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23.04.2018 – 11:22

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.

Verkäufern teure Tour vermasseln: Tipps zu Kaffeefahrten

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Verkäufern teure Tour vermasseln

Tipps zu Kaffeefahrten

Geldgewinne, Geschenke, gutes Essen und weitere Attraktionen vor Ort - mit den immer gleichen Versprechen werden meist ältere Menschen zur Teilnahme an einer Tagestour gelockt. Doch hinter der preiswerten Fahrt ins Grüne verbirgt sich oft eine als Kaffeefahrt getarnte Verkaufstour, bei der den Teilnehmern meist minderwertige Waren zu überteuerten Preisen angedreht werden. "Auf keinen Fall sollten sich Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen am Zielort dazu verleiten lassen, etwas zu unterschreiben oder gleich das Portemonnaie zu zücken. Das Geld ist dann meist weg, auch wenn der Kaufvertrag hinterher widerrufen wird", warnt die Verbraucherzentrale NRW vor versierten Verkäufern, die nach der Bustour auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Wie Teilnehmer auf falsche Versprechen nicht hereinfallen und gegen unseriöse Verkaufspraktiken vorgehen können, dazu hat die Verbraucherzentrale NRW passende Tipps:

- Nette Einladung nur schöner Schein: Preiswerten Touren mit vielen Extras 
  sollte man stets misstrauisch begegnen! Sinnvoll ist es, das Angebot zu einer 
  Kaffeefahrt und besonders das Kleingedruckte vor der Buchung sorgfältig zu 
  lesen. Sämtliche Kosten - auch zusätzliche Extras - und sonstige 
  Teilnahmebedingungen sollten vorher zusammengetragen und geprüft werden. Bei 
  Ungereimtheiten am besten Angehörige, Betreuer oder die Mitarbeiter der 
  Verbraucherzentrale um Rat fragen. Im Zweifel sollten Interessenten lieber auf
  eine Teilnahme verzichten.
- Gerissene Verkaufstaktik: Veranstalter von Kaffeefahrten haben nichts zu 
  verschenken, sondern treiben mit Rentnern und Pensionären ein für sie 
  einträgliches Spiel. Zusätzlich treiben sie mit den ermittelten Adressdaten 
  oft noch einen regen Handel. Ihre Verkaufsveranstaltung findet häufig in einem
  abgelegenen Lokal statt, damit möglichst niemand zu einem interessanteren Ort 
  entschwindet. Während einer mehrstündigen Präsentation werden Teilnehmer von 
  geschulten Verkäufern geschickt zum Kauf von zweifelhaften 
  Gesundheitspräparaten, Rheumadecken, Werkzeug oder Küchengeräten animiert - 
  meist zu völlig überzogenen Preisen. Verläuft das Geschäft nicht so 
  einträglich wie erhofft, werden potenzielle Käufer oft aggressiv von den 
  Verkäufern bedrängt.
- Teilnahme und Kauf kein Zwang: Gäste einer Verkaufsveranstaltung können sich 
  jedoch durchaus während der Warenpräsentation absetzen und bis zur Rückfahrt 
  etwas anderes unternehmen. Sie haben trotzdem einen Anspruch auf sämtliche 
  Leistungen - etwa auf Verpflegung und Rücktransport, die sie gebucht und 
  bezahlt haben. Sie müssen auch nichts kaufen. Falls Teilnehmer daran gehindert
  werden, den Veranstaltungsraum zu verlassen, sie womöglich sogar bedroht 
  werden, sollte sich niemand scheuen, die Polizei über den Notruf 110 zu 
  verständigen und Anzeige wegen Nötigung zu erstatten. Hilfreich ist es bei 
  Problemen, vorsorglich die Namen des Busunternehmers und des Fahrers sowie das
  Kennzeichen des Busses für eine Beschwerde zu notieren.
- Unterschrift und Anzahlung tabu: Sinnvoll ist auch, Kaufvertrag und 
  Werbematerial erst mal mit nach Hause zu nehmen, um einen Vertrag in Ruhe 
  prüfen sowie Preis und Qualität mit anderen Waren vergleichen zu können. 
  Hierbei ist höchste Vorsicht geboten bei Anbietern, die in ihren Unterlagen 
  lediglich eine Postfachadresse oder einen Firmensitz im Ausland angeben. In 
  solchen Fällen ist eine rechtliche Verfolgung meistens aussichtslos.
- Widerrufsrecht: Wird ein Warenkauf im Nachhinein bereut, weil der Preis der 
  neuen Heizdecke zu hoch erscheint oder Zweifel an der angepriesenen 
  Wunderwirkung von Fitness-Pillen aufkommen, können Käufer in der Regel 
  innerhalb von 14 Tagen, nachdem ein Vertrag vereinbart wurde beziehungsweise 
  sie die gekaufte Ware in den Händen halten, ohne Begründung vom Kaufvertrag 
  Abstand nehmen. Wurden sie nicht ordnungsgemäß über ihr Recht auf Widerruf 
  informiert, haben sie sogar ein Jahr und 14 Tage Zeit, um sich von der 
  Vertragsverpflichtung zu lösen. Käufer sollten bei der Entgegennahme eines 
  Vertrages immer auf das Datum achten. Unseriöse Anbieter versuchen oft, das 
  Widerrufsrecht durch Zurückdatierung auszuhebeln. Wichtig für Reklamationen 
  und Rücktritt ist auch, dass der Name der Firma, einer verantwortlichen 
  Person, die Anschrift und nicht nur ein Postfach im Kaufvertrag angegeben 
  sind. 

Weitere Auskünfte zu dubios erscheinenden Bustouren gibt's online unter www.verbraucherzentrale.nrw/kaffeefahrten. Persönliche Hilfe bieten auch die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW. Anlaufstellen und Erreichbarkeit im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen.

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