10:49

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.

Strengere Regeln und mehr Rechte: Neue EU-Datenschutz-Grundverordnung

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Strengere Regeln und mehr Rechte

Neue EU-Datenschutz-Grundverordnung

Ab dem 25. Mai 2018 profitieren Verbraucher von einem europaweit einheitlichen Datenschutzrecht. Dann gilt die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), an die sich auch ausländische Unternehmen halten müssen, die nicht in der EU ansässig sind, deren Angebote sich aber an EU-Bürger richten. Das bedeutet etwa für Google und Facebook: die Online-Giganten müssen sich ebenfalls künftig an den Datenschutz-Regeln der DSGVO orientieren. "Die neuen Vorgaben stärken das Recht der Verbraucher auf Auskunft, Korrektur und Sperrung oder Löschung von Daten. Außerdem wird die Beweislast umgekehrt: Wer Daten erhebt und verarbeitet muss im Streitfall künftig beweisen, dass er rechtlich einwandfrei mit den Daten umgeht", zählt die Verbraucherzentrale NRW die Kernpunkte auf:

- Keine Datennutzung ohne Kenntnis und Erlaubnis: Will ein Unternehmen Daten 
  über eine Person verarbeiten, muss es Verbraucher umfassend hierüber 
  informieren. Gemeint sind alle Angaben, die sich auf eine identifizierbare 
  Person beziehen - etwa Name, Adresse, Geburtstag, Kleider- und Schuhgröße, 
  Beruf, medizinische Befunde, Bankdaten sowie Daten, die Nutzer im Netz 
  hinterlassen, wie etwa die IP-Adresse. Um nicht mit den Vorgaben der neuen 
  Verordnung in Konflikt zu geraten, müssen Unternehmen eine Erlaubnis 
  vorweisen, sobald persönliche Daten erfasst und verarbeitet werden. Eine 
  solche Erlaubnis kann etwa sein, dass die Daten für die Erfüllung des 
  Vertrages erforderlich sind, etwa die Adresse bei einer Online-Bestellung. 
  Verbraucher können in die Datenverarbeitung auch einwilligen. Diese Zustimmung
  muss einfach zu widerrufen sein. Auf welche Erlaubnis Anbieter ihre 
  Datennutzung stützen, darüber müssen sie künftig informieren. Außerdem müssen 
  sie dokumentieren, wie sie die persönlichen Daten verarbeiten.
- Recht auf Auskunft und Korrektur: Verbraucher können künftig von Anbietern 
  formlos - zum Beispiel per Brief oder E-Mail - verlangen, dass sie ihnen 
  sämtliche verfügbaren Daten bekanntgeben, die über sie gespeichert sind, zu 
  welchem Zweck dies geschieht, woher die Daten stammen, ob sie für 
  Profilbildung genutzt werden und was weiter mit ihnen passieren soll. 
  Unternehmen sind verpflichtet, diese Auskünfte leicht zugänglich, vollständig,
  verständlich, kostenfrei und grundsätzlich spätestens innerhalb eines Monats 
  zu erteilen. Sind die Daten unrichtig, können Verbraucher im nächsten Schritt 
  weitere Rechte geltend machen, etwa die Korrektur, Sperrung oder Löschung 
  ihrer Daten. Verlangt ein Unternehmen hierfür einen Identitätsnachweis, 
  sollten Verbraucher darin alle für die Anfrage unerheblichen Angaben 
  schwärzen.
- Recht auf Löschung und Vergessenwerden: Verbrauchern steht erstmals 
  ausdrücklich ein Recht auf Löschung und Vergessenwerden zu. So können sie zum 
  Beispiel Links in Suchmaschinen oder Informationen über die eigene Person auf 
  Internetseiten löschen lassen, etwa wenn die Daten unzulässig verarbeitet oder
  Verbraucher dadurch in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt werden.
- Recht auf Sperrung der Daten: In vielen Fällen können Verbraucher der Nutzung
  ihrer Daten widersprechen. Nutzt ein Unternehmen die Daten etwa zur 
  unmittelbaren Werbeansprache, so bedarf es hierzu nicht einmal eines 
  besonderen Grundes. Verbraucher können der Datennutzung gegenüber dem 
  Werbetreibenden formlos widersprechen und die Sperrung Ihrer Daten verlangen. 
  Die Sperrung ist dann sinnvoller als eine Löschung der Daten, da 
  Werbetreibende die Daten ansonsten einfach neu erheben könnten, etwa über 
  Adresshändler.
- Recht auf Daten-Umzug: Neu ist auch, dass Verbraucher ihre eigenen Daten zu 
  einem anderen Anbieter mitnehmen können - zum Beispiel wenn sie ihren 
  E-Mail-Anbieter oder den Messenger wechseln möchten oder ein anderes soziales 
  Netzwerk wählen. Dann können zum Beispiel Kontakte oder Playlists auf Wunsch 
  mit umziehen. Nutzer sollten auch hierbei einen Überblick über ihre Daten 
  behalten und bedenken, dass ihre Daten beim bisherigen Anbieter noch vorhanden
  sind. Die Bestände beim ausgedienten Unternehmen sollten daher entweder 
  gesperrt oder gelöscht werden.

Ausführliche Informationen und Musterschreiben zu den neuen Datenschutzrechten gibt's im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/ihre-daten-ihre-rechte.

Verbraucherzentrale NRW 
Pressestelle 
Mintropstraße 27 
40215 Düsseldorf 
Tel.: 0211/3809-101 
Fax: 0211/3809-216